Freibad ohne Regeln: Dortmunder tummeln sich am Kanal

rnDortmund-Ems-Kanal

Während in Freibädern die Besucherzahlen begrenzt sind und auf Abstände geachtet wird, tummeln sich Sonnenhungrige an heißen Tagen dicht an dicht am Kanal. Die Stadt will nun dagegen vorgehen

Deusen

, 01.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kanal ist für die Dortmunder zum Ersatz-Freibad geworden. An heißen Tagen sind die wegen der Corona-Pandemie stark limitierten Eintrittskarten für die Freibäder schnell vergriffen. Am Kanal muss niemand am Scanner vorbei. Entsprechend voll wird es dort bei gutem Wetter.

„Die Leute halten keinen Abstand mehr“, berichtet CDU-Bezirksvertreterin Claudia Brückel aus Deusen. „Das sieht hier so aus, als hätten alle Corona vergessen. Die Jugendlichen schleppen Bierkästen zum Kanal, die Grills werden angezündet und es herrscht ausgelassene Stimmung, als wäre alles normal.“

Es sei nichts dagegen einzuwenden, sich am Kanal zu sonnen und dort zu schwimmen. Jedoch müssen auch dort die Corona-Regeln eingehalten werden, so Claudia Brückel. Doch von der Kanalbrücke an der Weidenstraße in Deusen aus könne man die Menschenmassen dicht an dicht entlang des Wassers sehen.

Aber in welchem Maße sind Grillen, Schwimmen und Co. am Kanal überhaupt erlaubt? Und wie sieht es mit den Corona-Regeln aus? „Auch im Bereich des Dortmund-Ems-Kanals gelten die Beschränkungen der Corona-Schutzverordnung“, sagt Stadt-Pressesprecher Maximilian Löchter.

Grillen ist erlaubt

Anders als zu Beginn der Pandemie ist demnach aktuell auch das Grillen und Picknicken am Ufer erlaubt. Die Abstandsregeln von 1,50 Metern gelten allerdings nicht nur im Freibad, sondern auch am und im Kanal.

Näher zusammensitzen oder -schwimmen dürfen nur Gruppen von maximal zehn Personen, Familien oder zwei häusliche Gemeinschaften. Das Schwimmen sei allerdings im Abstand von 100 Metern zu Brücken untersagt. Ansonsten werde es weitgehend geduldet.

Ob die Regeln am Kanal und im gesamten Stadtgebiet eingehalten werden, könne jederzeit durch den kommunalen Ordnungsdienst kontrolliert werden, so Stadt-Pressesprecher Maximilian Löchter.

„Beschwerden zu einschlägigem Fehlverhalten, Störungen oder Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung sind im Bereich der Weidenstraßen-Brücke bisher nicht eingegangen“, sagt Maximilian Löchter. „Daher wurde der Bereich bisher noch nicht durch den kommunalen Ordnungsdienst kontrolliert.“

Kontrollen bei heißem Wetter stehen an

Einen „Kanal-Hotspot“, der bislang schon besonders häufig kontrolliert wurde, gebe es nicht. „Allerdings ist der fragliche Bereich an der Brücke an der Weidenstraße aus Sicht der sich dort aufhaltenden Menschen offensichtlich der besonders attraktive Bereich des Kanals“, sagt Maximilian Löchter.

Angesichts der Fotos von der Situation an der Weidenstraße bei sommerlichem Wetter werde der Bereich nun bei heißen Temperaturen in den Fokus genommen und auf die Einhaltung aller geltenden Regeln kontrolliert, so der Stadt-Pressesprecher.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt