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So erlebt Dortmund den warmen Dezember

Schwitzen auf dem Weihnachtsmarkt

Der Winter in Dortmund war bis jetzt außergewöhnlich warm. Das sorgt für Kummer auf dem Weihnachtsmarkt. Die Zootiere aber freuen sich über die frühlingshaften Temperaturen. Wir haben uns in der Stadt umgehört - und den Deutschen Wetterdienst gefragt, ob es so warm bleibt.

DORTMUND

, 10.12.2015 / Lesedauer: 3 min
So erlebt Dortmund den warmen Dezember

Eis oder Glühwein? Auf dem Weihnachtsmarkt schmeckt Jasmin (.l.) und Marjenna zurzeit beides.

„Das Einzige, was hier läuft,“, sagt Gaby Isken vom Glühweinstand an der Marienkirche, „ist der Schweiß von den Gästen.“ Die Besucherzahlen seien geringer und die Leute liefen häufig vorbei, erklärt auch Angelika Müller-Stahlschmidt. Sie verkauft seit über 50 Jahren gebrannte Mandeln und andere Leckereien. „Es kommt einfach keine richtige Weihnachtsmarktstimmung auf, gebrannte Mandeln gehören nun mal zu dieser Stimmung dazu,“ sagt sie, während ihre Auslage einladend duftet.

Wurstverkäufer freuen sich

Traditionell eher im Sommer gut besucht, leiden auch die Eisdielen in der Innenstadt darunter, dass der Weihnachtsmarkt schlechter besucht ist. „Sonst kommen die Leute häufig bei uns rein, um sich bei einem Eis oder Kaffee ein wenig aufzuwärmen“, berichtet Mauro Borsoi von der Ice-Factory Ciro. 

Die Currywurst von Patrick Koritz verkauft sich dagegen weiterhin gut. Currywurst gehe immer, erklärt er. Das Kinderkarussell von Adolf Hirsch profitiert sogar von den lauen Temperaturen. Die Kinder seien einfach lebhafter und hätten mehr Lust mit dem Karussell zu fahren, sagt er.

Auch Hans Peter Arens, Chef des Schaustellerverbands Rothe Erde, sieht das Wetter nicht nur negativ. „Die Leute sind sowieso in der Stadt bei diesem Wetter und wenn sie nicht so kalte Finger haben, bekommen sie das Portemonnaie besser aus der Hosentasche.“

Sonne tut Flora und Fauna gut

Im Zoo herrscht eitel Sonnenschein angesichts des warmen Winters. „Den Tieren tut die Sonne genauso gut wie den Menschen“, weiß Zoodirektor Dr. Frank Brandstätter. Die Siamangs, eine Gibbonart, hätten sich am Dienstag in der Sonne geräkelt. Fortpflanzungs-Frühlingsgefühle gebe es aber nicht im Zoo. Da haben die Tiere ihren Rhythmus. Schwitzen müssen die Kamele, die alle schon ihr Winterfell haben. Brandstätter: „Der Kamelhengst sieht besonderes prächtig aus.“ Dr. Patrick Knopf vom Botanischen Garten im Rombergpark freut sich ebenfalls über das warme Wetter. Der Rhododendron blühe schon in Tiefviolett. Der entfaltet seine Blüten eigentlich erst in den frühen Frühlingsmonaten. „Vor Weihnachten habe ich den noch nie blühen sehen“, sagt der Pflanzenexperte. Ansonsten kann man sich im Moment an wachsenden Kirschbäumen erfreuen und auch die Rosen blühen noch ein wenig, bis der erste Frost kommt. Das alles sei aber nichts Ungewöhnliches, meint Patrick Knopf. „Es kann schneller kalt werden, als wir denken.“

Wetterprognose des Meteorologen

Ganz so schnell aber nicht, versichert Malte Witt, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in Essen. Es bleibe für die Jahreszeit zu mild. „Ganztägigen Frost und Schneefall sehe ich momentan nicht.“ Zwar werde es in den nächsten Tagen ein bisschen kälter, aber die Temperaturen lägen immer noch bei Höchstwerten zwischen 7 und 10 Grad. Für die schwitzenden Weihnachtsmarktbesucher hat er einen Tipp: „Einfach eine dünnere Jacke anziehen.“

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