Seit 25 Jahren bieten Dortmunder Malteser Sterbebegleitung in vertrauter Umgebung an

rnAmbulanter Hospizdienst

Der letzte Weg ist kein leichter. Umso wichtiger ist es, wenn ein Mensch dem Tod dort begegnen kann, wo er sich zuhause fühlt. Der ambulante Hospizdienst der Malteser hilft dabei.

Klinikviertel

, 08.05.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Maria Wienhöfer strahlt etwas Angenehmes aus. Es ist schwer zu beschreiben, was es genau ist, aber man hat das Gefühl, dass man der 81-Jährigen manche Dinge anvertrauen würde, die man nicht jedem erzählt. Und Maria Wienhöfer hat schon viel gehört. Sie ist ein Gründungsmitglied des Ambulanten Hospizdienstes der Malteser in Dortmund.

Seit 25 Jahren gibt es den Dienst nun in Dortmund. Und zum Jubiläum wird es am Donnerstag (9.5.) einen Vortrag von Dr. Miriam Haagen geben. Um 18 Uhr im katholischen Centrum am Probsteihof 10. Das Thema sind Kinder körperlich kranker Kinder. Der Eintritt ist frei.

1990 wurde die Hospizarbeit in Dortmund vorgestellt

Aber zurück zu Maria Wienhöfer. Sie gehört zu den Menschen, die andere begleiten auf dem wohl schwersten Weg ihres Lebens. Maria Wienhöfer ist seit 25 Jahren ehrenamtlich beim ambulanten Hospizdienst der Malteser. Entstanden ist dieser aus einer Bürgerbewegung 1994 in Dortmund. „Das Katholische Forum in Dortmund hatte 1990 Frau Dr. Chatterjer zu Gast“, sagt Maria Wienhöfer. Diese habe in England hospitiert und die Hospizarbeit in Dortmund vorgestellt.

Es bildete sich eine Gruppe um Dr. Chatterjee und Pater Werenfried Wessel, die der Hospizarbeit in Dortmund den Weg bereiten wollte und mit den Maltesern einen Partner fand, der zum gleichen Zeitpunkt ebenfalls ambulante Hospizarbeit und auch ein stationäres Hospiz in Dortmund aufbauen wollte.

Doch zu dem Zeitpunkt gab es noch keine Finanzierungsmöglichkeiten der Krankenkassen für stationäre Hospize. Die Behandlungskosten deckten nicht die Ausgaben - das Aus für ein stationäres Hospiz.

Aber die Unterstützung von Angehörigen und die Begleitung von sterbenden Menschen in vertrauter Umgebung, das konnte aufgebaut werden. „Das hat sich in den letzten 25 Jahren völlig geändert“, sagt die 81-Jährige. „Heute sprechen die Krankenkassen ganz begeistert von Hospizen. Diese Entwicklung war schon spannend.“ Inzwischen gibt es ein gut funktionierendes und umfassendes Hospiz- und Palliativnetz in Dortmund.

Über 450 Helfer sind in den letzten 25 Jahren ausgebildet worden

1994 war dann das Jahr, in dem auch der erste Vorbereitungskurs der Malteser für die ambulante Hospizarbeit angeboten wurde. Mit einer Koordinatorin ging es los. 14 Ehrenamtliche waren es damals. Zurzeit sind es 100 ehrenamtliche Helfer, auf die die Malteser zurückgreifen können. In der ambulanten Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhospizarbeit. Über 450 Helfer sind in den letzten 25 Jahren ausgebildet worden. Auch in der Trauerbegleitung, die ein Teil der Hospizarbeit ist und die seit Anfang an mit angeboten worden.

Aber wie funktioniert das mit dem ambulanten Hospizdienst der Malteser eigentlich? Zunächst gibt es eine Anfrage. Die Pflegedienste, die Angehörigen oder auch der Paliativdienst melden sich. Eine Koordinatorin geht in die betroffenen Familien, und wenn es der Kranke wünscht, dann wird eine Ehrenamtliche oder ein Ehrenamtlicher gesucht, der passt. Drei Stunden in der Woche beinhaltet die ambulante Hospizarbeit. Zeit, in der pflegende Angehörige durchatmen können oder auch die schwerstkranken oder sterbenden Menschen ein wenig Ablenkung erfahren.

Auch Aileen Räder (25) ist jemand, der sich ehrenamtlich engagiert im ambulanten Hospizdienst. Im Gegensatz zu Maria Wienhöfer ist Aileen erst seit kurzer Zeit dabei - und sie begleitet ihren ersten schwerstkranken Menschen. Erfahrungen hat sie schon im Ehrenamt gemacht, in die ambulante Hospizarbeit ist sie eher zufällig gerutscht. Über einen Bericht im Fernsehen über die „letzte Hilfe“. Jetzt lacht und weint sie mit ihrem schwerstkranken Menschen.

Ehrenamtliche Helfer gesucht

Empathie, Spontanität, Flexibilität, das sollte man mitbringen, wenn man sterbenskranke Menschen begleiten. Und man muss mit dem Thema Sterben und Tod umgehen können. Hier bekommen die ehrenamtlichen Helfer Hilfe bei den Maltesern. Durch regelmäßige Fortbildung und Gespräche.

Ehrenamtliche gesucht

Hier kann man sich anmelden

  • 140 schwerstkranke Menschen plus die Angehörigen wurden 2018 vom ambulanten Hospizdienst in Dortmund begleitet.
  • Wer sich beim ambulanten Hospizdienst der Malteser engagieren möchte, kann sich melden beim Malteser Hospizdienste St. Christophorus, Amalienstraße 21.
  • Telefon 863 29 02, E-Mail hospizdienste.dortmund@malteser.org
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