Seniorin-Entlassung - Klinikum Dortmund entschuldigt sich

Krankenhaus-Odyssee

DORTMUND Der Fall hat Spuren hinterlassen. Nicht nur bei der alten Dame, die in der vergangenen Woche mit Sturzverletzungen in das städtische Klinikum kam, um Stunden später wieder nach Hause entlassen zu werden.

von Von Sonja Kosteritz

, 03.06.2010, 10:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Seniorin-Entlassung - Klinikum Dortmund entschuldigt sich

Die sichtbaren Blessuren der Seniorin aus Scharnhorst.

Und vor allem auch gegenüber den Angehörigen, die sich jüngst zu einem klärenden Gespräch ins Klinikum eingefunden hatten. „Eine Fehlentscheidung,“ so das Fazit der Ärzteschaft vor Ort, „man hätte die Dame stationär aufnehmen sollen, hingegen allen wirtschaftlichen Drucks“. Denn dieser sei es gewesen, der die Ärztin an jenem Unfalltag zur Entlassung bewogen hatte. „So ambulant wie möglich, dies sei das Dogma der Krankenkassen“, so die Begründung des Klinikums. Dem will es zukünftig mit größerer Umsicht begegnen. „Im Zweifelsfall lieber aufnehmen als abweisen, dafür sensibilisieren wir unsere Ärzte nun neu,“ sagte Kühn.

Der Patient solle schließlich das Gefühl haben, gut aufgehoben zu sein. „Da hat die Klinik ja nun eine Hausaufgabe“, so Martin Wojcinski. Der Sohn der alten Dame zeigte sich nicht versöhnt, jedoch besänftigt. „Meine Mutter ist wieder zu Hause, das ist das Wichtigste.“ Und die freue sich vor allem auf Eines: „ganz viel Ruhe“. 

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