Schon wieder eine Nazi-Demo in Dortmund

Samstag in der Innenstadt

Vor einer Woche strapazierten Neonazis mit einem Aufmarsch die Nerven der Anwohner des Kaiserstraßenviertels und der südlichen Innenstadt. Am Samstag kommen sie zurück: Die Rechtsextremisten ziehen vom Hauptbahnhof ins Kreuzviertel und beeinträchtigen erneut den Verkehr.

DORTMUND

von Von Peter Bandermann

, 06.09.2013, 14:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schon wieder eine Nazi-Demo in Dortmund

Erneut muss die Polizei wegen eines Nazi-Aufmarschs mehrere Hundertschaften einsetzen.

Die Polizei kann die Demonstration nicht verbieten und muss sie mit mehreren Hundertschaften begleiten. Der Großeinsatz wird am Vormittag beginnen und abends enden. Auftakt der Neonazi-Demo ist um 12 Uhr am Hauptbahnhof, Ende gegen 18 Uhr am Sonnenplatz im Kreuzviertel. Die Demonstration wurde von der Partei "Die Rechte" angemeldet. Sie macht damit offenbar Wahlkampf.

Einen Aufmarsch über Ruhrallee, Markgrafenstraße, Hohe Straße und den Innenstadt-Wall konnte die Polizei abblocken. Dennoch müssen Auto- und Bahnfahrer am Hauptbahnhof, an der Station Westentor (U-Bahn) und an der Möllerbrücke (S-Bahn, U-Bahn) mit Beeinträchtigungen rechnen. Laut Polizei führte die Route von der Bahnhofstraße über Brinkhoffstraße, Königswall, Westentor, Rheinische Straße, Möllerstraße bis zum Sonnenplatz. Mehrere Zwischenkundgebungen ziehen die Straßensperren in die Länge. Autofahrer sollten den Bereich meiden, wenn sie Wartezeiten verhindern wollen.

Die Polizei ist darum bemüht, die Straßen so kurz wie möglich zu sperren. Weil gerade samstags das Verkehrsaufkommen zwischen der Innenstadt und den Außenbezirken hoch ist, sind Wartezeiten und Umleitungen nicht vermeidbar. Wer im Kreuzviertel und im Westend wohnt, sollte seinen Personalausweis dabei haben. Das erleichtert an Sperrstellen die Kontrollen. Anwohner dürfen die Sperren in der Regel passieren.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau hat auf die angekündigte Neonazi-Demo reagiert. Die erneute Demonstration zeuge von der konzeptionellen Hilflosigkeit der Rechtsextremisten, sagte Sierau. "Die demokratische Öffentlichkeit fordere ich auf, sich von ihrem Alltagsleben - beispielsweise einem Besuch in der City - nicht abbringen zu lassen. (...) Denn: Dortmund gehört uns", erklärte der Oberbürgermeister. Er selbst wolle am Samstag Aktionen gegen Rechtsradikale besuchen. Der Protest gegen Neonazis müsse gewaltfrei ablaufen.

 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt