Personalausweis und Pass sollen sicherer werden, unter anderem mit einem rein digital übermittelten Lichtbild. © dpa
Ab Mai 2025

Sicherheit für Pass und Personalausweis: Fotos bald nur noch digital

Bürger dürfen ab Mai 2025 ihr Foto für den Pass oder Personalausweis nicht mehr auf Papier ins Amt mitbringen. Das soll Betrug verhindern. Die Stadt Dortmund muss dafür ein Angebot ausweiten.

Die Stadt Dortmund händigt zu Spitzenzeiten pro Woche 1600 neue Personalausweise und Reisepässe aus, davon 400 bei den Bürgerdiensten in der Innenstadt. Für den Antrag auf neue Ausweispapiere nutzen immer mehr Bürger das Selbstbedienungsterminal, das dort vor rund sechs Jahren in Betrieb genommen wurde.

Seit Oktober 2015 wurde der Automat bis zum 30. Juni 2021 insgesamt 34.530 Mal für die Beantragung von Ausweispapieren genutzt. Tendenz steigend. Das teilte Rechtsdezernent Norbert Dahmen dem Ausschuss für Bürgerdienste auf Anfrage schriftlich mit.

So wurden seitdem rund 30 Prozent der Lichtbilder am Selbstbedienungsterminal aufgenommen und liefen von dort direkt in das Computersystem der Stadtverwaltung.

Neue Gesetzesvorgabe

Doch die Stadt werde noch mehr Selbstbedienungsterminals anschaffen müssen, wenn in wenigen Jahren eine neue Gesetzesvorgabe greift, so Dahmen. Denn ab Mai 2025 dürfen Bürger ihre Lichtbilder für den Ausweis oder Pass nicht mehr auf Papier einreichen.

Der Ordnungsdezernent: „Ab dem Jahr 2025 ist vorgeschrieben, dass die Antragstellenden das biometrische Lichtbild zur Beantragung von Personalausweis und Reisepass elektronisch bei einem Dienstleister (Fotografen) fertigen

und dieser das Lichtbild digital in einem sicheren Verfahren an die Bürgerdienste übermittelt oder das Lichtbild elektronisch direkt bei den Bürgerdiensten aufgenommen wird.“

„Morphing“ verhindern

Damit wolle der Staat das sogenannte „Morphing“ verhindern, so Dahmen. Beim Morphing werden mehrere Gesichtsbilder von verschiedenen Personen in einem Lichtbild verschmolzen. Mit dieser Technik können Lichtbilder für Pass- und Ausweisdokumente manipuliert werden.

Mit der Änderung hin zu einem sicheren digitalen Verfahren brauche die Stadt perspektivisch weitere Aufnahmegeräte, kündigt der Dezernent an.

Der Gesetzgeber habe mit Verabschiedung des Gesetzes zur Stärkung der Sicherheit im Pass- und Ausweiswesen vom 3. Dezember 2020 angekündigt, dass der Bedarf bei den Behörden über die benötigte Zahl der Aufnahmegeräte erhoben werden soll.

Dahmen: „Es bleibt abzuwarten, ob gegebenenfalls die Bundesdruckerei Aufnahmegeräte zur Verfügung stellt.“

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle