Schulfrei wegen Sturm: Dortmunder Eltern kritisieren die Kommunikation

rnOrkantief „Sabine“

In den Dortmunder Schulen fiel am Montag sturmbedingt der reguläre Unterricht aus. Eltern konnten ihre Kinder aber dennoch in die Schulen schicken. Das war gut gemeint – aber auch verwirrend.

Dortmund

, 10.02.2020, 17:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Sonntag teilte die Stadt mit, dass wegen des Sturmtiefs „Sabine“ am Montag kein regulärer Unterricht in städtischen Schulen stattfinden würde. Geschlossen waren die Schulen am Montag aber nicht.

Grundlage für die Mitteilung war ein Erlass des NRW-Schulministeriums von Freitag. Der besagt, dass Eltern in eigener Verantwortung entscheiden, ob der Schulweg sicher und zumutbar ist. Die Absage des regulären Unterrichts hat die Stadt als Schulträger in Absprache mit den Schulleitern beschlossen. Die Information, dass eine Betreuung in den Schulen gewährleistet sei, fand sich ebenfalls in der Mitteilung der Stadt.

Elternvorsitzende kritisiert inkonsequente Entscheidung

Die Vorsitzende der Dortmunder Stadteltern, Anke Staar, kritisiert, dass Eltern selbst entscheiden mussten, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken. Das habe zu Verwirrung geführt. Besser wäre es für sie gewesen, wenn frühzeitig kommuniziert worden wäre, dass alle Schulen geschlossen bleiben.

Schulfrei wegen Sturm: Dortmunder Eltern kritisieren die Kommunikation

Anke Staar, Vorsitzende der Stadteltern, kritisiert die teils verwirrende Kommunikation im Umfeld des Orkantiefs "Sabine". © Sarah Rauch

Allerdings zeigt sich Staar auch verständig. Stürme dieser Größenordnung seien ja schwer im Voraus einzuschätzen.

Auch um die zum Dienst verpflichteten Lehrer sorgt sich die Elternvertreterin: „Wenn wir Schulen schließen und der Weg zu gefährlich ist, dann sind der Weg und das Gelände für alle zu gefährlich: Lehrer, Schüler, Betreuer und Co.“

Kinder sollten nicht im Sturm stehen müssen

In Dortmund habe man sich nicht für eine vollständige Schließung der Schulen entschieden, damit keine Kinder vor verschlossener Tür stehen müssen. Das erklärt Manfred Hagedorn vom Fachbereich Schule der Stadt. Er ist auch Teil des Krisenstabs zum Sturm.

Selbst wenn, wie zum Beispiel in der Hauptschule am Hafen, nur ein Kind zur Schule komme, müsse dieses betreut werden. Zudem sei nicht klar gewesen, ob die Information über den Unterrichtsausfall am Wochenende auch alle Eltern erreiche.

Bessere Vernetzung der Eltern gefordert

Das scheint auch Anke Staar so zu sehen. „Wie gut Vernetzung funktionieren kann, zeigen uns unsere Kinder. Die hatten untereinander eher die Information, dass der Unterricht ausfällt, als die Information über die Schulen an die Eltern kam.“

Leider sei eine Empfehlung des NRW-Schulministeriums von 2017 zur direkten Erreichbarkeit der Eltern noch nicht in allen Schulen umgesetzt.

Schulleiter und Eltern entscheiden über kommende Tage

Ob am Dienstag der reguläre Unterricht stattfindet, ist laut der Stadt erneut die Entscheidung der Schulleiter. Und auch die Eltern entscheiden wieder selbst, ob der Schulweg für ihre Kinder zum Beispiel wegen möglicher Sturmschäden zu unsicher ist.

Die amtliche Warnung vor Sturmböen durch den Deutschen Wetterdienst gilt indes noch bis Dienstagabend.

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