Fünf Tipps zum sicheren Linksabbiegen mit dem Rad

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Das Linksabbiegen gilt als die Königsdisziplin beim Radfahren im Großstadtverkehr, denn dabei muss man auf viele Dinge achten. Fünf Tipps, damit das Manöver gelingt.

Dortmund

, 14.04.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Man stelle sich für wenige Minuten an eine große Kreuzung und beobachte die Radfahrer: Geradeausfahren scheint kein Problem zu sein, auch das Rechtsabbiegen klappt tadellos. Und linksherum?

Im Frühjahr, wenn viele ihre Räder aus den Kellern holen, sind beim Linksabbiegen oft Unsicherheiten festzustellen. Da wird fix auf den Bürgersteig gefahren und über den Fußgängerüberweg abgekürzt. Warum Radfahrer das tun? „Weil ich nicht lebensmüde bin“, ruft ein ertappter Radler an der Kreuzung am Opernhaus im Vorbeisausen.

Ob im morgendlichen Berufsverkehr oder abends auf dem Weg nach Hause: Schnell ans Ziel zu kommen, lautet für viele die Devise, entsprechend nervös kann sich der Straßenverkehr präsentieren. Für Fahrradfahrer ist es inmitten der mitunter stark motorisierten Gefährten nicht ungefährlich.

Indirektes Linksabbiegen gilt als sicherer

Müssen sie nach links abbiegen, womöglich quer über eine mehrspurige Straße, sind viele Radfahrer überfordert. An vielen Kreuzungen in der Innenstadt gibt es daher die Möglichkeit, über sogenannte Schutzstreifen indirekt links abzubiegen. Das bedeutet: Der Radfahrer überquert die Kreuzung erst mit dem Autoverkehr und anschließend die Straße, aus welcher er nach links fahren will.

„Dann muss ich zweimal an einer Ampel warten“, sagt Radfahrer Dietmar York, „das finde ich ziemlich nervig und zeitraubend.“ Werner Blanke vom ADFC Dortmund gibt ihm recht – und verweist auf Kreuzungen im Stadtgebiet, an denen Radfahrer beim Linksabbiegen sogar auf sechs Ampeln treffen. Zum Beispiel von der Wittekind- in die Lindemannstraße. „Das führt natürlich zu Verdruss.“ Blanke sagt aber auch: „Das indirekte Linksabbiegen ist die sichere Methode.“

Da das Fahren auf dem Fußgängerweg keine Option ist – es droht ein Verwarngeld zwischen 15 und 30 Euro –, bleibt fahrender Weise nur noch die Variante des direkten Linksabbiegens. Sie gilt als Königsdisziplin, denn dabei muss man auf viele Dinge achten.

Tipps vom Verkehrssicherheitsberater

Frank Wolff und seine Kollegin Melanie Wesnigk sind Verkehrssicherheitsberater bei der Polizei Dortmund. Sie bringen Schülern in der vierten Klassenstufe das verkehrssichere Abbiegen auf den Fahrrad bei. Ihre Tipps zum direkten Linksabbiegen lassen sich in fünf Punkte zusammenfassen:

1. Zurückschauen: Etwa 50 bis 100 Meter vor der Kreuzung geht der Blick über die linke Schulter nach hinten, um die Verkehrslage zu überprüfen.

2. Deutliches Handzeichen geben: Den linken Arm raushalten, um den Spurwechsel anzukündigen. Der nachfolgende Verkehr darf den Radfahrer jetzt nicht mehr an der linken Seite überholen.

3. Blick nach hinten: Bevor man nach links schwenkt, vergewissern, dass einen tatsächlich keiner überholt.

Fünf Tipps zum sicheren Linksabbiegen mit dem Rad

Beim Linksabbiegen mit dem Rad im sollte sowohl der entgegenkommende als auch der nachfolge Verkehr im Auge behalten werden. © Oliver Schaper

4. Zur Fahrbahnmitte einordnen.

5. Abbiegen: Sofern kein Gegenverkehr kommt, fährt man einen weiten Bogen nach links, so dass man auf der rechten Seite der Straße ankommt. Wichtig: In dieser Phase sind beide Hände am Lenker.

Bezüglich der Vorfahrt gelten die gleichen Regeln und Vorschriften wie für andere Verkehrsteilnehmer. Frank Wolff sagt: „Wichtig ist in jedem Fall, dass sich Radfahrer beim Abbiegen vergewissern, dass Sie keinen anderen Straßenverkehrsteilnehmer gefährden.“ Passiert das doch, drohen laut Bußgeldkatalog 2019 ein Bußgeld von 80 Euro sowie ein Punkt in Flensburg.

Kommt man als Radfahrer an eine Kreuzung, die einen verunsichert, sagt ADFC-Vorsitzender Werner Blanke, sei die beste Lösung immer noch: Absteigen und Schieben.

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