„Schließe mich in der Wohnung ein“: Anwohner nach Schmierereien in Sorge

rnSchmierereien

Drei Autos und die Haustür eines Mehrparteienhauses an der Barthstraße wurden mit blauer Farbe beschmiert. Ob jugendlicher Leichtsinn oder nicht – einzelne Mieter fühlen sich unwohl.

Scharnhorst

, 09.07.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 48 Jahren wohnt Elsbeth G. in der Barthstraße in Scharnhorst, aber so etwas sei hier noch nicht passiert. „Das ist schrecklich, aber wir können da nichts gegen machen“, sagt sie.

In der Nacht von Freitag (3.7.) auf Samstag (4.7.) wurde zwischen 22 und 4 Uhr die Hauseingangstür des Mehrfamilienhauses mit blauer Farbe beschmiert. Außerdem wurden drei Autos mit Farbe verunstaltet.

Über die Täter gibt es laut Polizei noch keine Informationen. Deshalb sucht sie nach Zeugen, die etwas gesehen haben. Auch Elsbeth G. habe nichts von der Tat mitbekommen. „Dass wir die Gründe für die Schmierereien nicht kennen, macht mir Angst“, sagt die Bewohnerin.

Farbe als Markierung von Einbrecherbanden? Polizei verneint

Sie befürchtet, dass die Farbe eine Markierung von Einbrecherbanden sein könnte, um das Haus für Komplizen zu kennzeichnen. Einbrecher nutzen verschiedene Zeichen, die sogenannte Gaunersprache oder Gaunerzinken, um sich mit ihren „Kollegen“ zu verständigen und Hinweise auf mögliche Einbruchsziele zu geben.

Die Polizei hält diese Theorie für unwahrscheinlich. Bei der Gaunersprache handelt es sich laut Polizei eher um kleinere, unauffällige Zeichen. „Wir ermitteln erst mal nur wegen der Schmierereien“, sagt Joshua Pollmeier von der Polizei-Pressestelle. Was die Tat angeht, vermuten die Behörden einen „Jugendstreich“.

Einbruchsversuch im Keller des Hauses

Trotzdem fühlt sich Mieterin Elsbeth G. unwohl. „Ich habe Angst und schließe meine Wohnungstür lieber immer ab“, sagt sie. Die Rentnerin sei froh, dass zumindest ihr Auto nicht beschmiert worden wäre.

Gegenüber leben ihre Schwester und ihr Schwager. Vier der acht Wohnungen seien an Firmen vermietet, die dort wechselnde Zeitarbeiter unterbringen, eine Wohnung steht frei. In das Haus hätte es vor kurzem einen Einbruchsversuch in den Keller gegeben.

„Jugendlicher Leichtsinn“

Um weitere Straftaten zu verhindern, werde der Hausmeister abends einen Rundgang machen, so Marius Suhren von Adler Wohnen, die die Wohnungen vermieten. „Wir gehen bei der beschmierten Haustür von jugendlichem Leichtsinn aus und sehen keinen Anlass zur Sorge“, sagt Suhren.

Jennifer Weinke, die seit sechs Jahren in der Barthstraße wohnt, habe in den vergangenen Jahren, sagt sie, einen Anstieg der Kriminalität in der Gegend bemerkt. Auch dass die Fluktuation der Mieter im vergangenen Jahr deutlich angestiegen sei, beunruhige sie.

„Ich fühle mich nicht mehr sicher“, sagt Weinke. „Meine Wohnung schließe ich ab, auch wenn ich zuhause bin. Früher war das hier noch nicht so.“

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