Schrecklicher U-Bahn-Angriff: Die Täter werden nicht angeklagt

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An der Haltestelle "Clarenberg" haben zwei Jugendliche einen 14-Jährigen grausam angegriffen. Sie haben die Tat gestanden.

Dortmund

, 17.07.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der eine ist erst 12 Jahre alt, der andere 13: Nach dem schrecklichen Angriff auf einen 14-Jährigen Dortmunder an der U-Bahn-Haltestelle "Clarenberg" räumten zwei Dortmunder Jugendliche im Beisein ihrer Eltern die Tat ein.

Rückblende: Es war am vergangenen Mittwochabend (10.7.), als die beiden Tatverdächtigen zunächst einen Ball des 14-Jährigen auf die U-Bahn-Gleise der U41 warfen. Der Junge kletterte dem Ball hinterher, wurde dann von den beiden Jungen nicht mehr von den Gleisen gelassen.

Erst nach mehr als einer Minute schaffte es der Junge laut den Ermittlern, sich aus dem Gleisbett zu befreien. Anschließend kam es zu einer erneuten Auseinandersetzung zwischen den Jugendlichen, bei welcher einer der Tatverdächtigen sowohl den Ball als auch den Turnbeutel des Jungen erneut ins Gleisbett warf. Kurz drauf fuhr die U-Bahn ein.

Persönliche Beziehung führt zu Tätern

Dass sich Angreifer und Opfer bereits zuvor kannten, schätzte die Polizei schon zu Beginn der Ermittlungen als wahrscheinlich ein. Bei mindestens einem der mutmaßlichen Täter bestätigte sich dieser Verdacht. Das führte laut Polizeisprecher Peiler letztlich auch zur Ermittlung der Verdächtigen.

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Doch so entsetzlich die Tat auch ist: Eine Verurteilung nach dem Strafrecht droht den Jungen nicht. Der Grund: Mit 12 beziehungsweise 13 Jahren sind sie schlicht zu jung, um nach dem deutschen Strafrecht verurteilt zu werden. Kinder unter vierzehn Jahren gelten demnach als strafunmündig.

Weitergeführt wird das Verfahren von der Dortmunder Polizei dennoch. Laut Peiler gebe es auch außerhalb des Strafrechts Möglichkeiten, die Jungen für ihre Tat zur Rechenschaft zu ziehen. Im weiteren Verfahren werde unter anderem gemeinsam mit der Stadt Dortmund und dem Jugendamt nach möglichen Strafen für die beiden Tatverdächtigen geschaut.

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14-Jähriger wird weiter von der Polizei betreut

Das 14-jährige Opfer konnte das Krankenhaus nach ambulanter Behandlung wieder verlassen. Der Junge wird jedoch weiterhin durch die Opferschutzbeauftragten der Dortmunder Polizei betreut.

Polizeisprecher Peiler betonte, dass es enorm wichtig sei, dass Opfer einer Straftat auch im Anschluss nicht allein gelassen werden würden. Eine Möglichkeit sei, neben anderen Anlaufstellen, eben auch die weitere Betreuung durch die Polizei.

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