So geht es mit dem Horrorhochhaus weiter

Kielstraße 26

Im April 2016 hatte die Stadt mitgeteilt, dass man beim nötigen Kauf der Wohnungen in dem als Horrorhochhaus bekannt gewordenen Gebäudeklotz an der Kielstraße 26 in der Nordstadt kurz vor dem Ziel sei. Was daraus geworden ist? Wir haben nachgefragt.

DORTMUND

von Von Maja Yüce

, 21.11.2016, 13:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
So geht es mit dem Horrorhochhaus weiter

Das Hochhaus an der Kielstraße steht seit 2002 leer.

Der als Horrorhochhaus bekannt gewordene Wohnkomplex in der Kielstraße 26 in der Nordstadt steht seit mehr als 14 Jahren leer. Anwohner leiden unter der Schrott-Immobilie. Eine Nachbarin, die seit 35 Jahren in der Kielstraße lebt, sagt, dass immer wieder Menschen ins Gebäude eindringen und dort übernachten. Ein gefährliches Unterfangen, denn die Schrottimmobilie (18 Etagen) ist teils zugemauert: „Die Leute klettern über die Balkone da rein“, sagt die Frau, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. Da es in dem Haus keine Heizung mehr gebe, würden Obdachlose und Drogenabhängige darin Feuer anzünden, um sich zu wärmen.

Das Gebäude und die Probleme damit seien der Polizei bekannt, sagt Polizeisprecher Kim-Ben Freigang. Doch sehe man dort derzeit keine große Problemlage. Freigang rät Anwohnern, die 110 zu wählen, wenn sie eine bedrohliche Situation – nicht nur an dem Gebäude – beobachten. 

Abriss für 2017 geplant

Die Stadt komme derweil dem Ziel immer näher, alle Wohnungen zu kaufen, sagt Pressesprecherin Heike Thelen. Kein leichtes Unterfangen: Die 102 Wohnungen gehören 44 Eigentümern, einige davon sitzen im Ausland, mussten in detektivischer Kleinarbeit ermittelt werden. Im April verkündete die Stadt schließlich, was den nötigen Kauf der Wohnungen angehe, kurz vor dem Ziel zu sein. Klärungsbedarf bestehe noch bei etwa einer Handvoll Wohnungen. Eine genaue Zahl nennt die Stadt aber nicht.

„Wir sind guten Mutes, dass es klappen wird“, betont Thelen. Und meint damit: Entscheidung noch in diesem Jahr und Abriss 2017. Die Stadt Dortmund, das Projektteam des Stadtamtes für Wohnen und Stadterneuerung, führe weiter Verhandlungen und Gespräche mit den Eigentümern, die sie bisher ausfindig machen konnten, so Thelen. Man sei dabei, den Weg für den Kauf zu ebnen.

"Zu viel Kriminalität"

Für die Anwohner bedeutet das vor allem eines: Sie müssen sich noch länger in Geduld üben. Etwas, was nicht allen leicht fällt. „Durch den hässlichen Klotz verlieren unsere Häuser an Wert“, so ein verärgerter Anwohner. „Hier gibt es einfach zu viel Kriminalität“, sagt er knapp.

Bereits 2009 hatte die Stadt angekündigt, dass das Hochhaus 2012 gesprengt werden sollte. Doch kam es immer wieder zu Verzögerungen. Grund dafür: Selbst eine Schrott-Immobilie, deren Wohnungen quasi wertlos sind und unter der die Nachbarschaft leidet, kann die Stadt nicht ohne Zustimmung der Eigentümer abreißen. Letztlich wird der Rat der Stadt das letzte Wort haben: Er muss der Übernahme und dem Abriss zustimmen.

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