Schon 2002 wollten Steinbrink-Grundschüler auf Wickeder Dorfplatz an Nazi-Gräuel erinnern

Levi-Cohen-Platz

Die Diskussion um eine Umbenennung des Wickeder Dorfplatzes zum Gedenken an die Nazi Gräuel ist schon alt, wie ein alter Zeitungsartikel beweist. Damals gab‘s ähnliche Argumente wie heute.

Wickede

, 19.06.2019 / Lesedauer: 2 min
Schon 2002 wollten Steinbrink-Grundschüler auf Wickeder Dorfplatz an Nazi-Gräuel erinnern

Schon 2002 sollte der Platz vor dem Seniorenhaus Lucia in "Levi-Cohen-Platz" umbenannt werden. © Andreas Schröter

Die Bezirksvertretung Brackel hat gegen die Stimmen der CDU beschlossen, den Platz vor dem Seniorenhaus Lucia in Levi-Cohen-Platz umzubenennen, um damit an die Nazi-Gräueltaten zu erinnern, denn auch der Jude Levi Cohen, der in Wickede lebte, wurde von den Nazis ermordet.

Dazu hat Dr. Richard Kelber, ehemaliger Grünen-Ratsvertreter, der Redaktion einen von ihm selbst verfassten Zeitungsartikel aus der taz Ruhr von 2002 geschickt. Darin berichtet er davon, dass sich schon damals die Steinbrink-Grundschüler dafür eingesetzt haben, den Platz entsprechend umzubenennen. Und schon 2002 hatte die CDU-Fraktion Probleme darin gesehen, auf einem Platz einerseits zu feiern, andererseits an Nazi-Grausamkeiten zu erinnern. Damals hieß es teilweise auch, Cohen habe nicht genug geleistet, um seiner zu gedenken und er habe auch nur sechs Jahre in Wickede gelebt. Dazu schreibt Kelber in seinem Artikel, Cohen habe sich auch nichts geleistet, um ermordet zu werden. Die CDU setzte sich vor 17 Jahren mit ihrer Ablehnung durch.

Schon 2002 wollten Steinbrink-Grundschüler auf Wickeder Dorfplatz an Nazi-Gräuel erinnern

Richard Kelber © Felix Guth

Das sieht heute anders aus. Und Dirk Sanke von der Wickeder SPD bekräftigt noch einmal den (erfolgreichen) Antrag seiner Fraktion: Der Platz im Zentrum des östlichen Dortmunder Stadtteils könne sehr wohl zu gleichen Teilen ein Ort des Feierns und des Erinnerns sein. Das schließe sich keinesfalls aus.

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