Schummelei in der Schönheitsklinik?

Chef vor Gericht

Das Geschäft mit der Schönheit könnte einem Dortmunder Unternehmer die Freiheit kosten. Der Betreiber mehrerer Schönheitskliniken steht seit Dienstag in Bochum vor Gericht. Es geht um Steuerhinterziehung und Betrug.

DORTMUND

07.02.2017, 12:41 Uhr / Lesedauer: 1 min

In der Anklage ist von drei Gesellschaften die Rede, die erst in die Überschuldung und dann in die Insolvenz geschlittert sind. Doch das war wohl keine Ausnahme. Der 62-Jährige ist angeblich schon seit den 1990er-Jahren auf dem Gebiet der ästhetischen Medizin unterwegs. Der finanzielle Erfolg, so die Staatsanwaltschaft, sei ihm jedoch in der Regel versagt geblieben. Trotzdem habe er immer weiter neue Gesellschaften eröffnet und Ärzte beschäftigt. Auch eine Verurteilung im Jahr 2012 soll ihn nicht gestoppt haben. 

Laut Anklage wurden Steuern hinterzogen, Sozialversicherungsbeiträge nicht abgeführt, Luftrechnungen zu Geld gemacht. Ob das alles so stimmt, ist noch nicht klar. Der 62-Jährige und seine mitangeklagte Partnerin haben sich zum Prozessauftakt noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Knapp 60.000 Euro

Die Richter haben trotzdem schon klargestellt: Während seine 49-jährige Partnerin im Falle eines Geständnisses noch mit einer Bewährungsstrafe rechnen kann, muss der 62-Jährige wohl ins Gefängnis. Es sei denn, er schafft es, den angeklagten Umsatzsteuerschaden von knapp 60.000 Euro doch zu begleichen.

Richter Markus van den Hövel: "Das Minimum ist die Kompensation des Steuerschadens. Sonst kommt keine Bewährung in Frage. Jetzt wissen Sie, wo sie bei uns dran sind. Wir reden hier Klartext." Der Prozess wird fortgesetzt. 

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