Schulstart mit Maske: Sorgen ums Sicherheits-Gefühl

rnSchulstart in Dortmund

Es ist der erste Schultag nach den Sommerferien an Dortmunder Berufskollegs. Das bedeutet ebenfalls der erste Schultag mit Maskenpflicht. Die Schulleitungen ziehen eine erste Bilanz.

Dortmund

, 12.08.2020, 13:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Konrad-Klepping-Berufskolleg in Dortmund füllt sich um 7:35 Uhr langsam der Platz vor dem Haupteingang. Auf den drei Bänken sitzen jeweils drei Schüler, eine Maske trägt hier niemand. Direkt daneben ein Mülleimer mit dem Hinweisschild: „Bitte zwei Meter Abstand halten.“ Markierungen mit Klebeband auf dem Boden zeigen, wie viel Abstand eigentlich gehalten werden sollte. Pro Kästchen ein Schüler - so die Theorie. Die Praxis sieht anders aus.

Um 8:15 Uhr weisen Lehrer die Schüler vermehrt darauf hin: Sobald das Schulgelände betreten wird, herrscht Maskenpflicht. Dazu gehören auch die Sitzbänke vor dem Haupteingang. Mittlerweile sitzen darauf nur noch vereinzelt Schüler. Jetzt tragen sie einen Mund- und Nasenschutz.

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Entzerrter Schulstart am Konrad-Klepping-Berufskolleg

Normalerweise strömen um 8 Uhr morgens über 1000 Schülerinnen und Schüler auf einmal in das Schulgebäude des Konrad-Klepping-Berufskollegs. Am ersten Tag nach den Schulferien wird darauf geachtet, dass der Schulbeginn entzerrt wird. Gestaffelte Unterrichtsbeginne und Pausenzeiten für die 130 Schulklassen sollen ein zu nahes Aufeinandertreffen der Schüler vermeiden.

Die Schülerinnen und Schüler sind wenig begeistert von der neuen Maskenpflicht. „Scheiße, aber ist halt so“, sagt eine Schülerin vor dem Eingang des Berufskollegs. Sie startet heute in das zweite Lehrjahr, wünscht sich aber die Regelung von vor den Sommerferien zurück. „Da hatten wir Unterricht in kleineren Gruppen, dafür aber ohne Maske.“

Schüler über Wichtigkeit der Maskenpflicht unterrichten

Andrea Schendekehl, Schulleiterin des Konrad-Klepping-Berufskollegs, hätte sich ebenfalls gewünscht, dass der Unterricht wie vor den Ferien weitergegangen wäre. „Vor den Ferien haben sich Lehrer und Schüler sehr sicher gefühlt“, sagt Schendekehl. „Das kann jetzt nicht mehr gewährleistet werden.“

Vor den Ferien konnte durch weniger Schüler in einem Klassenraum der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern gewährleistet werden. Das ist nach den Ferien nicht mehr möglich, da die Klassen zurück in ihrer Ursprungsgröße anwesend sind.

Schulleiterin Andrea Schendekehl auf dem Pausenhof des Konrad-Keppling-Berufskolleg. Verschiedene Markierungen auf dem Asphalt weisen den Schulklassen während der Pause einen bestimmten Bereich zu.

Schulleiterin Andrea Schendekehl auf dem Pausenhof des Konrad-Keppling-Berufskolleg. Verschiedene Markierungen auf dem Asphalt weisen den Schulklassen während der Pause einen bestimmten Bereich zu. © Anne Schiebener

Vor der Schule herrscht Unklarheit darüber, was eigentlich passiert, wenn keine Maske getragen wird. „Dann werden wir wohl des Unterrichts verwiesen“, sagt eine Schülerin. Wer keine Maske trägt oder gegen die Abstandgebote handelt, wird erst einmal zu einem Gespräch mit der Schulleitung gebeten.

„Am ersten Tag sind wird noch entspannt“, sagt Schendekehl. Die Schüler müssen erst einmal ein Verständnis für die Maskenpflicht entwickeln und dass sie mit einer Verweigerung „die Gesundheit anderer bedrohen“, sagt Schendekehl.

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Zufriedene Stimmen am Mittag zum Schulstart in Berufskollegs

Am Mittwochmittag ist Andrea Schendekehl zufrieden mit dem Schulstart: „Die Kollegen und vor allem die Schüler haben das klasse gemacht und halten sich an die Regeln.“ Ab und zu müsse sie Schüler ansprechen und auf die Maskenpflicht hinweisen, im großen Ganzen zieht die Schulleiterin jedoch eine positive Bilanz. Auch in den Pausen halten sich die Schüler an die Abstände und bleiben in den markierten Bereichen.

Flatterband und Hinweisschilder zeigen den Schülerinnen und Schülern des Konrad-Keppling-Berufskolleg am ersten Schultag nach den Ferien genau, in welche Richtung sie gehen dürfen.

Flatterband und Hinweisschilder zeigen den Schülerinnen und Schülern des Konrad-Keppling-Berufskolleg am ersten Schultag nach den Ferien genau, in welche Richtung sie gehen dürfen. © Anne Schiebener

Auch Markus Vorspohl, Schulleitung des Fritz-Henßler-Berufskollegs ist glücklich mit dem Schulstart: „Super, es läuft wie geplant.“ Die Schüler des Berufskollegs halten sich seinen Aussagen nach an die vorherrschenden Hygienebestimmungen und Abstandsregeln. Diese wurden im Vorhinein ausführlich kommuniziert.

Am Montag sind die Einschulungsveranstaltungen vorbei - und alle Schüler kommen zurück an das Berufskolleg. Da werde sich zeigen, wie es sich mit der gesamten Masse an Schülern im Schulgebäude und auf dem Pausenhof verhält.

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