Schneechaos auf Dortmunds Straßen - Zoo bleibt zu

Verkehr

Der starke Schneefall hat am Mittwochmorgen für chaotische Verhältnisse auf Dortmunds Straßen und Autobahnen gesorgt. Es gab über 90 Unfälle, der öffentliche Nahverkehr hatte massive Probleme. Sogar der Zoo wurde Opfer des Schnees. Momentan sind die Straßen trocken.

DORTMUND

von Von Oliver Koch, Peter Bandermann, Matthias vom Bü

, 06.02.2013, 15:58 Uhr / Lesedauer: 4 min

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Schnee legt Verkehr in Dortmund lahm

Der Schnee hat Dortmund am Mittwoch im Griff - LKW und Busse blieben liegen. Auf Autobahnen gab es kilometerlange Staus.
06.02.2013
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Schöner Anblick, nervige Folgen...© Foto: Dieter Menne
...der Schnee am Mkittwochmorgen sorgte in und um Dortmund für Staus.© Foto: Dieter Menne
Wie etwa hier auf der A45 ging gar nichts mehr.© Foto: Dieter Menne
Zahlreiche Laster blieben liegen.© Foto: Dieter Menne
Auch Busse hatten Probleme.© Foto: Dieter Menne
So mancher Fahrgast musste aussteigen, weil der Bus nicht mehr voran kam.© Foto: Dieter Menne
Schnee Chaos in Do / Winter / Schnee chaos auf der Kreisstr. in Holzen / Bus und LKW blieben liegen / Fahrgaeste der Busse gingn zu Fuß weiter
[Foto: Dieter Menne
Datum: 06.02.2013]© Foto: Dieter Menne
So mancher Fahrgast musste aussteigen, weil der Bus nicht mehr voran kam.© Foto: Dieter Menne
So mancher Fahrgast musste aussteigen, weil der Bus nicht mehr voran kam.© Foto: Dieter Menne
Zum Teil kam man zu Fuß am besten ans Ziel.© Foto: Dieter Menne
Von einer Kompletteinstellung des Busverkehrs konnte am Mittwoch keine Rede sein.© Foto: Dieter Menne
Dieser LKW-Fahrer versucht, seinen Brummi....© Foto: Dieter Menne
... wieder flott zu bekommen.© Foto: Dieter Menne
Die EDG räumte seit den frühen Morgenstunden im Dauereinsatz© Foto: Dieter Menne
Viele Autofahrer beschwerten sich dennoch über schlecht geräumte Straßen.© Foto: Dieter Menne
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Das eingeschneite Dortmund - Schnee-Bilder

Der Schnee hat Dortmund am Mittwoch im Griff - Foto-Einsendungen unserer Nutzer und Reporter.
06.02.2013
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Ein Blick aus dem Fenster in Lürgendortmund.© Foto: @lazybone / twitter.com
An der Lütgendortmunder Straße blieben Busse liegen.© Foto: Kathrin vom Büchel
Dieser Bus hat sich an der Straße Am Remberg / Freie-Vogel-Straße festgefahren.© Foto: Alexandra Heimken
Schneeräumen war Mittwochmorgen in ganz Dortmund angesagt.© Foto: Bandermann
Die schönen Seiten des Winters.© Foto: Bandermann
Golfbälle im Weiß zu finden, dürfte schwierig werden.
Ein eingeschneites Polizeiauto. Die Beamten hatten am Mittwochmorgen mit zahlreichen Blechschäden zu kämpfen.© Foto: Bandermann
Entspannter Winterblick in Lütgendortmund.© Foto: Matthias vom Büchel
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Die Polizei schätzt, dass bei den über 90 Unfällen in Dortmund und Umgebung ein Gesamtsachschaden im sechsstelligen Bereich. Das für den Winterdienst zuständige Entsorgungsunternehmen EDG geht davon aus, dass das Schlimmste für heute überstanden ist. Die Straßen sind trocken, es ist abgetaut, heißt es aus der EDG-Pressestelle. Auch für den Berufsverkehr am Donnerstagmorgen gibt es laut EDG nach den derzeitigen Wettervorhersagen keine Wettergefahren für Dortmunds Autofahrer. Weder Niederschlag noch Gefrierpunkte sind angesagt. Falls dennoch etwas herunterkommt, sei der Winterdienst auch nachts in Bereitschaft.

