So funktioniert das kontaktlose Zahlen mit Bankkarten

Fragen und Antworten

Immer mehr Verbraucher in Dortmund verfügen über eine Bankkarte, mit der sie kontaktlos bezahlen können. Wer mag, kann beim Einkaufen mit Karte bezahlen, ohne unterschreiben oder die PIN-Nummer eingeben zu müssen. Aber wie genau funktioniert das? Und wie sicher ist es? Wie beantworten die wichtigsten Fragen.

DORTMUND

, 24.06.2017, 18:14 Uhr / Lesedauer: 3 min
So funktioniert das kontaktlose Zahlen mit Bankkarten

Karte vorhalten – und schon wird der Betrag abgebucht. Das ist das Prinzip beim kontaktlosen Bezahlen. Dafür ausgerüstete Karten erkennt man an dem Wellen-Symbol (oben rechts).

Die Banken mit den meisten Kunden vor Ort, die Sparkasse und die Dortmunder Volksbank, geben zunehmend Karten aus, mit denen kontaktlos bezahlt werden kann. Beträge bis 25 Euro können einfach durch Auflegen der Karte bezahlt werden – fertig. Auch das für manchen lästige Kramen nach Kleingeld entfällt so.

Als weiteres Argument für kontaktloses Bezahlen nennen Banken und Händler die Hygiene: Kunden müssen weder dort tippen, wo schon zig andere Finger waren, noch mit Bargeld zahlen, das schon durch Tausende Hände ging. Doch welche Systeme zum kontaktlosen Bezahlen gibt es? Wo kann man in Dortmund so zahlen? Und wie sicher ist es? Wir beantworten diese Fragen.

Welche Systeme gibt es überhaupt?

Schon vor über 20 Jahren führten deutsche Banken die Geldkarte ein. Man konnte sich Geld auf einen Chip der EC-Karte laden und damit kleine Beträge bezahlen. Wohl, weil das Aufladen lästig war, floppte die Sache. Vor ein paar Jahren starteten die Sparkassen das System Girogo: Auch hier muss man Geld auf die Girocard laden, um an NFC-fähigen Bezahl-Terminals ohne Eingabe der PIN zahlen zu können. NFC steht für Near Field Communication und meint den kontaktlosen Funk-Austausch von Daten über wenige Zentimeter Distanz. Karte dranhalten oder auflegen – das war’s.

Auch Girogo hat sich nicht durchgesetzt, weil eben noch immer das Aufladen eines Prepaid-Guthabens nötig ist. Anders beim System Girocard kontaktlos, auf das Sparkassen und Volksbanken nun setzen: Mit Bankkarten, die diese Funktion besitzen, kann man – per NFC – kontaktlos bezahlen, ohne vorher Guthaben aufladen zu müssen. Der Betrag wird direkt vom Girokonto abgebucht. Auch neuere Kreditkarten etwa von Visa und Mastercard erlauben das kontaktlose Bezahlen via NFC. Ebenso mit NFC ausgerüstete Smartphones, um die es hier aber nicht explizit gehen soll.

Welche Beträge kann man kontaktlos zahlen?

Prinzipiell so viel, wie das Limit der Girocard oder der Kreditkarte hergibt. Das kontaktlose Bezahlen ist aber eher für kleinere Einkäufe gedacht: Brötchen beim Bäcker, ein schneller Einkauf im Supermarkt. Beträge bis 25 Euro werden direkt abgewickelt. Bei höheren Beträgen muss man die PIN eingeben oder unterschreiben. Zur Sicherheit wird auch bei Zahlungen unter 25 Euro zwischendurch die PIN abgefragt.

Wie viele Kunden verfügen schon über entsprechende Bankkarten?

Bei der Sparkasse Dortmund verfügten fast alle Kunden über eine Karte mit Girogo-Funktion, sagt Sophie Donat aus der Pressestelle. Dieses Verfahren bleibe bestehen. Inzwischen setzt die Sparkasse aber auch auf Girocard kontaktlos: Die Hälfte aller Kunden, 150.000, besäßen bis Jahresende eine Karte mit dieser Funktion, zu erkennen an dem Wellen-Symbol.

