Schwimm-Unterricht schon in der Kindertagesstätte

Idee der Stadt

In der Stadtverwaltung wird darüber nachgedacht, Kindern so früh wie möglich die Grundzüge des Schwimmens beizubringen. Ein solches Angebot für Eltern und ihren Sprösslingen wird gerade vorbereitet. Wir beantworten dazu die wichtigsten Fragen.

DORTMUND

, 02.07.2016, 01:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was ist geplant?

Kinder- und Jugenddezernentin Daniela Schneckenburger (Grüne) möchte die Erzieherinnen in den Kitas ermuntern, ihre Sprösslinge mit dem Thema „Wasser“ vertraut zu machen. Sie sollen so früh wie möglich Verhaltensregeln lernen, um Unfälle zu vermeiden. Aber es sollen eben keine theoretischen Trockenübungen bleiben: Die Steppkes sollen mit den Erzieherinnen in die Hallenbäder und dort die Grundzüge des Schwimmens lernen. In Dortmund gibt es aktuell 15.654 Kita-Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren.

Warum so früh, gibt es keinen Schwimmunterricht mehr in der Schule?

Den gibt es durchaus. Häufig zeigt sich aber, dass ein Teil der Kinder dann bereits schwimmen kann - und ein anderer Teil eben nicht. Das macht Probleme. Zumal das offenbar nicht wenig Kinder sind. Schneckenburger spricht von „30 bis 40 Prozent Schulanfängern, die nicht schwimmen können.“ Zahlen, die Arnim Mandler als Bezirksleiter der DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) bestätigt. Darunter seien vor allem viele Migrantenkinder. Laut Schneckenburger handele es sich oft um Kinder, deren Eltern ebenfalls nie schwimmen gelernt hätten. Auch in dem Punkt gebe es in Dortmund ein „Nord-Süd-Gefälle.“

Wieso kommt die Stadt ausgerechnet jetzt auf das Problem?

Weil die Schwimmvereine entsprechende Hinweise gegeben haben. Peter Balzer, sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, hat sie aufgegriffen und trommelt bei Schneckenburger für das Projekt.

Das Angebot kann doch aber nur ein freiwilliges ein, oder?

Ja. Die Eltern können (und sollen) nicht verpflichtet werden, ihre Kita-Kinder zum Schwimmen mitzuschicken. Es ist als zusätzliches Angebot gedacht – gut möglich, dass die Eltern eine Erklärung unterschreiben müssen, wenn sie das Angebot annehmen.

Wann gibt es dazu Details?

Die Verwaltung hat eine interne, mit Vertretern mehrerer Ämter besetzte, Projektgruppe ins Leben gerufen. Auch die DLRG ist dabei. Die Runde soll die Voraussetzungen für ein solches Angebot klären und den organisatorischen Rahmen abstecken. Zu klären gibt es einiges: Neben rechtlichen Fragen muss beispielsweise geprüft werden, wie viel Aufsichtspersonal es bedarf, wenn Kita-Kinder im Wasser umhertollen. Vor allem ist zu prüfen, welche Voraussetzungen das Aufsichtspersonal mitbringen muss. Die Ergebnisse der Projektgruppe erwartet Schneckenburger im kommenden Herbst, möglicherweise auch erst zu Jahresbeginn 2017.

Was sagt die DLRG?

Bezirksleiter Arnim Mandler sagt, die DLRG begrüße die Idee und stehe der Stadt zur Seite. Er könne sich beispielsweise vorstellen, das Kita-Personal durch die DLRG schulen zu lasen. Als Beispiel nennt Mandler eine spezielle Ausbildung zum Rettungsschwimmer. Mitglieder der DLRG-Ortsgruppe Lütgendortmund tingeln bereits seit mehr als zehn Jahren durch Kitas, klären über Baderegeln auf, warnen vor Gefahren und üben Notrufe. Die Projektgruppe Kita sei nahe zuständig ausgebucht, sagt Mandler. 

Lesen Sie jetzt