So geht es mit der Konzerthalle auf Phoenix-West weiter

Bauarbeiten trotz Klage

Die Konzerthalle Phoenix-West wird weitergebaut, trotz der erfolgreichen Anfechtungsklage zweier Anwohner gegen die Baugenehmigung. Wir haben mit allen Beteiligten gesprochen und liefern den aktuellen Stand in unserer Übersicht.

HÖRDE

, 27.07.2016, 02:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zum Richtfest der Halle im Februar 2016 kamen Smudo und Thomas D. von den "Fantastischen Vier". Damals gab es noch keine Klage.

Zum Richtfest der Halle im Februar 2016 kamen Smudo und Thomas D. von den "Fantastischen Vier". Damals gab es noch keine Klage.

Was sagt die Stadt?

Die Bauarbeiten für die geplante Konzerthalle auf Phoenix-West gehen ganz normal weiter. Es bestehe kein Anlass, die Bautätigkeit einzustellen, sagte Stadtsprecher Michael Meinders auf Anfrage unserer Redaktion.

Was sagen die Kläger?

Die Anwältin der beiden Kläger erklärte noch einmal, dass es ihren Mandanten nicht um einen Baustopp gehe. „Viele der Menschen, die meine Mandanten kritisieren, haben sie offenbar missverstanden: Es geht ihnen nicht um die Verhinderung der Konzerte, sondern um den Lärm danach", sagte Esthersine Böhmer. Also um den Lärm der Besucher, wenn sie nach dem Konzert wieder abreisen – oder nach dem Besuch der ebenfalls geplanten Disco, die bis 4 Uhr morgens geöffnet haben könnte.

Der Bebauungsplan weise zwar eine geplante, lärmgeschützte Wegführung auf der Nordseite der Halle Richtung Hörder Bahnhof auf, sagte Böhmer weiter. Allerdings existiere der bisher nur auf dem Papier, im Gegensatz zur Halle, deren neuer Anbau schon weit fortgeschritten ist. Die Stadt müsse also sicherstellen, dass auch das Lärmproblem der An- und Abreise gelöst wird.

Was sagt die Baufirma?

Das ausführende Architekturbüro Jens Casper aus Berlin hatte das Dortmunder Büro Planersocietät mit der Verkehrsplanung beauftragt. Mitarbeiter Thomas Mattner sagte im Gespräch mit dieser Redaktion, in Zusammenarbeit mit der Stadt habe die Planersocietät untersucht, wie viel Verkehr durch die neue Nutzung erzeugt wird, wie viele Stellplätze dafür nötig werden und wie die Besucher voraussichtlich zur Halle hin- und wieder zurückfahren. Eine Route an der Nordseite, die dann auch entsprechend beleuchtet müsste, hält Mattner für sinnvoll.

Was sagt der Bauherr? 

Bauherr ist die Berliner Konzertagentur Four Artists. Die Agentur gehört mehrheitlich der Popband Die Fantastischen Vier. Agenturchef Alexander Richter äußerte sich gestern nicht zu unseren Anfragen. „Wir befinden uns nach wie vor in der Prüfung des Beschlusses und in Gesprächen mit unseren Rechtsanwälten“, schrieb Richter per E-Mail. „Wir wollen erst unsere rechtliche Position klären und dann ganzheitlich Stellung beziehen.“

Was sagen andere Anwohner?

Wir haben uns bereits am Freitag in der Wohngegend entlang der Hochofenstraße, nahe der Halle, umgehört. Dort trafen wir auf:

Ekaterina Gümps (32), die mit ihrem Ehemann einen Kiosk, einen Imbiss und ein Bistro betreibt. Falls die Halle geschlossen bliebe, müsste sie den Kiosk mit deutliche Verlusten aufgeben.Alina Lerche (20), die mit ihren Eltern wenige hundert Meter entfernt wohnt. Sie fände es schön zu Fuß zu Konzerten gehen zu können – solange sie in ihrer Wohnung noch in Ruhe schlafen kann.Heike Reisaus (53), die Konzerte am Wochenende in Ordnung findet, aber nicht „dreimal in der Woche“.

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