Seniorinnen-Gruppe hängt an „ihrem“ Gemeindehaus, obwohl es marode ist

Gemeinde Sankt Clemens

40 Seniorinnen wollen sich auch weiterhin im alten Wilhelm-Oberhaus-Heim treffen. Dabei müssen die Frauen fürchten, dass das Gebäude aus verschiedenen Gründen kurzum geschlossen werden muss.

von Marc Dominic Wernicke

Hombruch

, 23.12.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das alte Wilhelm-Oberhaus-Heim an der Eschenstraße kann nicht mehr saniert werden. Die Seniorinnengruppe will sich trotzdem hier treffen, bis es nicht mehr geht.

Das alte Wilhelm-Oberhaus-Heim an der Eschenstraße kann nicht mehr saniert werden. Die Seniorinnengruppe will sich trotzdem hier treffen, bis es nicht mehr geht. © Marc D. Wernicke

Seit 1958 dient das Wilhelm-Oberhaus-Heim an der Eschenstraße für Veranstaltungen der katholischen Sankt-Clemens-Gemeinde in Hombruch.

In erster Linie trifft sich hier jeden Mittwoch eine Seniorinnengruppe zu Kaffee und Kuchen. Doch im nächsten Jahr, so befürchten viele der Frauen, könnte es damit vorbei sein.

„Wir haben die Sorge, dass dies vielleicht unsere letzte Weihnachtsfeier gewesen sein könnte“, sagt die 81-jährige Ursula Ufer am Donnerstag (19. Dezember)

Die Rentnerin Ursula Ufer leitet den wöchentlichen Seniorinnentreff seit 25 Jahren.

Die Rentnerin Ursula Ufer leitet den wöchentlichen Seniorinnentreff seit 25 Jahren. © Marc D. Wernicke

Am Tag zuvor feierte sie, die den wöchentlichen Seniorinnentreff seit 25 Jahren leitet, zusammen mit mehr als 40 Besucherinnen die traditionelle Weihnachtsfeier im großen Saal des Oberhaus-Heims.

„Die schönste Zeit der Woche“

Die Hombrucherinnen treffen sich hier bereits seit 55 Jahren. „Für viele der Damen, die keinen Mann mehr haben oder im Heim leben, ist dies die schönste Zeit der Woche“, hebt Ursula Ufer hervor. „Jede Woche bestellen wir mehrere Taxis, damit alle sicher zu uns und danach wieder nach Hause kommen.“

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Doch die Seniorinnen befürchten, dass das baufällige Haus, das in den 1950er-Jahren errichtet wurde, aufgrund seines schlechten Zustands jederzeit geschlossen werden könnte.

Eine Sanierung ist nicht mehr vorgesehen

„Es hängt allein davon ab, wie lange das Haus noch nutzbar ist“, erklärt Pfarrer Christian Conrad. Unter anderem könne die Heizungsanlage jederzeit ausfallen und die Abwasserrohre seien nur noch mit Bauschaum abgedichtet. „Sollte hier etwas passieren, müssen wir das Haus schließen“, so Conrad.

Eine Erneuerung der maroden Technik sei dabei ausdrücklich nicht mehr vorgesehen, denn der Pastoralverbund wolle neben der nahegelegenen Sankt-Clemens-Kirche ein neues Gemeindehaus bauen. Wann dies geschieht, stehe jedoch noch nicht fest.

Ein neues Gemeindehaus soll neben der nahegelegenen Sankt-Clemens-Kirche gebaut werden. Wann dies in den nächsten Jahren geschieht, steht aber noch nicht fest.

Ein neues Gemeindehaus soll neben der nahegelegenen Sankt-Clemens-Kirche gebaut werden. Wann dies in den nächsten Jahren geschieht, steht aber noch nicht fest. © Marc D. Wernicke

„Reparaturen am Kirchturm und an der Kirchenheizung haben derzeit äußerste Priorität“, so Christian Conrad. Mit einem Abriss des Oberhaus-Heims sei daher erst dann zu rechnen, wenn das neue Gemeindehaus zur Verfügung steht.

Die Seniorinnen wollen bleiben

„Es gibt alternative Orte, an denen sich die Damen treffen könnten“, betont der Pfarrer. Die katholischen Gemeindehäuser in Barop und Brünninghausen kämen dafür in Frage, würden von den Seniorinnen jedoch „nicht gewollt“.

„Das stimmt, selbst diejenigen, die mit dem Taxi hierherkommen, wollen keinen anderen Ort“, bestätigt Ursula Ufer. „Viele sind schon seit über 50 Jahren hier. Ihnen sind das Haus und der Ort Hombruch wichtig und daher wollen sie sich nur hier treffen.“

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In anderen Räumlichkeiten würden von den derzeit mehr als 40 Teilnehmerinnen nur noch 10 dabeibleiben. „Die meisten von uns sind über 90. Wir wollen hier bleiben, so lange wir können und gehen nicht mehr woanders hin“, ist Ufer überzeugt.

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