Sexualstraftäter wartet in Untersuchungshaft auf die Anklage

Angriffsserie im August

Gegen den mutmaßlichen Sexualstraftäter, der im August drei Frauen angegriffen haben soll, hat die Staatsanwaltschaft noch keine Anklage erhoben. Dafür gibt es zwei Gründe.

Dortmund

, 15.10.2018, 10:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sexualstraftäter wartet in Untersuchungshaft auf die Anklage

Der Tatverdächtige sitzt weiter in Untersuchungshaft im Dortmunder Gefängnis. © Peter Bandermann (Archiv)

Drei Angriffe in nur zehn Tagen: Im August 2018 versetzte ein Sexualstraftäter die Stadt in Angst. Seinen Opfern lauerte der Gewalttäter in Hacheney, Lichtendorf und Westerfilde auf.

Am 24. August erkannte ein Polizeibeamter vormittags den Tatverdächtigen in der U-Bahnstation Stadtgarten. Kurz darauf gelang die Festnahme eines 24-jährigen Rumänen ohne festen Wohnsitz in Dortmund. Einen wichtigen Hinweis auf die Identität des Mannes hatte die Kriminalpolizei von rumänischen Sicherheitsbehörden erhalten.

Verdächtiger sitzt in Untersuchungshaft

Der Mann sitzt weiter in Untersuchungshaft. Weil er noch nicht verurteilt ist - seine Schuld also vor Gericht noch nicht bewiesen ist - muss die Justiz schnell arbeiten. Beschuldigte dürfen nicht beliebig lange festgehalten werden. In diesem Fall dauert es mit einer Anklage noch. Aus zwei Gründen:

  • Eine Psychologin hat den Tatverdächtigen untersucht, um Aussagen über seine Schuldfähigkeit und von ihm ausgehende weitere Gefahren treffen zu können. Verweigert ein Beschuldigter die Zusammenarbeit für ein Gutachten, gilt er als schuldfähig. Dieses Gutachten ist derzeit noch in Arbeit. Es ist wichtig für die Entscheidung des Gerichts. Es kann das Strafmaß beeinflussen und eine Einweisung in die Sicherungsverwahrung oder Psychiatrie stützen.
  • Die Staatsanwaltschaft hat die Rechtsmedizin in München damit beauftragt, DNA-Material genauer zu untersuchen. Der Tatverdächtige hatte die Sexualstraftaten bestritten. Wenn die Gutachter in München präzise nachweisen und mit Spurenanhaftungen nachweisen können, dass er Kontakt zu den drei Frauen hatte, wird dies seine Aussagen relativieren.

Mit einer Anklage ist im Jahr 2018 noch zu rechnen.

Frist bei einer Untersuchungshaft

Nachtrag: Eine Untersuchungshaft darf nur dann länger als sechs Monate dauern, wenn der besondere Umfang oder die besondere Schwierigkeit der Ermittlungen das erfordert. In solchen Fällen muss die Staatsanwaltschaft die Akte dem Oberlandesgericht (OLG) in Hamm bereits dann vorlegen, wenn absehbar ist, dass die Sechs-Monats-Frist überschritten wird. Am OLG entscheidet dann der aus drei Berufsrichtern bestehende Strafsenat, ob die Untersuchungshaft bestehen bleiben kann oder der Tatverdächtige freigelassen werden muss. Beim Haftgrund „Wiederholungsgefahr“ ist die U-Haft auf maximal 12 Monate begrenzt.

Der besondere Umfang oder die besondere Schwieirgkeit bestehen dann, wenn Dolmetscher die Akten übersetzen oder umfangreiche Gutachteneingeholten werden müssen. Das Ausmaß der Ermittlungen kann auch mit der Komplexität der Straftaten zu tun haben.

Gründe für eine Untersuchungshaft sind: Fluchtgefahr und Verdunkelungsgefahr (z.B. Einflussnahme auf Zeugen oder Beweismittelvernichtung). Über den Fall wird das Dortmunder Landgericht verhandeln.
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