Selbstversuch: Was die Corona-Warn-App mit Zähneputzen zu tun hat

rnCoronavirus

Beim Selbstversuch ist die aktive Corona-Warn-App am Donnerstag nach 8 von 14 Tagen immer noch grün. Also weiter Entwarnung trotz einer Reihe von Kontakten – mit echten Menschen.

Dortmund

, 25.06.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist schon – wie Zähneputzen – ein kleines Ritual. Jeden Morgen beim Frühstück rufe ich vor dem ersten Kaffee die Corona-Warn-App auf meinem Handy auf. Sie ist mein Begleiter in den Tag. Und der hat bisher ab dem zweiten Tag immer mit Grün angefangen und der Mitteilung „Bisher keine Risiko-Begegnungen.“ Gewonnen! Ich habe bislang nur ein geringes Infektionsrisiko.

Ich rechne auch nicht damit, infiziert zu werden; denn ich halte mich weiter an den Mindestabstand, die Maskenpflicht, niese und huste in die Ellenbeuge oder ins Taschentuch (meine Erkältung ist zum Glück vorbei) und wasche mir häufig die Hände.

Auch die anfängliche Fehlermeldung, „Region für Kontaktmitteilungen geändert“, die mich als Technik-Trottel beim ersten Mal in helle Aufregung versetzt hat, ist verschwunden. Also alles im grünen Bereich.

Viele Menschen getroffen

Dabei habe ich in der vergangenen Woche viele Menschen getroffen. Nicht nur bei Videokonferenzen, zu denen wir uns seit Corona in der Redaktion mindestens einmal täglich verabreden, sondern in Echt. So war ich zum Beispiel einkaufen, im Restaurant, bei einer Pressekonferenz der Grünen und bei der Ratssitzung in der Westfalenhalle.

Jetzt lesen

Alle haben dort weit auseinander gesessen, aber nah genug für Bluetooth. Also wer in meiner Nähe die App auf dem Smartphone hatte, ist offensichtlich nicht infiziert.

Häufig bekommt man von anderen auch deren Smartphone ungefragt unter die Nase gehalten: „Hier, ich bin grün.“ Vielleicht will man damit beruhigen. Ich habe noch niemanden getroffen, dessen Smartphone Rot gezeigt hätte. Vielleicht zeigt man das dann nicht.

In Dortmund hochgerechnet über 90.000 Nutzer

Inzwischen, so letzter Stand von Donnerstag (25.6.), haben laut Website des Robert-Koch-Instituts 12,6 Millionen Menschen in Deutschland die offizielle Tracing-App heruntergeladen und aktiviert. Nach Meinung von Wissenschaftlern fängt die App an zu wirken, wenn 15 Prozent der Bevölkerung sie nutzen.

Das bedeutet bei 83,2 Millionen Einwohnern in Deutschland 12,48 Millionen aktive Nutzer. Die sind damit erreicht. Auf Dortmund umgerechnet müssten bei rund 603.000 Einwohnern 90.450 die App geladen haben.

Jetzt lesen

Auch angesichts der zuletzt wieder gestiegenen Infektionszahlen haben wir alle gemeinsam die Möglichkeit, einen sinnvollen Beitrag zu leisten, um eine zweite Pandemie-Welle zu verhindern. Die App frisst kaum Strom, stört nicht, und kann nicht nur mir, sondern auch anderen nutzen. Ich bleibe dabei und hoffe jeden Tag wieder auf Grün.

Lesen Sie jetzt