Schuss mit Kalaschnikow am Ostentor: Angeklagter erzählt kuriose Geschichte

rnProzess am Landgericht

Im Juni 2019 wurde ein Mann vor einem Kiosk am Ostentor durch einen Schuss mit einer Kalaschnikow schwer verletzt. Der mutmaßliche Schütze will aber nicht absichtlich gehandelt haben.

Dortmund

, 13.12.2019, 14:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Prozess gegen den Kalaschnikow-Schützen vom Ostentor ist am Donnerstag (12.12.) im Dortmunder Landgericht gestartet. Lange und ausführlich unterhielt sich der 34-jährige Angeklagte zu Prozessbeginn mit den Richtern. „Ich möchte erzählen, was passiert ist“, sagte er, lehnte sich zurück und fing an zu reden.

Demnach habe er sich die Kalaschnikow zu Beginn des Jahres zugelegt, weil er Angst vor einem „sehr gefährlichen und gewalttätigen Mann“ hatte. Dieser habe ihn erpresst und 5000 Euro von ihm gefordert. „Ich war daraufhin immer vorsichtig, wenn ich auf die Straße gegangen bin“, so der 34-Jährige.

Bekannter bringt Sturmgewehr vorbei

Irgendwann habe er dann in seinem Freundes- und Bekanntenkreis herumgefragt, ob ihm nicht jemand eine Waffe besorgen könne. Als einer der Angesprochenen gefragt habe, ob er auch eine Kalaschnikow nehmen würde, „habe ich einfach zugesagt, weil ich das eh nicht ernst genommen habe.“

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Tatsächlich habe ihm sein Bekannter wenig später aber ein Sturmgewehr gebracht. „Das sah aus wie ein Haufen Schrott. Ich habe es zu Hause hingelegt und wollte eigentlich nichts mit dem Ding zu tun haben“, behauptete der Angeklagte im Prozess.

An jenem 12. Juni 2019 ging er schließlich morgens aus dem Haus. Und, warum auch immer, dabei nahm er die Waffe mit. „Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, das Ding loswerden zu wollen“, sagte der 34-Jährige. „Ich wollte es zu meinem Vater bringen, doch auf dem Weg dahin habe ich mir erst einmal ein paar Flachmänner gekauft.“

Der Schuss habe sich plötzlich unabsichtlich gelöst

Schon ziemlich betrunken sei er dann an dem Kiosk am Ostentor aufgetaucht. Da habe das spätere Opfer gesessen und auch getrunken. „Ich kannte den Mann, hatte nie Streit mit ihm“, sagte der Angeklagte den Richtern. Und: „Ich weiß auch nicht, warum, aber ich habe die Kalaschnikow rausgeholt und sie ihm gezeigt.“ Dabei habe sich dann völlig überraschend und unabsichtlich der Schuss gelöst. „Da habe ich mich natürlich total erschreckt und bin weggerannt.“ Das 32-jährige Opfer wurde schwer verletzt.

Suche nach der Wohnung des Vaters

Auf der Flucht vom Tatort tauchte der Angeklagte damals erst bei einem Freund unter, ehe er sich von dort aus auf den Weg zu seinem Vater machte. Und auch dort sei ihm etwas sehr Kurioses passiert, berichtete der 34-Jährige weiter. Sein Vater habe nämlich gerade eine neue Wohnung bezogen gehabt und ihm bis dahin nur gesagt, dass sich diese gegenüber einer Bahnhaltestelle befinde und dass ein Gerüst vor dem Haus stehe.

„Als ich das Baustellenhaus gesehen habe, bin ich auf das Gerüst geklettert, um zu gucken, in welcher Wohnung ich meinen Vater sehe“, so der Angeklagte. Was er angeblich nicht wusste: Die richtige Wohnung befand sich drei Häuser weiter die Straße runter. Irgendwann sei dann die Polizei gekommen und er sei vom Gerüst gesprungen. Die Folgen: ein gebrochenes Sprunggelenk und die Festnahme.

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