So beliebt ist Sigmar Gabriel bei den Dortmunder Genossen

Umfrage unter SPD-Ortsvereinsvorsitzenden

Die Begeisterung für Sigmar Gabriel und das Interesse an einer öffentlichen Diskussion um den Kanzlerkandidaten der SPD hält sich bei Dortmunds Ortsvereinsvorsitzenden in Grenzen. Viele wollten auf unsere Frage "Sigmar Gabriel oder Martin Schulz?" nicht antworten. Die Begründungen sind interessant.

DORTMUND

, 24.01.2017, 01:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
So beliebt ist Sigmar Gabriel bei den Dortmunder Genossen

SPD-Chef Sigmar Gabriel will am 29. Januar bekanntgeben, ob er als Kanzlerkandidat antritt. Wir haben gefragt: Wen wünscht man sich in den Ortsvereinen als Kanzlerkandidat?

Macht er‘s? Macht er‘s nicht? Macht er‘s? Noch lässt sich SPD-Chef Sigmar Gabriel nicht in die Karten gucken, ob er seine Partei als Kanzlerkandidat und Herausforderer von Kanzlerin Angela Merkel in die Bundestagswahl 2017 führen wird. Nach den SPD-Regularien hat der Parteivorsitzende das Vorschlagsrecht für den Kanzlerkandidaten – und den ersten Zugriff.

14:8 für Martin Schulz

Gabriel will seine Entscheidung auf einer Vorstandsklausur am 29. Januar offiziell verkünden. Sollte er es wider Erwarten nicht machen, käme am ehesten der ehemalige EU-Präsident Martin Schulz infrage. Wir haben die Vorsitzenden der 64 SPD-Ortsvereine im größten SPD-Unterbezirk Deutschlands sowie die SPD-Bundes- und Landtagsabgeordneten nach ihrer persönlichen Meinung gefragt, wer für ihre Partei als Kanzlerkandidat antreten sollte. Die meisten wollen ihre Meinung in der Kanzlerkandidatenfrage nicht kund tun. Oder wissen nicht, wem sie den Vorzug geben sollen. Von 56 Ortsvereinsvorsitzenden, die geantwortet haben, sind 8 dezidiert für Gabriel und 14 für Schulz. 2 wollen keinen von beiden.

Umfrage mit "unlauteren Absichten"

Viele der Ortsvereinsvorsitzenden hielten die Frage unserer Redaktion für abwegig oder überflüssig. 

  • Ursula Pohl (Sölde) zum Beispiel witterte unlautere Absichten angesichts der Umfrage, bei der aus Sicht der Redaktion um ein Stimmungsbild an der Basis geht. Für Ursula Pohl aber ist das „Stimmungsmache“, die sie ablehnt: „Weder persönlich, noch als SPD-Ortsvereinsvorsitzende beteilige ich mich an Umfragen dieser Art.“
  • Auch Ulrich Buchholz (Brechten-Holthausen) pocht auf seine persönliche Meinung: „Und die möchte ich für mich behalten.“
  • Bernhard Klösel (Hörde-Süd) spricht von einem „künstlich konstruierten ‚Kandidatendrama‘“, das die Bürger letztlich bis zum 29. Januar kalt lasse, „wahrscheinlich sogar darüber hinaus“. Die Frage ob Gabriel oder Schulz beschäftige ihn vor Ort „eigentlich gar nicht ernsthaft.“ Sie sei noch in keinem einzigen Bürgerkontakt an ihn herangetragen worden, so Klösel. Die Fragen der Bürger würden eher dem Job gelten, einem fairen Einkommen, einer bezahlbaren Wohnung oder dem Kita-Platz.
  • Andreas Bäslack (Schüren) erklärte: „Wir nehmen denjenigen, der als Kandidat aufgestellt wird.“

Marco Bülow für offene Kandidatensuche

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow ist für „eine offene und breite KandidatInnen-Suche“, damit auch andere Personen eine Chance haben. Für seine Kollegin Sabine Poschmann dagegen erübrigt sich eine Wahl zwischen Gabriel und Schulz, „denn bisher hat nur Sigmar Gabriel seine Bereitschaft zur Kandidatur erklärt.“

Lesen Sie jetzt