Seilbahn in Dortmunds Innenstadt: Politik begrüßt Idee, Bürger sind skeptisch

rnUmweltfreundliche Mobilität

Eine Seilbahn über dem früheren HSP-Gelände? In der Politik wird diese Idee wohlwollend aufgenommen. Bei vielen Dortmundern löst sie hingegen eher ungläubiges Kopfschütteln aus.

Dortmund

, 26.11.2019, 05:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Thelen-Gruppe lässt in einer Machbarkeitsstudie prüfen, ob sich eine Seilbahn für das noch zu entwickelnde Quartier auf dem alten HSP-Gelände lohnt. In der Dortmunder Politik äußert man sich wohlwollend, aber auch teilweise vorsichtig gegenüber der Idee.

Man sei gespannt auf die Machbarkeitsstudie, sagt etwa SPD-Fraktionschef Norbert Schilff auf Anfrage unserer Redaktion. Er glaube aber, dass viele Bürger eine Seilbahn eher zurückhaltend betrachten. Schilff verweist auf das Beispiel in Wuppertal: Die geplante Seilbahn vom Hauptbahnhof zur Uni stieß bei einer Bürgerbefragung auf 62 Prozent „Nein-Stimmen“ - das Projekt ist vom Tisch.

Grüne finden Prüfung „sinnvoll“, CDU spricht von „Option“

Bei den Grünen käme eine in den ÖPNV integrierte Seilbahn als emissionsfreier Verkehrsträger gut an. „Ich finde es sinnvoll, dass diese Variante fürs HSP-Gelände geprüft wird“, sagt Fraktionssprecherin Ingrid Reuter.

„Neuerungen haben immer etwas Überraschendes“, kommentiert CDU-Fraktionschef Ulrich Monegel. Daher wolle er das Thema „keineswegs per se ins Reich der Fabel“ verweisen. „Wir sprechen über neue Formen der Mobilität“, so Monegel. „Von daher wäre es fatal, eine solche Option außer Acht zu lassen.“

Facebook-Nutzer: Seilbahn „unnötige Spielerei“

Ein Facebook-Nutzer auf unserer Seite vertritt eine klare Meinung: Eine Seilbahn, deren Gondeln eines Tages als Ergänzung zur Stadtbahn über die frühere Fläche von Hoesch Spundwand & Profil schweben, sei „eine unnötige Investition und eine noch unnötigere Spielerei.“ Sofern öffentliche Mittel benötigt werden, „sollte man das Geld anders in die Hand nehmen und Schulen und Kitas unterstützen“.

Eine zweite Facebook-Nutzerin findet eine Seilbahn für die Zukunftsfläche HSP „mega“. Eine dritte dagegen fragt, warum man nicht erst einmal mit Grundlagen anfange und Straßen saniere. „Selbst Schwellenländer haben bessere Straßen.“

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Eine Seilbahn könne eine Ergänzung sein, wenn die Grundversorgung stimme, kommentiert ein Leser die Idee des Essener Investors Thelen unter unserem ersten Artikel.

Er plädiert für eine andere Lösung: „Aus meiner Sicht sollte man eher die Möglichkeit der Erweiterung und Qualifizierung der H-Bahn erwägen.“ Sie verbinde seit Jahrzehnten die Lehrstandorte dieser Stadt und sei das prädestinierte Bindeglied für einen neuen Standort. „Auch dieses System ließe sich sinnvoll erweitern“, schreibt der Leser.

SPD will Verlängerung der H-Bahn

Eine ähnliche Idee verfolgt auch die SPD: Sie möchte die Verwaltung in Kürze beauftragen, ein Konzept für den Ausbau der H-Bahn vorzulegen. Die SPD möchte den Verkehrsträger aus dem Umfeld von Universität und Technologiezentrum herausholen.

Dabei soll die Verwaltung „kurzfristige Erweiterungspotenziale“ wie etwa zum Weißen Feld untersuchen – aber eben auch Ausbaumöglichkeiten „in Richtung Bahnhof Barop“ sowie eine „Verknüpfung zum ehemaligen HSP-Gelände“.

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