„Selbstjustiz“ in Aplerbeck: Streit unter Jugendlichen artet aus

rnKriminalität in Dortmund

In Aplerbeck hat es Ärger unter Jugendlichen gegeben. Die Situation eskalierte. Nicht die Teenager wollten „Selbstjustiz“ üben, sondern jemand ganz anderes.

Aplerbeck

, 15.05.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Aplerbecker Ortskern hat es schon oft Ärger gegeben. Schon mehrmals sind dort Jugendliche aufgefallen, die über die Stränge geschlagen haben.

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Vor allem die Bereiche Marsbruchplatz, Emschergasse und Emscherweg – entlang der Schulen in Richtung Schweizer Allee – sind ins Gerede gekommen. Immer wieder werden dort Jugendliche von anderen Jugendlichen angegangen und „abgezockt“, also ausgeraubt.

Platzverweise ausgesprochen

Jetzt hat es nach einer eben solchen Straftat richtig gekracht. „Die Polizei kann bestätigten, dass es am 6. Mai gegen 18.20 Uhr an der Strickerstraße zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen kam. Eine Strafanzeige liegt vor. Platzverweise wurden ausgesprochen“, sagt die Auskunft von Kristina Purschke, Pressesprecherin der Dortmunder Polizei.

Der Marsbruchplatz mit seiner Stadtbahn-Endhaltestelle ist ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche.

Der Marsbruchplatz mit seiner Stadtbahn-Endhaltestelle ist ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche. © Jörg Bauerfeld

Was war passiert? Es fing damit an, dass auffällige Jugendliche einen Aplerbecker Schüler im Ortskern überfallen und verprügelt haben. Dessen Eltern wollten die Sache selbst in die Hand nehmen und die Personen zur Rede stellen. Was zunächst auch gelang.

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Plötzlich sahen sie sich mehreren Jugendlichen gegenüber, es wurde laut und jemand handgreiflich. Die Polizei musste einschreiten und die Massenschlägerei beenden.

Jugendliche aus angrenzenden Städten

Aber wer sind die Täter? Kristina Purschke: „Der Polizei, dem Jugend- und Ordnungsamt der Stadt Dortmund sind seit geraumer Zeit Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren im Bereich Aplerbecker Marktplatz bekannt.“

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Hierbei handele es sich vermehrt um Jugendliche, die aus anderen Stadtteilen und angrenzenden Städten kommen und sich im Ortskern aufhalten. Es ist ein Problem, das auch der Aplerbecker Politik bekannt ist.

Bezirksbürgermeister äußert sich zu „Selbstjustiz“

„Wir sind seit Monaten in Gesprächen mit dem Jugendamt der Stadt Dortmund. Wir denken auch, dass hier etwas passieren muss“, sagt Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel. „Aber es geht natürlich auch nicht, dass hier jemand das Recht in die eigene Hand nimmt und Selbstjustiz übt.“

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Denn erst einmal ist dies ungesetzlich und zweitens kann der Schuss auch nach hinten losgehen. Denn die auffälligen Personen sind gefährlich, wie die Polizei bestätigte.

Einschlägig bekannt bei der Polizei

Die Jugendlichen seien zum Teil einschlägig polizeibekannt und für mehrere Straftaten unter anderem Raub, vorsätzliche Körperverletzung und Hausfriedensbruch verantwortlich, sagt Pressesprecherin Kristina Purschke.

Auch Stephan Moning von der Initiative „Kurve kriegen“, die mit bereits deliktauffälligen Kindern und Jugendlichen ab dem 8. Lebensjahr mit Einverständnis der Eltern zusammenarbeitet, weiß um die Problematik in Aplerbeck.

Aplerbeck einer der „Hotspots“

„Der „Hotspot“ Aplerbeck ist natürlich bei ‚Kurve kriegen‘ ein Thema, da

sich Jugendliche aus der Gesamtstadt im Stadtteil aufhalten und einige unserer Teilnehmer und Teilnehmerinnen sich ebenfalls dort mit anderen Jugendlichen treffen“, sagt Stephan Moning.

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Aber das sei nicht nur dort der Fall, sondern auch an weiteren Punkten im Stadtgebiet. Im Dortmunder Süden seien das noch der Hörde Bahnhof aber auch der Phoenix-See.

Mehr Angebote schaffen

Nur, was kann man im Falle von Aplerbeck tun? Klar sei, so Moning, dass Langeweile und wenige Freizeitangebote „Auffälligkeiten“ verursachen. „Vor Ort müsste es Anlaufpunkte und Angebote geben, wie sie in Hörde mit dem Jugendtreff unter der Brücke am Phoenix-See oder mit Streetwork am Hörder Bahnhof geschaffen worden sind.“

Ein Ansatz, der auch in der Aplerbecker Politik gewollt ist. Hier setzt man jetzt auf das Jugendamt der Stadt Dortmund, um mehr Ruhe in den Ortskern zu bekommen.

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