Seit 7 Jahren Tempo 10: Politik verärgert – Stadt optimistisch

rnBaustellen und Straßen

Sie kommen mit Eimerchen und Schüppchen und stopfen Löcher, die nicht mehr zu stopfen sind. Die Obermarkstraße im Dortmunder Süden hat traurige Berühmtheit erlangt. Der Politik reicht‘s.

Berghofer Mark

, 22.08.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Jahr 2013 zog die Stadt Dortmund die Notbremse. Die Obermarkstraße im Dortmunder Süden war so hinüber, dass dort Tempo 10 als Höchstgeschwindigkeit angeordnet wurde.

Zunächst dachten Anwohner und Politik an einen Scherz, dann an ein kurzes Provisorium. Doch sieben Jahre später hat sich noch gar nichts getan auf den rund 2,5 Kilometern Straße zwischen der Höchstener Straße und dem Schönen Pfad.

Straße wird immer schlechter

Obwohl, gar nichts stimmt so nicht. Die Straße ist in Teilen noch viel schlechter geworden, sodass Tempo 10 schon sehr optimistisch anmutet. Für die Mitglieder der Aplerbecker Bezirksvertretung ist der Bogen langsam überspannt. Fraktionsübergreifend fordern die Mitglieder jetzt von der Stadt Dortmund endlich Taten und nicht nur Worte.

Jürgen Schädel (SPD), Dirk Mayer (CDU), Ingeborg Milde (CDU) und Barbara Blotenberg (Grüne) an der Obermarkstraße.

Jürgen Schädel (SPD), Dirk Mayer (CDU), Ingeborg Milde (CDU) und Barbara Blotenberg (Grüne) an der Obermarkstraße. © Jörg Bauerfeld

Zu dem Knackpunkt gehören immer noch die Grundstücke, die Anwohner von der Stadt Dortmund zurückkaufen sollen, um einen „gradlinigen“ Ausbau der ehemaligen Straße zu gewährleisten.

„Diese Gründe wurden aber schon vorgeschoben, als Reinhold Vennebusch noch Bezirksvorsteher in Aplerbeck war“, sagt Barbara Blotenberg (Grüne). Also vor gut 20 Jahren. Jetzt stehen die Aplerbecker Politiker an der Straße in der Berghofer Mark und schütteln den Kopf.

Fraktionsübergreifende Verärgerung

Eingeladen hatte Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel (SPD), der, wie alle anderen Mitglieder der Bezirksvertretung, endlich wissen möchte, wie es an der Straße weitergeht.

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Fakt ist, dass es sich dabei um einen Erstausbau handelt. Fakt ist auch, dass die Anwohner 90 Prozent der Ausbaukosten zu tragen haben. Traut sich deshalb niemand an den Ausbau?

Einen Ausbauplan gibt es wohl schon. 6,10 Meter soll die Straßenbreite werden, das stellte Sylvia Uehlendahl vom Tiefbauamt schon in einer Sitzung der Bezirksvertretung vor.

Da hieß es unter anderem auch, dass mit einem Umbau der Obermarkstraße im Jahr 2021 zu rechnen sei. Daran können die Mitglieder der Bezirksvertretung Aplerbeck noch nicht so recht glauben.

Es gäbe an der Straße noch gar kein Planungsrecht

„Frau Uehlendahl hat uns zugesagt, wieder auf uns zuzukommen und die Pläne vorzustellen. Das ist aber noch nicht geschehen“, sagt Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel. Es gäbe für die Obermarkstraße noch gar kein Planungsrecht, das Ganze habe ja auch einen bestimmten Vorlauf.

Anwohner und Politik müssten dazu noch Stellung nehmen. Dann müssten die Pläne noch durch die Gremien - und das alles brauche seine Zeit. „Man kann das ja alles bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag ausdehnen“, sagt Barbara Blotenberg. So habe man Frau Uehlendahl in der Sitzung im Mai 2019 mit auf den Weg gegeben, dass man noch in 2019 versuchen könne, die problematischen Grundstücke zu veräußern.

„Frau Uehlendahl ist in dieser Sache federführend, niemand anderes“, so Barbara Blotenberg. Man sei weiterhin verärgert, dass sich überhaupt nichts tut, so Schädel.

Liegenschaftsamt bemüht sich um den Verkauf von Flächen

Bei der Stadt ist man da optimistischer. So könnten im nächsten Jahr die vorbereitenden Baumaßnahmen beginnen, so Pressesprecher Christian Schön. „Das Liegenschaftsamt bemüht sich umfänglich darum, für den anstehenden

Straßenausbau nicht zwingend benötigte Grundstücksflächen an die betroffenen Anlieger zu veräußern.“

Die Planungsarbeiten würden in Kürze zum Abschluss gelangen, sodass auf dieser Basis das planungsrechtliche Verfahren beim städtischen Planungs- und Bauordnungsamt eingeleitet werden könne, so Schön.

Gehen die Pläne dann noch unbeschadet durch Rat und Bezirksvertretung und gibt es nicht zu viele Einwände aus der Bevölkerung, könnte es vielleicht klappen mit dem Baubeginn im Jahr 2021.

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