Schweinepfoten zeigen Jugendfeuerwehrleuten verheerende Folgen von Böllern

Silvester-Feuerwerk

Silvester-Feuerwerk ist immer wieder auch ein Thema für die Feuerwehr. Oberärztin Claudia Hollborn und Pyrotechniker Danny Seck gaben Nachwuchs-Feuerwehrleuten Anschauungsunterricht.

Dortmund

, 31.12.2018, 05:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Saskia Hankel, Assistenzärztin der Kinderklinik des Klinikums Dortmund, und Karsten Möller von der Jugendfeuerwehr Dortmund zeigen die Schweinepfote nach der Explosion eines illegalen Böllers.

Saskia Hankel, Assistenzärztin der Kinderklinik des Klinikums Dortmund, und Karsten Möller von der Jugendfeuerwehr Dortmund zeigen die Schweinepfote nach der Explosion eines illegalen Böllers. © Dietmar Bock

Der Umgang mit Feuerwerk will gelernt sein. Das wissen spätestens seit letztem Freitag 90 Jugendliche aus den 18 Jugendgruppen der Jugendfeuerwehr. Sie nahmen an einer Informationsveranstaltung zum Thema Silvesterfeuerwerk teil. „Zum ersten Mal richten wir diesen Aktionstag aus“, sagte Ralf Schröer, stellvertretender Stadtjugendfeuerwehrwart. „Wir wollen so vor den Gefahren warnen sowie den richtigen Umgang mit Feuerwerkskörpern zeigen.“

Auf dem Programm stehen für die 10- bis 18-Jährigen „Brandverletzungen“, „Erste Hilfe“, „Aufbau und Funktion von Feuerwerksraketen“ und die Live-Demonstration von Böllern und Raketen vor dem Feuerwehr-Ausbildungszentrum in der Nordstadt. Vor allem die verheerenden Auswirkungen illegaler Böller hinterlassen bei den Jugendlichen großen Eindruck.

Illegaler Böller führt zu schweren Schäden an Schweinpfote

Denn das, was bei der Benutzung sogenannter „Polenböller“ passieren kann, zeigt Pyrotechniker Danny Seck, der Fortbildungen für Feuerwehr und Polizei durchführt, auf dem Übungsplatz sehr anschaulich. Anhand zweier Schweinepfoten.

Wie Handverbände bei Brandverletzungen richtig angelegt wurden, konnten die jungen Feuerwehrleute gleich praktisch üben.

Wie Handverbände bei Brandverletzungen richtig angelegt wurden, konnten die jungen Feuerwehrleute gleich praktisch üben. © Dietmar Bock

Die eine wird mit einem in Deutschland zugelassenen, die andere mit einem illegalen Böller verbunden. Im Gegensatz zu den Brandwunden in der Haut beim legalen Feuerwerkskörper reißt der illegale Böller die Haut am Schweinelauf weit auf, trennt sogar Gliedmaßen ab. Ein lang gezogenes „Oooh!“ und „Das ist aber heftig“, sind erste Reaktionen des Feuerwehr-Nachwuchses.

Sicherheitstipps vom Sprengmeister

„Bei illegalen Feuerwerkskörpern weiß man nie, was und wie viel drin ist“, warnt Sprengmeister Seck. „Aus diesem Grund zünde ich die nur elektronisch mit langer Zündschnur. Diese in der Hand zu zünden, ist lebensgefährlich!“ Während die geprüften, offiziell zugelassenen Böller zeitverzögert explodierten, könnten illegale Knaller bereits sofort hochgehen.

Für Jugendliche gebe es „kleine Böller“ mit drei Gramm „Satzgewicht“, sprich Pulver. Die dürften bereits an Jugendliche ab zwölf Jahren verkauft werden, während die größeren „Chinaböller“ aufgrund ihres höheren Pulveranteils ausschließlich in Erwachsenen-Hände gehörten. „Alle Feuerwerkskörper sind gefährlich, da Metalle verbrannt werden und diese bei einer Temperatur von rund 3000 Grad Celsius abbrennen“, warnt der Experte.

Im geschützten Abzug des Chemieraums zeigte Zugführer Daniel Jungclaus die Auswirkungen von brennenden Metallen.

Im geschützten Abzug des Chemieraums zeigte Zugführer Daniel Jungclaus die Auswirkungen von brennenden Metallen. © Dietmar Bock

So sei darauf zu achten, dass alle Fenster und Türen geschlossen sind. „Angesichts der immensen Temperaturen ist es letztes Jahr durch eine durchs geöffnete Fenster geflogene Rakete zum Wohnungsbrand gekommen“, berichtet Zugführer Daniel Jungclaus. „Da war dann nichts mehr zu retten.“

„Krasse Fotos“

Zu welchen Brandverletzungen es im Einzelnen kommen kann, zeigt Oberärztin Claudia Hollborn von der Kinderklinik des Klinikums Dortmund anhand von Bildern. „Die Fotos waren schon krass“, fasst die elfjährige Lisa ihre Eindrücke zusammen.

Gleich nebenan gibt es praktische Übungen zur „Ersten Hilfe“. Handverletzungen werden von den jungen Feuerwehrleuten unter Anleitung des Rettungssanitäters Philip Dörsing fachmännisch versorgt. Dabei gilt es das richtige Verbandmaterial auszuwählen und anzuwenden.

Zum Abschluss zündet Danny Seck ein kleines Höhenfeuerwerk. Bei dem läuft alles glatt. Wie hoffentlich auch bei allen anderen in der Silvesternacht.

Lesen Sie jetzt