Polizisten mit Maschinengewehren sicherten am Sonntag den Tatort der Schießerei an der Rheinischen Straße. © Oliver Schaper
Polizei-Großeinsatz

Schüsse und Schreie an Rheinischer Straße: Vorfall wurde gefilmt

Beim Polizei-Großeinsatz am Sonntag in Dortmund haben Beobachter Details gesehen, die man nicht aus Krimis kennt. Auf einem Video sind Schreie und Schüsse zu hören.

Stundenlang ist die Rheinische Straße am Sonntagabend (21.11.) wegen eines Polizei-Großeinsatzes gesperrt gewesen. Einsatzkräfte mit Maschinenpistolen waren vor Ort, die Fachleute der Kriminaltechnischen Untersuchung (KTU) haben Spuren gesichert. Mit Spezialkameras ist das gesamte Gebiet aufgenommen worden.

Nach ersten Erkenntnissen sind zwischen zwei Gruppen Schuss- und Stichwaffen eingesetzt worden. Am Morgen danach teilt die Polizei noch keine Details zu Verdächtigen oder Verletzten der Auseinandersetzung vom Nachmittag mit.

Man müsse jetzt erst noch „den ganzen kriminalistischen Wust zusammenfügen“, wie Sprecherin Kristina Purschke am Montag sagt. Eine Vielzahl an Personen ist zur Tatzeit vor Ort gewesen. Viele Aussagen und auch einige Videos müssen nun ausgewertet werden. Bis zum Montagnachmittag entscheide sich, ob Verdächtige einem Haftrichter vorgeführt oder entlassen werden.

Papiertüten an den Armen zur Spurensicherung

Mindestens zwei Personen sind auf der Rheinischen Straße am Sonntag große Papiertüten über die Arme gezogen und mit Klebeband fixiert worden. Dies ist zur Spurensicherung geschehen, um mögliche Rückstände eines Schusswaffengebrauches nachzuweisen.

Einem jungen Mann hat die Polizei am Sonntag diese
Einem jungen Mann hat die Polizei am Sonntag diese „Arm-Überzieher“ an der Rheinischen Straße angelegt. © Kevin Kindel © Kevin Kindel

„Jede Schussabgabe setzt eine Wolke mikroskopischer Partikel frei, die sich in der Umgebung niederschlägt, auch auf Schützen und Ziel“, heißt es vom Bundeskriminalamt. Die Verteilung dieser Partikel könne wichtige Hinweise zur Aufklärung geben.

Bislang spricht die Polizei noch nicht offiziell von der Rolle eines Döner-Imbisses, dessen Glasscheiben bei dem Vorfall zerstört worden sind. Allerdings gibt es einen entsprechenden Hinweis auf dem Online-Portal der Behörden, wo Zeugen Bildmaterial hochladen können. Dort ist das Ereignis benannt als „Auseinandersetzung vor Dönerbude“.

Zwei Restaurants, die in Sichtweite zueinander am Tatort an der Rheinischen Straße liegen, sind am Montag geschlossen gewesen. Auf dem Weg dazwischen waren zahlreiche deutliche Blutflecken auf dem Boden erkennbar.

Am Tag nach dem Einsatz ist der Tatort wieder freigegeben - zahlreiche Blutflecken sind auf dem Fußweg zu sehen.
Am Tag nach dem Einsatz ist der Tatort wieder freigegeben – zahlreiche Blutflecken sind auf dem Fußweg zu sehen. © Kevin Kindel © Kevin Kindel

Erst Ende September hatte es an der Rheinischen Straße einen Streit zwischen konkurrierenden Dönerbuden-Besitzern gegeben, bei dem eine Schusswaffe gezogen wurde. Zeugen zufolge habe ein Mann damals einem anderen damit auf den Kopf geschlagen.

Video zeigt fliegende Gegenstände

Ein Video, das unserer Redaktion vorliegt, zeigt die Szenerie vom Sonntag zwischen Siegfried- und Sudermannstraße. Aus einiger Entfernung gefilmt sieht man, dass zwei Gruppen Gegenstände aufeinander werfen.

Schreie, splitterndes Glas und drei Schüsse sind zu hören. Die Personen sind nur schemenhaft zu erkennen. Als die Polizei vor Ort war, lagen einige kaputte Gläser und Flaschen sowie offenbar geworfene Steine am Tatort verstreut.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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Kevin Kindel

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