Roma-Kulturfestival zum siebten Mal in Dortmund: Das ist das Programm

„Djelem Djelem“

Vom 9. bis 23. Oktober soll das Roma-Kulturfestival „Djelem Djelem" zum siebten Mal an verschiedenen Orten in Dortmund stattfinden. Das Programm reicht von Kinofilmen bis zu Live-Musik.

von Daniel Reiners

Dortmund

, 07.10.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Kulturfestival „Djelem Djelem“ soll auf die Kultur und aktuelle Situation von Sinti und Roma aufmerksam machen.

Das Kulturfestival „Djelem Djelem“ soll auf die Kultur und aktuelle Situation von Sinti und Roma aufmerksam machen. © Oliver Schaper (Archiv)

Die Roma-Kulturen kennenlernen und auf ihre Lebenssituation aufmerksam machen – darum soll es bei „Djelem Djelem“ vom 9. bis 23. Oktober gehen.

Zum siebten Mal lädt das Kultur-Festival in Dortmund zu Workshops, Lesungen Filmen, Ausstellungen und Musik an mehreren Orten der Stadt ein – unter anderem im Dortmunder U, im Dietrich-Keuning-Haus, in der Auslandsgesellschaft und im „Evinger Schloss“.

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„Die Lage der Sinti und Roma, der größten verfolgten Minderheit in Europa, ist derzeit äußerst dramatisch“, wird Kulturdezernent Jörg Stüdemann in einer Mitteilung der Stadt zitiert. In einigen Ländern werde die Corona-Pandemie zum Anlass für rassistische Hetze, Drangsalierung und weitere Diskriminierung genutzt.

„Djelem Djelem“ wolle auf diese Situation aufmerksam machen und die Lebensverhältnisse für Roma in Dortmund verändern, so Stüdemann.

Workshops, Markt und Mitmachaktionen: Das ist das Programm

„Djelem Djelem“ ist eines der größten Roma-Festivals in Deutschland. 2017 war das Fest Preisträger des Bundeswettbewerbs „Aktiv für Toleranz und Demokratie“. Der Titel „Djelem Djelem“ bezieht sich auf die internationale Hymne der Roma.

Zu allen Veranstaltungen des Festivals ist der Eintritt frei:

  • Los geht es am 9. Oktober mit einem „Forum“ an der Adam’s Corner am Westpark (Möllerstr. 3): In Workshops, auf einem Markt und in Mitmachtaktionen präsentieren Partner aus Bulgarien, Frankreich, Österreich, Rumänien, Italien und Deutschland die Ideen und den Stand von Inklusionsprojekten in Süd-Ost-Europa und in Dortmund.

  • Am selben Tag (9.10., 19 Uhr) soll im Kino im Dortmunder U der Film „Über Grenzen“ zu sehen sein, ein Film- und Theaterprojekt mit Roma- und Nichtroma-Jugendlichen aus Dortmund und Bukarest.

  • Frauen-Empowerment“ soll es am Samstag, 10. Oktober, im Dietrich-Keuning-Haus geben: In einem Workshop stellen Roma-Aktivistinnen dort ab 14 Uhr ihre Arbeit vor und berichten von Erfahrungen, Projekten, Fortschritten und Plänen.

  • In der Auslandsgesellschaft liest der Schriftsteller Ruždija Russo Sejdović am Montag, (12.10.) um 19 Uhr aus seinem Buch „Der Eremit“. Die Lesung findet im großen Saal auf Ebene 3 statt.

  • Antiziganismus und Radikalisierung in der digitalen Welt“ heißt ein Workshop, der die Teilnehmer am 13. Oktober im Evinger Schloss dabei unterstützt, die Bedeutung sozialer Medien für die Organisation rechter Netzwerke kennenzulernen.

  • Zu einem musikalischen Abend mit bulgarischen Jugendlichen lädt am 14. Oktober um 19 Uhr der Stollenpark an der Bergmannstaße. Auf der Bühne können Jugendliche mit und ohne Instrumenten beliebte Songs vortragen oder selbst komponierte Songs präsentieren.

  • Online findet die Diskussion „Roma in Europa“ am 14. Oktober von 18 bis 19.30 Uhr statt. In der Diskussion werden Roma-Aktivisten aus Rumänien und Bulgarien über ihre Situation berichten.

  • Um (vor)-schulische Förderung geht es auf einer Fachtagung am Donnerstag, 15. Oktober, im Dietrich-Keuning-Haus. Der Fokus liegt dabei auf der Auseinandersetzung mit der Bildungsbenachteiligung von Kindern aus Roma-Familie.

  • Ab dem 23. Oktober zeigt der HMKV auf Ebene 3 im Dortmunder U die Ausstellung „Faţadă/Fassade“. Die Ausstellung richtet den Fokus auf eine besondere Form von Architektur, die in den letzten 30 Jahren in Rumänien entstanden ist.

Neu: Kultur-Podcasts auf Romanes und Deutsch

Vier Podcasts auf Romanes und auf Deutsch führen ferner in verschiedene Aspekte der Kultur ein. Unter anderem geht es um die Hintergründe des „Djelem Djelem“-Lieds und um die Geschichte der Roma, um ihre Verfolgung. Abrufbar sind die Podcasts über die Facebook-Seite von Djelem Djelem.

„Djelem Djelem“ wird veranstaltet von Awo Dortmund, Theater im Depot, Kulturbüro, Dietrich-Keuning-Haus, Carmen e.v. und Romano Than. Weitere Infos sind zu finden unter facebook.com/djelem.djelem.dortmund

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