Schuldneratlas 2020: Dortmund als Positivbeispiel im Ruhrgebiet

Schulden

Das Ruhrgebiet ist im Schuldneratlas Jahr für Jahr tiefrot gefärbt. Die Überschuldungsquoten steigen und steigen. Die einzige Ausnahme: Dortmund. Grund zur Freude besteht trotzdem nicht.

Dortmund

, 12.11.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Als einzige Stadt im Ruhrgebiet, die ihre Überschuldungsquote senken konnte, gibt der Schuldneratlas 2020 Dortmund an. Um immerhin 0,29 Prozentpunkte niedriger fällt der Wert im Vergleich zu 2019 aus. Das klingt positiv. Der Blick auf die Gesamtquote offenbart ein anderes Bild.

Mit einer Überschuldungsquote von 14,04 landet Dortmund im Ranking der 401 aufgeführten kreisfeien Städte und Kreise auf Platz 370. Und auch der Langzeitvergleich fällt negativ aus: 2004 lag die Quote noch bei 12,75 Prozent.

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6,85 Millionen Menschen in Deutschland sind nach den Berechnungen des Schuldneratlas, den die Firma Creditreform herausgibt, überschuldet. Legt man die Überschuldungsquote zu Grunde, sind gut 70.000 von ihnen Dortmunder.

Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen sich noch nicht

Deutschlandweit liegt die Quote bei 9,87 Prozent - damit ist sie, genau wie in Dortmund, im Vergleich zum Vorjahr (10,00 Prozent) gesunken. Den vermeintlichen Positivtrend relativieren die Herausgeber der Studie aber direkt: Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise würden sich erst zeitversetzt in den Zahlen abbilden.

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„Die langfristigen Perspektiven für die Überschuldungsentwicklung sind besorgniserregend, da die Corona-Pandemie auch eine weitere Polarisierung von Einkommen und Vermögen bewirkt“, sagt Ludwig Hantzsch, Leiter der Wirtschaftsforschung bei Creditreform.

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