Maskenpflicht und Hygieneregeln: So läuft der erste Schultag in Dortmund

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Corona hatte zuletzt den Schulalltag durcheinandergewirbelt. Nun soll wieder mehr Normalität einkehren. Doch wie klappt Tag 1 nach den Sommerferien mit Hygieneregeln und Maske?

von schie/ fegu/ hen/ schnei/ jöb/ dewe

Dortmund

, 12.08.2020, 07:15 Uhr / Lesedauer: 5 min

Es waren nur wenige Tage vor den Sommerferien, an denen Schüler wieder Schüler trafen, davor waren viele zuhause geblieben. Mit dem Start des neuen Schuljahres am Mittwoch soll dies anders sein. Ein weitgehend normaler Schulalltag soll wieder einkehren. Schüler sollen wieder im Klassenverband unterricht haben, Lehrer sollen wieder ganz normal unterrichten. An den weiterführenden Schulen allerdings gilt Maskenpflicht, dazu gibt es Abstands- und Hygieneregeln.

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Bereits die Anreise zu den Schulen ist eine Herausforderung - besonders für Schüler, die mit Bus und Bahn zur Schule fahren. Treffen sich Schüler vor den Schulgebäuden? Was ist mit den Pausen? Was passiert, wenn es heute wieder heiß wird? Kommen eigentlich alle Lehrer, auch wenn darunter Risikopatienten sind? Der erste Schultag wird zeigen, wie der neue Schulalltag in Zeiten von Corona klappt.

Aktualisierung 15.40 Uhr:

Die Theodor-Heuss-Realschule in Eving wird am Donnerstag (13.8.) die vier neuen 5er-Klassen ab 8.30 Uhr aus Corona-Gründen im Halb-Stunden-Rhythmus einzeln begrüßen.

Am Leibniz-Gymnasium waren am Mittwoch die neuen Fünftklässler ebenfalls in einzelne Gruppen aufgeteilt in der Turnhalle begrüßt worden.

Aktualisierung 14.45 Uhr:

Dr. Dennis Draxler, Direktor des Leibniz-Gymnasiums blickt am frühen Mittwochnachmittag, mit Erleichterung auf die ersten Stunden des neuen Schuljahres. „Man hatte das Gefühl das die Schüler trotz aller Umstände froh sind , sich zu sehen.“ Die meisten seien seit dem 13. März nicht mit in der ganzen Gruppe zusammengewesen. „Da gab es natürlich ein großes Mitteilungsbedürfnis“, sagt Draxler.

„Diese Temperaturen in Kombination mit den Masken sind eine Herausforderung.“ Der Schlulleiter lobt den selbstverständlichen Umgang der Schüler mit dem Mund-Nasen-Schutz. „Nur in einzelnen Fällen muss man noch einmal daran erinnern, dass die Nase auch unter die Maske gehört“, sagt Dr. Dennis Draxler. Das ist beileibe nicht nur ein Problem von Jugendlichen.

Dass sich Schüler auch außerhalb des Unterrichts immer an alle Regeln halten könne man „nie hundertprozentig“ garantieren. „Aber alle haben heute einen disziplinierten Eindruck gemacht.“

Aktualisierung 13.13 Uhr:

Das Gymnasium an der Schweizer Alle in Aplerbeck hat am Mittag Bilanz gezogen: Der Schulstart mit den Masken sei sehr gut abgelaufen. „Alle Schülerinnen und Schüler waren vorbereitet und die Lehrerinnen und Lehrer auch. Ansonsten hätten wir aber auch noch Reserve Masken gehabt. Wir denken, dass wir, weil wir ja schon vor den Ferien Maskenpflicht hatten, hier sehr gut aufgestellt sind und quasi als Vorreiter in diesem Bereich gesehen werden können.“

An der Emscherschule in Aplerbeck wurde geschwitzt. Dennoch seien alle froh gewesen, wieder da und in ihrer Klassengemeinschaft zu sein. Die Temperaturen allerdings seien mit Masken sehr anstrengend gewesen, hieß es vonseiten der Schule. so hätten die Schüler bewusst weniger gesprochen, alle mussten extrem leise sein. Das Hauptmanko sei die fehlende Mimik - und zwar beiderseitig.

