Senioren müssen immer längere Wege auf sich nehmen

Sparkassen-Automaten

Sparkasse und Volksbank ist in Brünninghausen seit Monaten Geschichte. Seitdem müssen die Anwohner immer längere Wege auf sich nehmen, um Geld abzuholen. Eine Zielgruppe ist von den Strapazen besonders betroffen.

Brünninghausen

, 12.11.2017, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Senioren müssen immer längere Wege auf sich nehmen

Die Sparkassen-Filiale an der Fritz-Kahl-Straße ist seit über einem Jahr geschlossen. Hier gibt es keine persönlichen Beratungen mehr, sondern nur noch einen Geldautomaten. © Alina Meyer

Peter Schwickert ist Hauseigentümer des Hauses an der Fritz-Kahl-Straße 32, in das sich die Sparkasse vor einigen Jahren eingemietet hat. Doch die Filiale ist seit über einem Jahr dicht. Stattdessen gibt es hier nur noch einen Geldautomaten zum Geld einzahlen und abheben. Auch Überweisungen sind nur noch elektronisch möglich.

Der Vermieter ärgert sich, dass die Sparkasse ihn nie offiziell über die Schließung informiert hat. „Die Filiale ist längst nicht mehr besetzt, aber der Vertrag läuft noch bis Ende 2019. Noch mehr ärgert mich allerdings, dass es für die Senioren immer schwieriger wird, selbstständig Geld abzuheben. Die müssen jetzt alle die Filialen in Eichlinghofen, Hombruch und in der Innenstadt aufsuchen“, sagt Peter Schwickert.

Herausforderungen für Senioren werden immer größer


Martina Wiemer-Becker ist Sozialarbeiterin für die Seniorenwohnungen des Hermann-Keiner-Hauses. Auch sie erkennt, dass die Herausforderungen für die Senioren immer größer werden. „Nachdem die Zweigstelle der Sparkasse bei uns an der AWO geschlossen hat, haben viele unserer Bewohner die Volksbank aufgesucht, aber auch die hat jetzt schon lange geschlossen. Deshalb müssen die Senioren immer bis nach Hombruch fahren.“

Früher konnten die Bewohner ihre Überweisungen laut der Sozialarbeiterin noch selbstständig tätigen. Heute benötigen viele einen Fahrdienst oder Hilfe von Angehörigen. „Unsere Bewohner sind für E-Banking nicht zu haben.“

Mit den Öffentlichen bis zur nächsten Filiale

Cornelia Habert vom Minna-Sattler Seniorenzentrum sieht es ähnlich: „Früher waren es für unsere Bewohner nur 100 Meter bis zur nächsten Filiale. Jetzt müssen sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bis zur nächsten Geschäftsstelle fahren und das ist ein Zeitfaktor, auch wegen der vielen Baustellen.“

Peter Schwickert hat deshalb einen Vorschlag für die Sparkasse: „Die Gebühren werden immer höher und der Service immer schlechter. Wenigstens einen Briefkasten für Überweisungen könnte man an der Fritz-Kahl-Straße einrichten.“

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