Schülerinnen möchten ihren Edeka-Markt retten – und sammeln Hunderte Unterschriften

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Sarah (11) hat mit Freundinnen Unterschriften am Supermarkt gesammelt. Sie möchten verhindern, dass „ihr“ Edeka im Märkerhaus schließt. Bei den Kunden stieß die Aktion auf große Unterstützung.

Südost-Stadt

, 28.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ihren schulfreien Samstag hat Sarah Langer („fast 12“) zuletzt nicht auf der Eisbahn oder beim Tanz-Training verbracht. Stattdessen hat sie gemeinsam mit ihren Freundinnen Mia (12) und Ronya (11) Unterschriften für den Erhalt „ihres“ Edeka-Marktes gesammelt.

Denn der Supermarkt an der Märkischen Straße 237 soll schließen, wahrscheinlich Ende dieses Jahres. Inhaber Bernd Wegner will sich auf seinen zweiten Markt stadteinwärts an der Märkischen Straße 82a konzentrieren.

Sarah will das nicht einfach hinnehmen. Sie hat ein Plakat gemalt und eine Unterschriftenaktion vorbereitet. „Ich gehe so gern dort einkaufen und bringe dann auch öfers etwas für die älteren Nachbarn mit“, sagt sie. Nachbarschaft sei ihr und ihrer Mutter wichtig, und da spielt der Edeka-Markt eine große Rolle – auch als Treffpunkt.

Unterschriftensammlung für den Edeka startete am Samstag

So startete am 25. Januar (Samstag) das „Mehrgenerationenprojekt“ an der Märkischen Straße. „Die Aktion der Kinder war ein riesiger Erfolg“, berichtet Mutter Tanja Langer, die gemeinsam mit Sarahs Großvater die Unterschriftenaktion begleitete.

Schülerinnen möchten ihren Edeka-Markt retten – und sammeln Hunderte Unterschriften

Sarah Langer liegt der Edeka-Supermarkt am Herzen. © Tanja Langer

Innerhalb von einer Stunde seien 300 Unterschriften zusammengekommen. Kaum ein Supermarktbesucher habe nicht unterschrieben, erzählt Tanja Langer. Manche hätten sogar extra ihre Nachbarn geschickt, damit sie auch unterzeichnen.

Ein älterer Herr kam mit seinem Rollator: „Ich wusste gar nichts von der Schließung. Edeka macht immer Werbung mit Herz und wo bleibt das Herz für uns, wenn Edeka schließt?“

Edeka-Kunden glaubten an „Verstehen Sie Spaß?“

Einige Kunden wollten es gar nicht glauben und haben angesichts der Aktion gefragt, ob sie bei „Verstehen Sie Spaß?“ seien. Die meisten finden es so wie Sarah auch wichtig, dass die Menschen Einkäufe zu Fuß erledigen können.

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Die Mädchen erhielten jede Menge positive Rückmeldung. „Danke für diese tolle Aktion. Da sieht man, dass die Jugend sich für uns alte Menschen einsetzt“, sagte eine 90-jährige Frau. Sarah freut sich auch über ein Ehepaar, das gar nicht zum Einkaufen kam. „Sie haben die Aktion im Vorbeifahren gesehen und extra angehalten, um auch zu unterschreiben.“

Die Listen wollen die Schülerinnen nun der Edeka-Zentrale schicken mit der Bitte, sich um einen Nachfolger für ihren Einkaufsmarkt zu bemühen.

Lässt die Edeka-Schließung sich noch abwenden?

Tanja Langer: „Die 300 Unterschriften sind ja nur eine Momentaufnahme. Wenn man das hochrechnet, dann zeigt sich, wie wichtig der Laden für die Menschen hier ist.“

Ob sich die Schließung abwenden lässt ist fraglich. In der Edeka-Zentrale wollte niemand Stellung nehmen. Bernd Wegner verweist auf März. Dann soll die Entscheidung fallen, wann er die Türen im Märkerhaus schließt.

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