Was die Schüler beeindruckte, war, dass die Lehrer selbst auch Maske tragen. „Sie müssen das doch nicht, warum machen Sie das denn?“ - „Aus Solidarität mit euch.“

Aktualisierung 12.48 Uhr:

Am Mittwochmorgen standen vor der Katholischen Hauptschule Husen Schüler dichtgedrängt und ohne Maske beieinander, wie unser Reporter vor Ort berichtet. Der Schule war kein Vergehen gegen Abstands- und Hygieneregeln bekannt - jedenfalls nicht auf dem Schulgelände selbst.

„Wir achten sehr darauf, was bei uns passiert. Wer in der Schule gegen die Maskenpflicht verstößt, wird sofort nach Hause geschickt“, teilte die Schule mit. „Was aber außerhalb davon geschieht, darauf haben wir keinen Einfluss.“

Aktualisierung 12.17 Uhr:

Die Schulleiterin Andrea Schendekehl des Konrad-Klepping-Berufskollegs zieht eine erste positive Bilanz zum heutigen Schulstart. „Die Kollegen und Schüler haben das klasse gemacht und halten sich an die Regeln“, sagt sie. Vereinzelt müssen die Schülerinnen und Schüler der Berufsschule an die Maskenpflicht auf dem Schulgelände erinnert werden. Trotz dessen ist die Schulleiterin bisher sehr zufrieden mit dem Schulstart.

Aktualisierung 11.51 Uhr:

Neben vielen anderen Kindern hatte Paula (10) aus Wellinghofen ihren ersten Schultag am Mallinckrodt-Gymnasium. Unsere Reporterin war dabei. Die Begrüßung dort fand nicht in einer großen Aula für alle Kinder statt, sondern erfolgte klassenweise.

Die Kinder hatten Masken, vereinzelt gab es Eltern, die keinen Mund-/Nasenschutz trugen. Für Paula war der erste Tag an der Schule sehr aufregend: „Ich hatte Angst, dass mich die anderen Kinder nicht mögen.“

Paula (10) geht nun auf Mallinckrodt-Gymnasium. Der erste Tag war sehr aufregend für sie. In der Schule trägt sie, wie die anderen Kinder auch, Maske.

Paula (10) geht nun auf das Mallinckrodt-Gymnasium. Der erste Tag war sehr aufregend für sie. In der Schule trägt sie, wie die anderen Kinder auch, Maske. © privat

Sie kenne ja kaum jemanden aus ihrer neuen Klasse. Doch die Sorge blieb unbegründet. Ein Mädchen, das neben ihr saß, kannte auch niemanden aus der neuen 5a. Und das Mädchen war richtig nett. „Sie heißt Greta, wie meine Schwester.“

Nach dem offiziellem Willkommens-Gruß, der rund 40 Minuten gedauert hat, haben die Fünftklässler ihre Bücher und Stundenpläne bekommen.

Was steht für Paula morgen auf dem Stundenplan? Nach einer Besprechung mit der Klasse, die zwei Schulstunden dauern soll, hat sie Erdkunde und Englisch. Schulschluss ist um 13.15 Uhr.

Aktualisierung 11.37 Uhr:

Die Albert-Einstein-Realschule in Scharnhorst sieht sich gut vorbereitet. „Das Krisenteam und der Lehrerrat haben die Vorgaben gut umgesetzt“, heißt es von der Schulleitung. „Und die Schüler kennen das Prozedere von vor den Sommerferien und ziehen vorbildlich mit.“

Eine besondere Herausforderung seien aber die Masken, die auch bei diesem warmen Wetter getragen werden müssten. Insgesamt werde der Unterricht aber im Regelbetrieb durchgeführt.

Besser hätte vorbereitet hätte man aber bei der Ausstattung mit mobilen Geräten werden können. Diese seien noch nicht vorhanden, sodass der Umgang mit den Geräten nicht geübt werden könne, um den Unterricht notfalls digital stattfinden lassen zu können. Die Schulleitung sprach von einer „verpassten Chance“.

Aktualisierung 10.50 Uhr:

Vor der Kreuz-Grundschule stehen viele Eltern und Angehörige vor dem Zaun und verabschieden ihre Kinder in den ersten Schultag. Die Distanz passt nicht zu diesem besonderen Tag. Aber die meisten haben sich offenbar damit abgefunden.

An der Kreuz-Grundschule ist der Unterricht nach den Sommerferien wieder gestartet.

An der Kreuz-Grundschule ist der Unterricht nach den Sommerferien wieder gestartet. © Felix Guth

Die Mutter einer Grundschülerin sagt: „Sorgen mache ich mir nicht, wir kennen vieles schon aus der Zeit vor den Ferien“. Etwas Skepsis klingt bei ihr dennoch durch: „Mal sehen wie lange es klappt.“

„An die Masken hat man sich ja schon ein bisschen gewöhnt“, sagt die Mutter eines Kindes aus der benachbarten Johannes-Wulff-Schule.

