So geht es für Landwirt Hendrik Schwerter nach dem Brand seines Feldes weiter

rnFeldbrand in Nette

Ein Großteil seiner Ernte wurde ein Raub der Flammen: Ein Feld des Netter Landwirts Hendrik Schwerter brannte. Seine Versicherung unterstützt ihn. Hilfe bekam er auch von unerwarteter Seite.

von Tobias Weskamp

Nette

, 01.08.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Landwirt Hendrik Schwerter greift in die verbrannten Halme und sagt: „Wie Zunder ist das Getreide jetzt.“ Vorige Woche brannte sein Weizenfeld an der Bodelschwingher-/Obernetter Straße lichterloh. „Ein ganzes Jahr Arbeit stand in Flammen!“

Nachbar informierte Hendrik Schwerter über den Brand

Schwerter hatte zu Hause in seiner Pferdepension die Tiere gefüttert, als er von dem Brand erfuhr. „Ein Nachbar rief mich an und sagte: Dein Feld brennt“, schildert er. Mit seinem Neffen fuhr Schwerter sofort raus, um das Ausmaß abschätzen zu können.

Vor Ort sprach Schwerter sofort mit dem Löschführer. „Es bestand eine gute Chance, durch mechanische Bodenbearbeitung eine Schneise reinzuschlagen, damit der Brand nicht weiterzieht.“ Der 47-Jährige fuhr nach Hause zurück, um zu diesem Zweck einen Tiefengrubber, ein landwirtschaftliches Gerät zur Lockerung und Krümelung des Bodens, zu holen.

Als Schwerter nach ungefähr einer Viertelstunde wieder zu seinem Feld zurückkam, war der Brand eigentlich schon gelöscht. „Es war großes Glück, dass in einem benachbarten Betrieb jemand eine passende Machine hatte, um eine Schneise zu schlagen“, ist Schwerter froh. Fünf Meter war diese Schneise breit – das genügte, um den Brand zu stoppen. Insgesamt dauerte die Löschaktion etwa eine Stunde, dann gab es nur noch einzelne Glutnester.

Landwirt ist zum Glück versichert

Nach dem Brand war erst das gesamte Ausmaß der Zerstörung erkennbar, war sichtbar, wie schnell das Feuer einen Großteil der Fläche gefressen hatte. Etwa vier bis fünf Hektar (ein Hektar entspricht einer Fläche von 10.000 Quadratmetern) des 7,5 Hektar großen Feldes sind verbrannt. Bis an das benachbarte Maisfeld kam das Feuer.

So geht es für Landwirt Hendrik Schwerter nach dem Brand seines Feldes weiter

Ein großer Teil des Weizens ist verbrannt. © Tobias Weskamp

Glück im Unglück ist für Schwerter, dass seine Versicherung greift. „Die haben sich sofort gekümmert“, lobt er.

Trotz des Brandes geht für Schwerter, der den Hof in der dritten Generation betreibt, die gewohnte Arbeit weiter. Den Weizen, den das Feuer verschont hat, hat er bereits geerntet. „Ich hoffe dringend auf Regen“, sagt er. Mehrmals hat er den Boden bearbeitet, um von den Körnern, die den Brand überstanden haben, so viele wie möglich noch zum Keimen zu bringen.

Ursache für das Feuer ist weiter unklar

Passiert ist ihm so etwas noch nie. „Ich wüsste so spontan auch nicht, ob es in Dortmund in den vergangenen Jahren solche Feldbrände gegeben hat. Dieses Jahr dagegen gab es ja schon so einige“, sagt er. Für diese ist aber, wie er vermutet, die extreme Hitze der vergangenen Wochen nur zum Teil verantwortlich.

Auch der Brand auf seinem Feld könnte, wenn man die Kommentare einiger Facebook-Nutzer liest, durch Menschen verursacht worden sein. „Angeblich sollen kurz vorher zwei Männer an der Ecke etwas weggeworfen haben und dann weggerannt sein. Das sind aber nur Spekulationen“, erklärt er. Denkbar sei immer auch, dass Glasscherben bei großer Sonneneinstrahlung wie ein Brennglas wirken und das trockene Getreide entflammen.

Verlust trifft den Landwirt auch für seine Pferdepension

Landwirt Schwerter wollte das abgebrannte Stroh auch nutzen, um die Pferde in seiner Pension zu füttern. „Das Korn verkaufen wir, aber das Stroh nutzen wir als Futter“, erklärt er. Erneut hat er in den vergangenen, für ihn so schweren Tagen die Solidarität unter den Landwirten schätzen gelernt. Mehrere haben sofort angerufen und ihm Stroh angeboten.

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