40.000 der 245.000 Kunden der Dortmunder Volksbank hätten bis jetzt schon eine Girocard-kontaktlos-fähige Karte, sagt Marketing-Leiter Carsten Jäger. Im Herbst kommen weitere 45.000 dazu. Die anderen, wenn turnusgemäß alle vier Jahre ihre Karten getauscht werden. Bei der Commerzbank, die in Dortmund die drittmeisten Kunden hat, können Kunden bislang nur mit Kreditkarte kontaktlos bezahlen. Die Einführung kontaktlos-fähiger Girokarten ist für das vierte Quartal 2017 geplant.

Wo in Dortmund kann man kontaktlos zahlen?

Vor allem bei großen Händlern wie Lidl, Aldi, dm, Rossmann und Rewe. Bei kleineren Händlern noch eher weniger, sagt Thomas Schäfer, Geschäftsführer des Handelsverbands NRW Westfalen-Münsterland. Sie müssten ja dafür ausgerüstete Bezahl-Terminals von Banken mieten.

Auch Bäckereien wie Kamps, Malzers und Grobe bieten bislang noch kein kontaktloses Bezahlen an. Jürgen Hinkelmann, Geschäftsführer der Bäckerei Grobe, sagt: „Bei den bisherigen Gebühren war das für uns einfach zu teuer.“ Wenn ein Kunde für 4 Euro einkaufe und der Bäcker zehn Prozent fürs Zahlungssystem abgeben muss, sei das unwirtschaftlich. Nun böten die Banken, die auch die Bezahl-Terminals vermieten, aber attraktivere Konditionen an. Bei Grobe werde kontaktloses Bezahlen im Sommer in sechs Geschäften getestet und dann ausgeweitet, so Hinkelmann.

Wird in der Stadt schon viel kontaktlos gezahlt?

Eine kleine Stichprobe aus der City: Einige nutzten das schon, sagt eine Karstadt-Verkäuferin. So auch bei Nordsee, sagt Chefin Maren Weiß. Für Kunden sei es eine „einfache Lösung“ – für die Verkäuferinnen auch. Eine Rewe-Kassiererin sagt indes, Kunden zahlten noch kaum kontaktlos. Beim Kaufhof können Kunden unter anderem mit Kreditkarte kontaktlos zahlen. Bisher verzeichne man „noch eine geringe Anzahl an Zahlungsvorgängen“, sagt Geschäftsführer Steffen Siewert: „Aber es wächst.“ Nur, meint Thomas Schäfer vom Handelsverband: „Viele Kunden sind skeptisch, was die Sicherheit angeht.“

Wie sicher ist das kontaktlose Bezahlen?

Eine Sparkassen-Kundin berichtete der Redaktion, ihre Beraterin sei nicht überzeugt. Bei anderen Banken in anderen Städten sei es schon zu Schadensfällen gekommen. Nein, ihnen seien keine Schadensfälle beim kontaktlosen Zahlen bekannt, teilten auf Anfrage sowohl die Sparkasse Dortmund als auch die Dortmunder Volksbank mit.

Anzeigen lägen keine vor, sagte auch ein Sprecher der Polizei Dortmund. Versehentlich im Vorbeigehen Geld von der Karte abzubuchen, sei nicht möglich, heißt es von Bankenseite. Zwar könnten Kriminelle mit NFC-fähigen Geräten aus wenigen Zentimetern Nähe Daten von Karten auslesen – mit diesen könnten sie jedoch nicht zahlen. Was man aber wissen sollte: Kunden hinterlassen Daten beim Händler. 

Kunden können die Kontaktlos-Funktion ihrer Karte am Geldautomat auch deaktivieren. Zudem gibt es speziell beschichtete Schutzhüllen für (aktivierte) Karten, die Funkwellen blockieren.

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