So geht es mit der Bombensuche am Wall und dem Verkehr weiter

Sondierungsarbeiten

Die anstehende Eröffnung der Weihnachtsstadt hat die Verwaltung zur kurzfristigen Sperrung des Walls gedrängt. Läuft bei der Bombensuche alles glatt, könnte der Verkehr bald wieder rollen.

Dortmund

, 19.11.2019, 17:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
So geht es mit der Bombensuche am Wall und dem Verkehr weiter

Die Rechtsabbiegerspur auf dem Südwall in die Hansastraße ist gesperrt, die Hansastraße in die City nur auf einer Spur zu befahren. © Kevin Kindel

Noch immer ist unklar, wie viele Menschen in Dortmund am Wochenende des 11. und 12. Januar 2020 wegen der Entschärfung zweier möglicher Fliegerbomben das Klinikviertel räumen müssen; denn noch weiß man nicht, ob es sich um 250- oder 500-Kilo-Bomben handelt. Dass zumindest in Teilen geräumt werden muss, steht aber fest, bestätigte am Dienstag Baudezernent Arnulf Rybicki. Näheres wisse man erst nach Weihnachten.

Er verteidigte die plötzlichen Sperrmaßnahmen und Verengungen auf dem Wall, um mögliche Fliegerbomben zu sondieren. Man habe so kurzfristig gehandelt, um die Sondierungsarbeiten abschließen zu können, bevor die Weihnachtsstadt starte. Er hoffe, so Rybicki, dass der Wall bis Ende der Woche wieder für den Verkehr freigegeben werden könne.

Mittwoch wird im Boden sondiert

Bekanntlich wurden im Vorfeld von geplanten Baumaßnahmen Luftbilder der Alliierten ausgewertet. Dabei stieß man neben den beiden Verdachtspunkten im Klinikviertel auf drei weitere am Wall, zwei an der Kreuzung Hansastraße und einer am Westentor. Sollten auch sie sich als Blindgänger herausstellen, werden sie ebenfalls am 11. und 12. Januar entschärft, um nicht eine so große Evakuierungsmaßnahme innerhalb kurzer Zeit wiederholen zu müssen.

Am Samstag (16. November) wurde das Material für die Sondierungsarbeiten am Wall herangeschafft, am Montag und Dienstag wurde dann die Oberfläche abgeräumt, um an den Leitungen vorbei sondieren zu können. Dabei musste man laut Rybicki feststellen, dass früher nicht alle Leitungen so verlegt wurden, wie sie im Plan stehen.

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Am Mittwoch (20. November) beginnen die eigentlichen Sondierungsarbeiten. Dafür werden um den Verdachtspunkt herum jeweils 37 Bohrungen in einem Abstandsraster von einem Meter bis zu acht Meter tief ins Erdreich eingebracht. Eine Magnetsonde spürt über diese Bohrlöcher Störungen im Erdmagnetfeld auf. Sollte sie auf einen metallischen Gegenstand stoßen, lässt sich mithilfe der Sonde erkunden, ob er einer Bombe ähnelt. Letzte Sicherheit gibt dann eine Grabung.

„Wir zocken nicht“

„Wir hoffen, dass sich die Blindgänger nicht bestätigen. Aber wir zocken nicht, was das angeht“, versichert Rybicki. Mit dem Ergebnis der Sondierung rechnet der Baudezernent am Donnerstag: „Wir hoffen, dass wir mit der Magnetsondierung an die Punkte herankommen.“ Danach würden die Bereiche zunächst wieder geschlossen und für den Verkehr freigegeben. Sollte es sich um Blindgänger handeln, könnten die nach 70 Jahren auch noch etwas länger bis zum 10./11. Januar im Boden bleiben.

Er könne den Unmut der Einzelhändler verstehen, sagte Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Doch die Stadt müsse zwischen Gefahrenabwehr und den Interessen Dritter abwägen – „eine Abwägung, um die uns keiner beneidet.“

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