  Draußen scheint seit Mittag die Sonne, seit 14 Uhr läuft auch der Busverkehr in Dortmund wieder normal, meldet DSW21. 

"Der Dortmunder Schnee ist auch bei uns gelandet", sagt Flughafensprecher Sebastian Scheske. Die Start- und Landebahn war am Mittwochmorgen zwischenzeitlich zu glatt. Das brachte den Flugplan durcheinander: Der für 8.30 Uhr geplante Flug in die litauische Hauptstadt Vilnius musste gecancelt werden. Die Maschine, die eigentlich um 7.50 Uhr aus Vilnius in Dortmund landen sollte, wurde genauso wie der Flug aus Budapest (7.55 Uhr) nach Paderborn-Lippe umgeleitet. Daneben kam es zu großen Verspätungen bei den Flügen nach München (eine Stunde), Danzig (3,5 Stunden) und Katowitz (eine Stunde).

Wie der Zoo Dortmund mitteilt, bleibt der Tierpark "aus verkehrsrechtlichen Gründen" am heutigen Mittwoch geschlossen. Derweil hat sich die Lage auf Dortmunds Straßen zumindest aus Sicht der Unfallzahlen entspannt. Laut Polizei kracht es seit 10.30 Uhr bedeutend seltener. Tauwetter hat eingesetzt, der Schnee schmilzt.  Es ist eine dringend benötigte Atempause für die Polizei: Von 6 bis 10 Uhr mussten die Beamten von Unfallstelle zur Unfallstelle hetzen. Im Zuständigkeitsbereich der Polizei Dortmund - die Stadt Dortmund, Lünen und die Autobahnen des Umlands - gab es in diesem Zeitraum über 90 Unfälle. Der Schwerpunkt der Unfälle lag in Dortmund. Ungefähr zwei Drittel aller Unfälle passierten im Stadtgebiet. Es gab glücklicherweise nur Blechschäden. Weil viele Straßen unpassierbar oder verstopft waren, mussten viele Unfallbeteiligte eine Stunde und länger warten, bis die Polizei bei ihnen war.

Das Busnetz der DSW21 wird nach Aussage der Leitstelle noch bis in den frühen Nachmittag brauchen, um sich vom Verkehrschaos zu erholen. "Wir haben den Überblick verloren", heißt es aus der Leitstelle. Insgesamt seien bis jetzt schätzungsweise 35 Busse ausgefallen, weil sie entweder selbst im Schnee stecken blieben oder ihre Route durch Unfälle anderer Verkehrsteilnehmer blockiert war. Ein Kollege berichtet, dass er seine Kinder nach fast zwei Stunden Warten aus einem Bus geholt hat, der an der Steigung auf der Kreisstraße durch Holzen zur Wittbräuker Straße querstand. Auf der Straße sei nichts mehr gegangen, alle Busse und LKW hätten quer gestanden. 

Die Lage auf den Straßen entspannt sich nur langsam. Im Dortmunder Westen geht es nach Angaben von Reporter Matthias vom Büchel nur im Schritttempo voran. Die Straßen sind spiegelglatt. Viele Auswärtige weichen von den vollen Autobahnen auf Nebenstraßen aus - mit der Folge, dass auch diese dicht sind. Twitter-Nutzerin @DortmundHenne schrieb uns, dass in Aplerbeck Busse quer stehen und die Fahrer ihre Fahrgäste mitten auf der Straße aussteigen lassen, wenn der Bus nicht mehr weiterkommt. An der Kreuzung "Am Remberg"/Freie-Vogel-Straße in Hörde steht seit einiger Zeit ein Bus quer. Die Straße ist vereist und steil, auch dort geht es nicht weiter.

