Schüler aus dem Süden dürfen nicht in Schwerte zur Schule

Eltern erbost

Am Stadtrand kocht die Wut: Rund 40 Dortmunder Schüler aus den südlichen Stadtteilen Holzen, Höchsten und Lichtendorf erhalten keinen Platz an Schwerter Gymnasien. Wir erklären die Hintergründe.

DORTMUND

, 25.02.2017 / Lesedauer: 2 min
Schüler aus dem Süden dürfen nicht in Schwerte zur Schule

Kinder, die wissen, was sie wollen: In Schwerte zur Schule gehen, nicht in Dortmund.

Wie ist die aktuelle Situation?

Kurz vor Ablauf der Anmeldefristen stehen etliche Familien vor einer unsicheren Situation – und sind sauer auf die Politik. „Wir sind hier Niemandsland und werden um unser Recht auf freie Schulwahl gebracht“, sagt Carola Schäfer aus Holzen, Mutter eines abgelehnten Kindes. 

Welche Vorgeschichte gibt es?

Im Sommer 2016 hatten die Kommunen Dortmund und Schwerte die Verhandlungen über eine Schulvereinbarung abgebrochen. Eine solche hätte den Schüler-Transfer verbindlich geregelt. Es scheiterte letztlich auf beiden Seiten an Detailfragen und endete in der gegenseitigen Bezichtigung fehlenden Willens.

Wie viele Anmeldungen sind abgelehnt worden?

Nach Informationen dieser Zeitung sind nun rund 40 Anmeldungen mündlich abgelehnt worden. Zur exakten Zahl äußern sich die Schwerter Gymnasien Friedrich Bährens und Ruhrtal nicht, da sie erst am Montag (27.2.) offiziell gemeldet werden. Man arbeite mit allen Schulen an einer bestmöglichen Lösung, heißt es aus dem Friedrich-Bährens-Gymnasium.

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Wie war die Stimmung bei der kurzfristig einberufenen Krisensitzung?

Bei der Krisensitzung von Eltern in Holzen war die Stimmung am Donnerstag äußert angespannt. Der anwesende SPD-Landtagsabgeordnete Guntram Schneider und Landtagskandidatin Anja Butschkau konnten die Wut kaum mildern.

Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es?

Schneider sagte zu, noch einmal den Kontakt zur Bezirksregierung Arnsberg zu suchen. Diese könnte letztlich über die Verteilung der Schüler entscheiden. Eine andere Lösungsmöglichkeit wäre, dass sich Dortmund und Schwerte kurzfristig doch noch auf eine Schulvereinbarung einigen.

Betroffene Familien wie die Schäfers müssen nach Alternativen suchen, etwa den Hörder Gymnasien. „Zwei Kinder sind schon auf dem Friedrich-Bährens-Gymnasium. Schwerte ist eher unser Bezugsort als Dortmund“, sagt Carola Schäfer. Viele Fragen sind noch offen, wenn am Montag die Verwaltung und die Schulen ihren Wochenbetrieb aufnehmen. Im laufenden Schuljahr besuchen 385 Dortmunder Schüler Schwerter Schulen, 64 Schwerter werden in Dortmund unterrichtet.

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