So gehen Dortmunds Bäder mit Burkinis um

Fragen und Antworten

Dürfen muslimische Frauen mit einem Burkini ins Schwimmbecken oder nicht? Und wenn ja, wie halten es die Schwimmbad-Betreiber in Dortmund mit anderen großzügigen Textilien an den Leibern von Badegästen, den beliebten langen Shorts zum Beispiel? Wir haben nachgefragt, wie die Betreiber mit dem Thema umgehen.

DORTMUND

, 02.09.2016, 17:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
So gehen Dortmunds Bäder mit Burkinis um

Burkini ja oder nein? In Dortmund gibt es keine einheitliche Linie.

Was erleben die Schwimmmeister in den Frei- und Hallenbädern?

Dass Badegäste auch mit Jeans, T-Shirts und Jogginghosen schwimmen gehen wollen. Beim Anblick verhüllter Muslima beschwerten sich schon einige andere Schwimmer, zum Beispiel im städtischen Nordbad, dann könnte man demnächst ja auch im Schlafanzug kommen.

Sind Burkinis in Dortmunds Bädern verboten?

Die Umfrage ergab: In den städtischen Bädern (Südbad, Nordbad, Westbad) sind sie erlaubt. Auch außerhalb des Schulsports. Vorausgesetzt, die Burkinis sind aus dem gleichen Stoff gefertigt wie Badeanzüge, Bikinis oder Badehosen. Beim Schulsport tolerieren einige nichtstädtische Badbetreiber den Burkini, zum Beispiel der Sportverein SG Eving im Hallenbad Eving. Beim SSC Hörde heißt es, die Erlaubnis sei materialabhängig. Weder Burkinis noch Shorts aus Baumwolle dürften ins Wasser.

Die gemeinnützige Sportwelt-GmbH, die die fünf Freibäder Wellinghofen, Volkspark, Froschloch, Stockheide und Hardenberg betreibt und darüber hinaus die Hallenbäder Lütgendortmund, Mengede, Brackel und Hombruch, sind Burkinis hingegen verboten.

Wie verfahren die Bad-Betreiber mit Schwimm-Shorts und Burkinis?

Shorts müssen oberhalb der Knie aufhören, heißt es unisono. In den Bädern der Sportwelt weisen Fotos an den Eingängen allgemeinverständlich darauf hin. Die Schwimmmeister achten darauf, dass keine Unterwäsche unter den Shorts getragen wird. Aus hygienischen Gründen. Sie sagen, Unterwäsche wäre leicht zu erkennen, da sie sich abmale unter nassen Shorts. Dann würden die Träger sofort aus den Becken geholt.

Die Fraktion der Linken/Piraten argumentiert gegenüber der Sportwelt, aus hygienischen Gründen könnte man demnach auch Windelkindern unter drei Jahren einen Schwimmbadbesuch verwehren. Und man müsste die Badekappenpflicht wieder einführen.

Die Sportwelt gibt in ihren zehn Frei-und Hallenbädern sogenannte Schwimm-Windeln vor. Der Wegfall des Badekappenzwangs vor langer Zeit bringt tatsächlich Probleme, weil sich Haare in den Sieben der Becken ablagern.

Gibt es noch andere, rein technische Gründe, die gegen Burkinis sprechen?

Ja, rettungsrelevante. Zu viel und nicht eng anliegender Stoff stellt ein Sicherheitsrisiko für Verunglückte bei einer Bergung aus dem Wasser dar. Den Rettern fehlt der rutschfeste  Halt, den sie haben, wenn sie nackte Haut umklammern.  Außerdem können die Helfer  lebensüberwachende und –rettende Maßnahmen, das Anlegen von Elektroden zum Beispiel, nicht durchführen bei körperbedeckender Badebekleidung.

Plant die Sportwelt doch noch die Aufhebung des Burkini-Verbots?

Alle Argumente für oder gegen Burkinis sollen im Herbst erneut diskutiert werden. Claudia Hecking glaubt aber, im Fall einer Erlaubnis würden auch die Freunde langer Schwimm-Shorts ihre Badebekleidung durchsetzen wollen.

Gibt es Schwimmtage nur für Frauen?

Ja, zum Beispiel 14-tägig samstags im Mengeder Hallenbad, im Hallenbad Aplerbeck an Donnerstagen und freitags im Scharnhorst Hallenbad. Immer zu bestimmten Zeiten. Verschiedene Badbetreiber sagen, zu solchen Terminen kommen muslimische Frauen eher in Badeanzügen und sogar in den knappsten Bikinis.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt