Serienräuber: "In Wirklichkeit habe ich viel mehr geraubt"

Prozessbeginn am Landsgericht

Um seinem todkranken Vater einen letzten Besuch abzustatten, flüchtete ein Serienräuber 2013 aus der Haft. Und weil das Leben im Untergrund anstrengend und teuer war, verfiel der 43-jährige Dortmunder schnell wieder in alte Verhaltensmuster. Bei Prozessbeginn gab sich der Angeklagte selbstbewusst. Für das Spezialeinsatzkommando, das ihn festnahm, hatte er nur Spott und Hohn übrig.

DORTMUND

22.06.2016 / Lesedauer: 2 min

Zwischen Oktober 2013 und Februar 2014 soll der Angeklagte sechs schwere Straftaten verübt haben. Dreimal bedrohte er offenbar in Dortmund Verkäuferinnen mit einer Schusswaffe und zwang sie zur Herausgabe von Bargeld. Zwei Tatorte lagen laut Anklageschrift in Gütersloh, der letzte in Iserlohn. „Stimmt alles“, sagte der 43-Jährige gleich zu Prozessbeginn am Mittwoch. Nur die Beutesummen habe die Staatsanwaltschaft falsch wiedergegeben. „In Wirklichkeit habe ich viel mehr geraubt.“

Mehrere Tausend Euro fielen dem Angeklagten auf diese Weise in die Hände. Erst ein spezielles Einsatzkommando der Polizei machte dem Spuk zwei Wochen nach dem letzten Überfall ein Ende. Für die Beamten hatte der Angeklagte am Mittwoch allerdings nur Spott übrig. „Der Einsatzleiter war sehr nervös. Ich konnte seine Angst förmlich riechen“, sagte er den Richtern. Und: „Wenn ich an dem Tag bewaffnet gewesen wäre, hätte ich abgedrückt.“

Jetzt droht dem 43-Jährige neben einer erneuten Haftstrafe auch die Sicherungsverwahrung.

Lesen Sie jetzt