Inzwischen hat die Polizei eine erste Unfall-Bilanz für Dortmund, Lünen und die Autobahnen der Regionen vorgelegt. Bisher gab es 74 Schnee-Unfälle. Viele der Unfälle konnten von der Polizei bislang noch gar nicht bearbeitet werden. Unsere Reporter berichten von Busausfällen auf zahlreichen Linien, etwa im Westen der Stadt und nahe der Universität. Teilweise mussten Busse ihre Fahrten abbrechen und die Fahrgäste aussteigen lassen, weil es mit den schweren Bussen nicht voran ging. Reporter Peter Bandermann berichtet von einer zwei Zentimeter dicken Eisschicht auf einigen Straßen. Gute Nachricht: Zumindest in der Innenstadt hat es aufgehört zu schneien.

DSW21 hat große Probleme, den Busverkehr in Dortmund aufrechtzuerhalten. "Wir können nur fahren, wenn die EDG gestreut hat", hieß es in der Leitstelle. Eine Komplett-Einstellung des Verkehrs habe es aber nicht gegeben. Besonders im bergigen Süden und im Westen der Stadt geht auf vielen Linien gar nichts. Unsere Reporter berichten von Schülern, die ihren Schulweg abgebrochen haben, nachdem sie fast eine Stunde auf den Bus gewartet haben. 

Die Dortmunder Polizei meldet: In den heutigen Morgenstunden kam es im Stadtgebiet von Dortmund und auf den Autobahnen durch heftigen Schneefall und glatte Straßen zu einer Vielzahl von Verkehrsunfällen, die überwiegend mit Blechschäden endeten. Jetzt bittet die Polizei dringend darum, die Fahrweise und die Geschwindigkeiten an diese Umstände anzupassen. Ihr Rat: "Halten Sie ausreichenden Sicherheitsabstand. Vor Fahrtantritt sorgen Sie bitte dafür, dass ihre Scheiben eine freie Sicht auf das Verkehrsgeschehen ermöglicht."Twitter-Nutzer schrieben uns, dass es durch den Schneefall auch im Busverkehr zu Problemen kommt. Auf den Autobahnen rund um Dortmund staut sich der Verkehr kilometerlang. "Das ist ja fürchterlich", kommentierte EDG-Einsatzleiter Rolf Langensiepen den erneuten Winterbruch und brachte damit das zum Ausrduck, was wohl viele Dortmunder nach dem Aufstehen beim ersten Blick aus dem Fenster dachten: "Nicht schon wieder Schnee." Die Polizei meldete zahlreiche Unfälle auf den Autobahnen und den Straßen.

"Wir fahren auf allen Strecken mit bis zu 40 Minuten Verspätung", lautete die Reaktion der Leitstelle von DSW21. "An den Bergstrecken stehen die Busse und warten auf die Streufahrzeuge", hieß es weiter. Wer auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule ist, muss fest mit Verspätungen rechnen. "Drei Haltestellen in 13 Minuten", meldete eine Schülerin per SMS.

Die EDG hatte bereits am Dienstagabend ab 22.30 Uhr die Straßen im Dortmunder Süden gestreut. Rolf Langensiepen: "Erst war da etwas Puderzucker, dann kam die Eisglätte."  Ab 3.30 Uhr war die EDG dann mit Mann und Maus draußen. Fazit um 8 Uhr: "Bis zu zehn Zentimeter Schnee."

Auf den Straßen geht es nur langsam voran. Die Polizei bittet die Autofahrer um Vorsicht: Angemessenes Tempo und ausreichend Abstand können das Unfallrisiko reduzieren.

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