Aktualisierung 10.20 Uhr:

Ein erster Blick ins Innere des Leibniz-Gymnasiums: An den Eingängen hängen Desinfektionsmittelspender, auf den Boden sind Pfeile geklebt, denen die Schüler folgen müssen. In einem Klassenraum ist es so voll und so laut wie immer. Aber alle, die sich dort aufhalten tragen Masken.

Auf dem Innenhof stehen und sitzen Oberstufenschüler. Auch sie schwitzen unter dem Mund-Nasen-Schutz, zeigen am ersten Tag aber alle Disziplin.

Vieles spielt sich vor dem Schulgebäude ab. Dort erklären Lehrer geduldig die neuen Regeln. Zum Beispiel diese: Teilt euch keine Stifte. Die Klassen gehen in einer festen Aufstellung in die Räume und halten diese dort ein. Es gibt feste Sitzpläne für alle Räume.

Aktualisierung 8.41 Uhr:

Am Schulkomplex an der Kreuzstraße in der Innenstadt treffen gleich mehrere Schulformen aufeinander. Hier sind das Leibniz-Gymnasium, die Wilhelm-Röntgen-Realschule, die Johannes-Wulff-Schule und die Kreuz-Grundschule angesiedelt.

Unser Reporter berichtet von einem weitgehend normalen Betrieb. Zu erkennen ist, dass es mehr Planung gibt, bevor der Schulalltag wirklich beginnen kann. So haben sich mehrere Klassen der Wilhelm-Röntgen-Realschule vor dem Schulgebäude versammelt, um draußen an der frischen Luft ohne Masken den Ablauf besprechen zu können. So lasse sich entspannter klären, welche Regeln im Schulgebäude gelten, etwa wie zu sitzen sei, meint ein Lehrer. Hinzu komme, dass es in der Schule derzeit sehr warm sei.

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Äußerlich wirkt der erste Tag am Schulkomplex Kreuzstraße wie zu Zeiten vor der Pandemie: Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, Schüler kommen einzeln schwatzend zur Schule.

Aktualisierung 8.03 Uhr:

Schulbeginn am Leopold-Hoesch-Berufskolleg: Vor der Schule gibt es keine Versammlung von Schülern. Die Schüler kommen einzeln, gehen direkt ins Gebäude. Vor der Schule steht ein Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma. Er sei eigentlich für die Parkplätze zuständig, Maskenpflicht und Hygieneregeln seien nicht sein Thema. Er würde aber auch auf die Maskenpflicht hinweisen, wenn Schüler ohne Maske kämen. Doch eigentlich wüssten nun alle, dass sie eine Maske tragen müssen, vor der Schule gibt es keine Versammlung von Schülern.

Aktualisierung 7.52 Uhr:

Die Maskenpflicht gilt für weiterführende Schulen. Besonders viele Schüler kommen an den Berufskollegs zusammen. Unsere Reporterin schaut, wie es am Konrad-Klepping-Berufskolleg mit dem Abstand klappt und kommt vor Schulbeginn mit Schülern ins Gespräch.

Mit Klebeband sind große Kästen vor der Schule angezeichnet worden. Sie sollen den Abstand geährleisten.

Mit Klebeband sind große Kästen vor der Schule angezeichnet worden. Sie sollen den Abstand geährleisten. © Anne Schiebener

Der Unterricht am Konrad-Klepping-Berufskolleg soll um 8 Uhr beginnen. Der Vorplatz füllt sich am Vormittag nur langsam. Die Schüler tragen Masken. Vor der Schule sind mit Klebeband eigens Kästchen auf den Boden angezeichnet worden. Je ein Schüler pro Kästchen soll darin warten, der entsprechende Abstand auf diese Weise gewährleistet sein. Das klappt mäßig: auf einer Bank sitzen vier Schüler dicht aufeinander. Daneben ein Mülleimer: „Bitte 2m Abstand halten“

„Vor den Ferien lief es besser, weil es kleine Gruppen gab – ohne Maske. Jetzt gibt es zwar Maske, aber die Gruppen sind nun größer“, eine Schülerin.

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Unklarheit herrschte bei den Schülern darüber, was eigentlich geschehe, wenn sie keine Masken trügen. „Wir werden wohl des Unterrichts verwiesen“, meinte eine Schülerin, doch genau wussten es alle nicht.

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