So geht es mit dem HSP-Gelände weiter

Entwicklungsszenario

Seit dem Aus für Hoesch Spundwand und Profil (HSP) Ende 2015 herrscht Rätselraten über die weitere Nutzung der 45 Hektar großen Industriefläche. Während der Essener Eigentümer schweigt, hat die Stadtverwaltung begonnen, ein erstes mögliches Entwicklungsszenario zu zeichnen.

DORTMUND

, 03.09.2016, 03:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
So geht es mit dem HSP-Gelände weiter

Das Luftbild zeigt das alte HSP-Gelände zwischen Rheinischer Straße (li.) und dem Gewerbegebiet Union (unten).

Natürlich, in Stein gemeißelt sind sie nicht, die Entwicklungsszenarien, die Planungsdezernent Ludger Wilde mit Hilfe von Charts im Sonderältestenrat vorstellte. Zumindest aber bekamen die Politiker ein erstes Gespür, wie es mit der 45 Hektar großen HSP-Fläche am Rande des Union-Viertels weitergehen könnte. Es gilt zwar als unwahrscheinlich, dass die Produktion auf dem Gelände wieder hochgefahren wird. Komplett verworfen hat die Verwaltung diese Möglichkeit aber noch nicht. Die Stadt-Spitzen warten ab: Ein Großteil der oberirdischen Produktionsanlagen gehört dem Salzgitter-Konzern, der zuletzt bestrebt war, die Anlagen zu verkaufen. Ende des Jahres läuft der Pachtvertrag aus. Dann müsse eine Entscheidung fallen, so oder so, heißt es bei der Stadt. Salzgitter mochte sich am Freitag auf Anfrage nicht äußern.

600 bis 800 Wohneinheiten 

Werden die Anlagen zurückgebaut, muss die 63 Fußballfelder große Industriefläche komplett neu entwickelt werden. Wie? Im Sonderältestenrat bekamen die Politiker erste Eindrücke. Demnach könnte der nördliche Teil der Fläche (in Richtung Hafen und Huckarde) für die Ansiedlung von Gewerbe zur Verfügung stehen. Entsprechend könnte der südliche Teil der Fläche zu einem Wohn- und Freizeitgebiet entwickelt werden. 600 bis 800 Wohneinheiten könnten auf der HSP-Fläche entstehen, haben die Politiker notiert. Darüber hinaus könnte ein großzügiger, bis zu 12,5 Hektar großer Grüngürtel mit einem kleinen See entstehen. Auf Nachfrage hieß es, die Wasserfläche könne bis zu „vier Hektar“ umfassen. Das entspräche der Größe von rund fünfeinhalb Fußballfeldern. Zum Vergleich: Der Phoenix-See kommt auf 24 Hektar Wasserfläche.

Und: Nicht jedes Gebäude auf dem früheren „HSP-Gelände“ muss zwangsläufig der Abrissbirne zum Opfer fallen. Planungsdezernent Wilde wies auf zwei Gebäude hin, die durchaus erhaltenswert erscheinen: Die Rede ist vom so genannten Emscherschlösschen, einem leer stehenden Backsteinbau, nördlich der langgestreckten Halle entlang der Rheinischen Straße. Das „Emscherschlösschen“ wurde früher teils als Verwaltung, teils als Produktionsstätte genutzt. Als ebenfalls erhaltenswert gilt die „Feldherrenhalle“ im Westen des Areals: ein ehemals als Lagerhalle genutzter Backsteinbau mit 5600 Quadratmetern Fläche.

Kein Kommentar

Der neue Eigentümer der ehemaligen „HSP-Fläche“, die Essener Thelen-Gruppe, mochte sich am Freitag nicht dazu äußern. Nur so viel: „Man stehe in Gesprächen mit der Stadt.“ Möglicherweise bald auch mit anderen: Auf Nachfrage teilten die Dortmunder Stadtwerke mit, sie seien bereit für Gespräche mit Thelen über eine gemeinsame Entwicklungsgesellschaft. „Wir würden uns da nicht verweigern“, ließ Stadtwerke-Chef Guntram Pehlke wissen.

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