Schmuckgeschäft „Pärle“ in Dortmund ist dicht: „Es gibt mir einen Stich ins Herz“

rnPärle

Pia Hartmann hat in ihrem Geschäft „Pärle“ im Klinikviertel erfolgreich Schmuck verkauft. Nach nur einem Jahr hat sie jedoch wieder geschlossen. Der Grund dafür ist kompliziert - und doch einfach.

Klinikviertel

, 03.03.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Pia Hartmann sich in ihrem Geschäft „Pärle“ in der Kleinen Beurhausstraße umsieht, guckt sie wehmütig. „Es ist für mich echt schwer, das alles abzugeben. Ich habe sehr viel Herzblut und Arbeit hier hineingesteckt.“

Die 36-Jährige schaut auf die frisch in Petrolgrün gestrichenen Wände, die zierlichen Regale, die Tische. Auf den großen Verkaufs-Tresen aus Multiplex-Platten. Im Regal steht noch eine Vase, an den Wänden hängen einige Bilder. Hier hat sie ein Jahr lang ihre eigenen Schmuck-Kreationen verkauft.

Das Ladenlokal ist mit kompletter Einrichtung abzugeben.

Das Ladenlokal ist mit kompletter Einrichtung abzugeben. © Martina Niehaus

„Der Laden ist erfolgreich gelaufen, ich hatte viele Kunden. Auch Laufkundschaft war genug da, die Ecke hier ist toll. Die Leute haben richtig Bock auf Schmuck gehabt“, schwärmt sie.

Jetzt lesen

Doch die junge Frau hat nicht damit gerechnet, wie viel Bürokratie ein eigenes Geschäft mit sich bringt. „Ich möchte einfach kreativ sein. Ich brauche Freiraum, um auf neue Ideen zu kommen“, sagt Pia Hartmann. Während sie redet, steckt eine ältere Dame den Kopf zur Ladentür hinein. „Darf ich mal fragen: Haben Sie etwa geschlossen? Das finde ich aber schade.“

„So etwas gibt mir immer einen Stich ins Herz“, sagt Pia Hartmann. Trotzdem hat sie ihr Geschäft Anfang Januar aufgegeben. Und war in dieser Zeit auch nicht erreichbar. „Ich brauchte eine Auszeit für mich.“

Jetzt lesen

In der nächsten Zeit möchte sie sich wieder ganz auf die Herstellung ihrer Kollektion konzentrieren. Jetzt sucht sie über die Immobilenplattform „Immobilienscout 24“ einen Nachmieter für die Räumlichkeiten im Klinikviertel.

„Wichtig ist, dass der Nachmieter die Einrichtung komplett übernimmt“, erklärt Pia Hartmann. Denn angefangen von den hellgrauen Fliesen bis zur neuen Akustikdecke sei alles kernsaniert und neu eingerichtet worden. „Auch das Bad, die Küche und der Lagerraum sind neu. Mein Vermieter war auch immer sehr nett und hat mich gut unterstützt“, erzählt die Schmuckdesignerin.

Ein Jahr lang hat Pia Hartmann hier ihren Schmuck verkauft.

Ein Jahr lang hat Pia Hartmann hier ihren Schmuck verkauft. © Martina Niehaus

Wer sich für die Schmuckstücke von „Pärle“ interessiert, kann sie auch weiter im Geschäft „Unterhaltung“ in der Schillingstraße kaufen. Und dann merkt man, dass Pia Hartmann doch noch nicht so ganz mit ihrem kleinen Laden abgeschlossen hat. „Am liebsten wäre es mir, wenn ich einen Geschäftspartner finden würde, der Spaß daran hätte, mit mir zusammenzuarbeiten“, sagt die 36-Jährige.

Ihre Kollektion kann man bei Facebook entdecken. „Wer sich das mit dem Geschäft vorstellen kann, der darf mich dort auch gern kontaktieren“, sagt Pia Hartmann.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt