So gedenkt Dortmund des NSU-Opfers Mehmet Kubasik

Elfter Jahrestag des Mordes

Elf Jahre ist es am Dienstag her, dass der Kioskbesitzer Mehmet Kubasik in der Nordstadt ermordet wurde. Die Tat wird der rechtsextremen Terrorgruppe NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) zugerechnet. In Dortmund wird Kubasik gleich bei fünf Veranstaltungen gedacht.

DORTMUND

03.04.2017, 12:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
So gedenkt Dortmund des NSU-Opfers Mehmet Kubasik

Mehmet Kubasik wurde 2006 in Dortmund ermordet. Foto: Bernd Thissen

Am 4. April 2006 wurde Mehmet Kubasik in seinem Kiosk an der Mallinckrodtstraße erschossen. Nach dem Mord wurden, wie bei fast allen Taten des NSU, zunächst die Angehörigen der Opfer verdächtigt. Weiter sind bis heute die Rollen der Sicherheitsbehörden unklar, so wurde mittlerweile bekannt, dass nach dem Auffliegen des NSU mehrere relevante Akten vernichtet wurden.

Mit fünf Veranstaltungen wird einerseits Kubasik gedacht, andererseits sollen Verfahrensfehler bei der Aufklärung der Taten thematisiert werden.

Die Veranstaltungen im Überblick:

  • Am Montag (3. April) um 18 Uhr spricht Rechtsanwalt Carsten Ilius, der als Nebenkläger die Familie Kubasik vertritt, im Bezent e.V. an der Münsterstraße 56 über seine Erfahrungen und Eindrücke im NSU-Prozess.
  • Am Dienstag (4. April) gibt es um 15 Uhr ein stilles Gedenken an Kubasik am Tatort, der Mallinckrodtstraße 190. Anwesend sein werden unter anderem die Familie von Mehmet Kubasik und Oberbürgermeister Ullrich Sierau.
  • Am Dienstag (4. April), zieht ein Demonstrationszug um 17.30 Uhr von der Mallinckrodtstraße 190 zur Auslandsgesellschaft an der Steinstraße, dort gibt es anschließend eine Kundgebung. 
  • Am Dienstag (4. April) kommt es um 19 Uhr in der Auslandsgesellschaft an der Steinstraße 48 zu einer Lesung und anschließender Diskussion. Gelesen wird aus dem Buch „Die haben gedacht, wir waren das“, in dem unter anderem Familienmitglieder der NSU-Opfer schildern, wie sie auf einmal Tatverdächtige waren.
  • Am Mittwoch (5. April) schließlich wird im Dietrich-Keuning-Haus, Leopoldstraße 50, um 19 Uhr der Film „Der NSU-Komplex“ des renommierten Filmemachers Dirk Laabs gezeigt. Anschließend stellt sich Kutlu Yurtseven von der Initiative „Keupstraße ist überall“ der Diskussion.

Die Veranstalter weisen darauf hin, dass sie bei Personen aus dem rechtsradikalen Spektrum von ihrem Hausrecht Gebrauch machen.

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