Seit genau 100 Jahren ist der BVB Schwarz und Gelb

Vorher blau-weiß

Ausgerechnet blau-weiß. Vier Jahre lang spielte der BVB in den Farben des späteren großen Rivalen Schalke 04. Vor genau 100 Jahren wurde die Schmach getilgt: Der schwarzgelbe Stern ging auf.

DORTMUND

von Von Gerd Kolbe

, 14.02.2013, 01:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Seit genau 100 Jahren ist der BVB Schwarz und Gelb

Das erste Bild des BVB in schwarzgelben Trikots.

 Dass der BVB in seinen Gründungsjahren über den schwarzen Hosen Hemden mit blauweißen Querstreifen trug, hatte einen guten Grund. Es waren die Farben der Dreifaltigkeitskirche in der Dortmunder Nordstadt, aus der der Verein hervorging. Um zu dokumentieren, dass man sich auch dem Arbeitersport verbunden fühlte, kam ergänzend eine rote Brust-Schärpe hinzu.  

 Der Wechsel zu Schwarzgelb ging einher mit einem beträchtlichen Zuwachs für die Borussia. Die benachbarten Vereine Rhenania, Britannia und Deutsche Flagge waren im Gegensatz zum BVB nicht in den Westdeutschen Spielverband aufgenommen worden. Deshalb lösten sich die Klubs kurzerhand auf und schlossen sich dem offiziell anerkannten BVB an. Den Borussen, die Ende 1910 nur 13 Mitglieder zählten, war das sehr recht. Mit den „Neuen“, die durchweg auch noch gute Kicker waren, stieg die Mitgliederzahl rapide an.Der Wortführer der Britannia-Fraktion, der zahlenmäßig stärksten Neu-Borussen, war August Busse, später langjähriger BVB-Präsident. Er beantragte zur Jahreshauptversammlung des BVB am 4. Januar 1913 eine Änderung der BVB-Vereinsfarben.

 Die Begründung für seinen Vorschlag: „Der BVB ist 1909 aus ’Dreifaltig‘ hervorgegangen. Alle Vereinsgründer waren katholisch. Deshalb machte man die Kirchenfarben zu den Vereinsfarben. Mittlerweile hat sich die Situation grundlegend geändert. Borussia Dortmund ist kein Katholikenverein mehr, sondern hat jetzt mehrheitlich evangelische Mitglieder“, führte Busse aus. „Ich beantrage deshalb neue Vereinsfarben. Mein Vorschlag lautet ’schwarz-gelb‘.“ Das waren übrigens die früheren Farben von Britannia. Busse hatte seinen Vorstoß gut vorbereitet und abschließend auch mit dem damaligen BVB-Präsidenten Franz Jacobi besprochen, der ihn unterstützte. Also fasste man schon nach kurzer Diskussion den sporthistorischen Beschluss, der am 14. Februar 1913 seinen Segen aus Duisburg bekam. Dass die BVB-Kicker in ihren gelben Hemden danach den Spitznamen „die Zitronen“ bekamen, war da zu verschmerzen. 

Lesen Sie jetzt