Sergej W. schaute zur Planung des BVB-Anschlags Bomben-Videos

BVB-Prozess

Der mutmaßliche BVB-Bomber Sergej W. hat am Montag noch einmal erzählt, wie er die Sprengsätze gebaut hat. Dabei wurde deutlich: Der 29-Jährige hat so gut wie nichts dem Zufall überlassen.

05.11.2018, 16:44 Uhr / Lesedauer: 1 min

Zuletzt hatte ein Sachverständiger die Version des Angeklagten, er habe die Bomben absichtlich so konstruiert, dass kein nennenswerter Schaden entstehen konnte, ins Wanken gebracht. Nach Ansicht des Experten sind die in den Sprengsätzen verborgenen Metallstifte nur deshalb vergleichsweise langsam durch die Luft geflogen, weil bei der Zündung nicht der komplette Sprengstoff explodiert ist.

"Viel recherchiert"

Auf die Frage, ob er sich über solche potenzielle Probleme bei der Vorbereitung des Anschlags Gedanken gemacht habe, sagte Sergej W. am Montag: "Ich hatte keine Anleitung zum Bau einer Bombe. Ich habe aber viel darüber recherchiert, welcher Sprengstoff am sinnvollsten ist." Dazu habe er sich im Internet eine Reihe von Videos angeschaut, um mögliche Explosionsschäden vorhersehen zu können. Verteidiger Carl Heydenreich stellte schließlich klar: "Wir wollen nicht behaupten, dass die Bomben absichtlich so gebaut wurden, dass der Sprengstoff nicht vollständig umgesetzt werden konnte." Mit anderen Worten: Sergej W. habe es dem Zufall überlassen, wie stark die Detonation ausfallen würde.

Beweisprogramm abgearbeitet

Mit der ergänzenden Befragung des Angeklagten hat das Gericht das Beweisprogramm vollständig abgearbeitet. Sollten keine Anträge mehr gestellt werden, kann die Beweisaufnahme am nächsten Termin geschlossen werden. Dann würde Oberstaatsanwalt Carsten Dombert als erster sein Plädoyer halten. Danach wären die Nebenklägervertreter Alfons Becker, Ulf Haumann und Boris Strube an der Reihe, ehe an einem weiteren Verhandlungstag die beiden Verteidiger plädieren.

BVB-Anwalt Haumann kommentierte die Aussage von Sergej W. am Montag so: "Es wird immer klarer, dass er das alles ganz exakt geplant hat."

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