Schonfrist für Wambeler Feld: Umstrittene Wohnbebauung weiter in der Warteschleife

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Sie ist längst beschlossen, die Bebauung am Niedersten Feldweg in Wambel. Ein Reizthema bleibt es dennoch, weil die Anwohner wenig begeistert sind von 128 Wohnungen vor ihrer Nase.

Wambel

, 21.06.2019, 14:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon seit über einem Jahr ist die umstrittene Bebauung im Wambeler Feld mit 128 Wohnungen, davon 70 Prozent Sozialwohnungen, beschlossen, doch die Verwirklichung des Projektes ist in der Schwebe. Auf Anfrage dieser Reaktion teilte Stadtsprecher Christian Schön mit, dass das Interessenbekundungsverfahren für die am Niedersten Feldweg liegenden Grundstücke der Stadt abgeschlossen sei. Und: „Die Verhandlungen mit einem Investor, der eine Bebauung dort realisieren möchte, dauern noch an.“ Deshalb könne man zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben zum Baubeginn machen.

Die Stadt könnte also mit dem potenziellen Investor handelseinig werden, oder die Sache platzt. Was mögliche Streitpunkte in den Verhandlungen sind, bleibt ungewiss. Die Stadt möchte sich nicht in die Karten gucken lassen. „Grundstücksangelegenheiten unterliegen der Nichtöffentlichkeit“, heißt es pauschal.

Ein Investor erhält mehr Miete und mehr Fördermittel für Sozialwohnungen

Die Rahmenbedingungen für Investoren sind eigentlich sehr gut. So hat die Landesregierung mit Wirkung zum 1. Juni die Mietstufe für den geförderten Wohnungsbau in Dortmund von 3 auf 4 angehoben. „Das bedeutet, dass ein Investor eine höhere Miete für die Wohnungen, die er baut, nehmen kann und auch mehr Fördermittel erhält“, erklärt Dr. Tobias Scholz, wohnungspolitischer Sprecher des Mietervereins Dortmund und Umgebung. Gesprächspartner aus der Wohnungswirtschaft hätten ihm bestätigt, dass die Bedingungen für den Bau von Sozialwohnungen nunmehr sehr attraktiv seien.

Deutlich günstiger als freifinanzierte Wohnungen

Sicherlich hätte sich der Mieterverein gewünscht, dass dieser Schritt ohne Mieterhöhungen erfolgt wäre, doch auf jeden Fall blieben geförderte Wohnungen für die Mieter deutlich preisgünstiger als frei finanzierte. Scholz betont, dass für Bezieher von Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung im Alter die höhere Mietstufe kein Problem sei, da jede geförderte Wohnung im Rahmen der Flächenobergrenzen in Dortmund als angemessen gelte. Das Amt zahle die höhere Miete.

Eigenes Bauen der Stadt wäre eine Alternative zu einem Investor

Eigentlich sei die Stadt Dortmund jetzt gut aufgestellt, doch müsse sie sich fragen, was nach 20 oder 25 Jahren passiere, wenn die Sozialbindung der neu gebauten Wohnungen auslaufe. Langfristiges Denken sei nötig. Deshalb sei der kommunale Wohnungsbau wichtig, sagt Tobias Scholz.

Der Mieterverein begrüße die Ankündigung der Stadt, die Stadtentwicklungsgesellschaft neu aufzustellen. Verkaufe die Stadt eigene Grundstücke an Investoren, solle nicht allein der Preis den Ausschlag geben, sondern es sollten auch Aspekte wie die Güte des Konzeptes oder Umweltaspekte zum Tragen kommen.

Es wäre schön, wenn es der Stadt gelänge, 500 neue Sozialwohnungen pro Jahr zu bauen

Vor dem Hintergrund möglicher Wertsteigerungen von Grundstücken sollte die Stadt auch darüber nachdenken, Grundstücke, auf denen gebaut werde, zu behalten und nur über Erbpacht zu vergeben. Gut wäre es, so die Einschätzung des Mietervereins, wenn es der Stadt gelänge, 500 neue Sozialwohnungen pro Jahr zu bauen.

Die Fördergelder für Mietwohnungen werden von der NRW-Bank vergeben. Auf Anfrage teilt sie die allgemeinen Konditionen mit: So müsse unter anderem der Fördernehmer zugleich Eigentümer des Grundstücks und Bauherr sein. Für die geförderten Wohnungen werde ein Mietpreis für einen bestimmten Zeitraum festgelegt - aktuell seien dies 20 oder 25 Jahre. Und sie dürften nur an Personen mit Wohnberechtigungsschein vermietet werden.

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