Schulweg oder Trampelpfad? Diskussion um Beleuchtung geht weiter

rnKita- und Schulweg

Ein kleiner Weg spaltet die Gemüter: Einige Anwohner wünschen sich eine Beleuchtung, andere wehren sich dagegen. Und das hat seine Gründe.

Jungferntal-Rahm

, 06.04.2020, 14:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Verbindungsweg am Rahmer Wald zwischen der Boschstraße und der Straße „Zum Kniepacker“ sorgte bereits vor circa zehn Jahren für Diskussionen. Damals gab es einen Antrag der Bezirksvertretung Huckarde, eine mögliche Beleuchtung des Weges zu prüfen.

Doch die Stadtverwaltung lehnte es ab, Laternen entlang des kleinen Weges aufzustellen. Der Grund: Der Weg ist nicht gewidmet und somit nicht „offiziell“. Für eine Widmung wäre ein Ausbau nötig, der (Stand 2011) 45.000 Euro gekostet hätte. Hinzu kämen 17.000 Euro für drei Laternen. Zudem werde der Bereich, in dem der Weg liegt, für eine mögliche Stadtbahn-Verbindung nach Kirchlinde freigehalten.

Julian Mika als Anwohner-Sprecher der Neubausiedlung „Am Rahmer Wald“, brachte das Thema Anfang März dieses Jahres dennoch erneut auf den Plan.

Sorge um Mofa-Verkehr und Bewirtschaftung des Weges

„Alle Nachbarn, vor allem die mit Kindern, wünschen sich eine Beleuchtung für den Weg“, erklärt Julian Mika. Denn der Weg werde nicht nur von Spaziergängern als Abkürzung genutzt, sondern vor allem als Weg zur Jungferntal-Grundschule und zum Astrid-Lindgren-Kindergarten. Die Eltern sorgen sich jedoch, wenn ihre Kinder früh morgens oder in der dunklen Jahreszeit den Weg benutzen.

„Das ist kein Kita- oder Schulweg“, sagt hingegen Annegret Meyer, eine Anwohnerin der Straße „Zum Kniepacker“. Es handele sich lediglich um einen „gewachsenen Trampelpfad“.

Annegret Meyer war vor zehn Jahren, als die Diskussionen um den Verbindungsweg losgingen, Vorsitzende des Siedlervereins „Kniepacker“. Damals seien Unterschriften gesammelt worden, um eine Beleuchtung des Weges zu verhindern – und fast alle Anwohner haben unterschrieben.

„Es gibt mehrere Dinge, die gegen eine Beleuchtung sprechen“, sagt Annegret Meyer. Zum einen sorgen sich die Anwohner um vermehrten Mofa-Verkehr und einen weiteren Eingriff in die Natur, zum anderen darum, wer den Weg bewirtschaften soll.

Alternativer Weg ist nicht viel länger

„Wer weiß denn, ob die Anwohner nicht zum Winterdienst herangezogen werden?“, fragt Annegret Meyer. Zudem gebe es mehrere Trampelpfade, der Verbindungsweg sei lediglich der einzig befestigte.

„Und dann kommt vielleicht irgendwann jemand und möchte einen der anderen Wege beleuchtet haben, das geht doch nicht.“ Annegret Meyer ist den Weg sowie alternative Routen über die Jungferntalstraße oder die Rahmer Straße vor zehn Jahren mit Stoppuhr abgegangen.

„Der Unterschied betrug fünf Minuten, das ist kein großer Umweg“, sagt sie. „Und es ist niemand gezwungen, den dunklen Weg zu gehen. Wir haben unseren Kindern früher gesagt: Wenn es dunkel wird, geht nicht über den Kniep, sondern außen herum.“ So sei nie etwas passiert.

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