So bewertet der VRR Dortmunds Bahnstationen - vier bekommen die schlechteste Note

rnVRR-Stationsbericht

Immer mehr gravierende Mängel an Bahn-Haltepunkten listet der aktuelle Stationsbericht des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr auf. Dortmund scheint dabei eine löbliche Ausnahme zu sein.

Dortmund

, 06.03.2019, 14:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sauber und ordentlich erscheint die S-Bahn-Station Körne-West am Mittwochmorgen. Dabei hat der Haltepunkt der S-Bahn-Linie 4 im neu vorgelegten Stationsbericht des Verkehrsverbundes Rhein Ruhr (VRR) alles andere als gut abgeschnitten. Bei der Ampelbewertung gab es „Rot“ für einen „nicht akzeptablen Zustand“.

Die Note zeigt, dass die Bewertung in erster Linie eine Momentaufnahme ist. Viermal im Jahr nehmen die vom VRR beauftragten Tester alle Bahnstationen unter die Lupe. Die Gesamtbewertung ist ein Durchschnittswert. Das führt auch dazu, dass bei der Einzelbewertung die Tester bei Bahn-Haltepunkten wie Bövinghausen oder Wickede zwar auch Rot gesehen haben. In der Gesamtbewertung bekommen beide Stationen aber einen grünen Punkt.

Karte: So bewertet der VRR die Dortmunder Stationen

(Grün: gut / gelb: ausreichend / rot: inakzeptabel)

Grundsätzlich stehen die 44 Bahnstationen in Dortmund allerdings gegen den vom VRR beklagten allgemeinen Trend, dass sich der Zustand vieler Stationen im vergangenen Jahr verschlechtert habe. 2018 wiesen VRR-weit 61 Stationen erhebliche Mängel auf und waren somit in einem inakzeptablen Zustand. 2017 stuften die Profitester nur 54 Bahnhöfe entsprechend ein. Nur 125 Stationen wurden mit Grün als akzeptabel bewertet.

In Dortmund stieg im Gegensatz dazu die Zahl der mit Grün bewerteten Stationen im Vergleich zum Vorjahr von 22 auf 25, 15 Stationen wurden als „noch akzeptabel“ mit Gelb bewertet. Rot sahen die Tester an vier Stationen – einer mehr als 2017. Betroffen sind neben der inzwischen graffitifreien Station Körne-West die S-Bahn-Halte Lütgendortmund, Dortmund-West und Nette/Oestrich, die schon in den Vorjahren auf der roten Liste standen.

Bahn sieht gesellschaftliches Problem

Bei der Bahn ist das Problem durchaus bekannt. Man gehe energisch gegen Graffiti-Schmiereien und Vandalismus vor, betont die DB AG in einer Pressemittelung. Immerhin wird der Schaden, der durch Vandalismus und Graffiti an NRW-Bahnhöfen entsteht, für das Jahr 2018 auf rund 2,8 Millionen Euro beziffert. „Geld, das die DB lieber zum Nutzen ihrer Kunden einsetzen würde“, heißt es. Grundsätzlich sei Graffiti ein gesellschaftliches Problem. Die Entfernung von Schmierereien sei „ein Kampf gegen Windmühlen“.

Ein zusätzliches Problem: Anfang 2018 lief die bisherige Landesförderung zur Beseitigung von Graffiti an Bahnstationen aus. Die Bahn muss nun alle Schäden aus Eigenmitteln beseitigen. Rund 2,3 Millionen Euro wurden dafür im vergangenen Jahr ausgegeben, erläutert eine Bahnsprecherin. Auf jeden Fall ist die bisher gültige Regel, dass gemeldete Graffiti innerhalb von 48 Stunden beseitigt werden, nur noch schwer umzusetzen. Man werde auch in Zukunft Schmierereien so schnell wie möglich entfernen, heißt es offiziell von der Bahn.

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