So geht es Mufflon Hermann

Zu Besuch in Salzwedel

Ende Mai hatte es mit Mufflon Hermann ein Ende. Für Ilse Keinitz und ihren Lebensgefährten Manfred Ninnemann war es ein Gutes. Das Tier wurde narkotisiert und eingefangen - ein für alle mal. Seitdem lebt Hermann bei Klaus von Strusinski in Salzwedel. Ilse Keinitz und Manfred Ninnemann besuchten den Rabauken an seinem neuen Wohnort.

DORTMUND

, 23.08.2017 / Lesedauer: 3 min
So geht es Mufflon Hermann

Fast ein Jahr lang hat Mufflon Hermann in dem Garten von Ilse Keinitz und Manfred Ninnemann gelebt.

Salzwedel liegt nördlich von Wolfsburg in Sachsen-Anhalt, etwas mehr als 360 Kilometer von Dortmund entfernt. Ilse Keinitz und Manfred Ninnemann feierten 25-Jähriges, als sie den wilden Ausreißer am 7. August besuchten. „Hermann kam mir bei unserem Besuch so klein und mickrig vor“, erzählt Ilse Keinitz. „Bei uns war er viel robuster.“ Der Besitzer des Hofes, wo er nun untergekommen ist, versicherte ihr jedoch, dass mit Hermann alles in Ordnung sei. Er habe nur sein Winterfell verloren. Dass Hermann sie wiedererkannt hat, glaubt Ilse Keinitz nicht. „Wir haben ihn gerufen, aber er stand nur da und hat geguckt.“

Sein neuer Besitzer sei Jäger. Ihm gehört ein Einfamilienhaus mit einem großen Hof. Neben Hermann lebt dort noch ein weiterer Mufflon-Bock, einige Hühner, Enten, Tauben und Rehe. Bald soll Hermann vielleicht eine Freundin bekommen. Eigentlich, so sagt Ilse Keinitz, lebt er dort genau wie hier bei uns.

Anfangs kam Hermann nur morgens und abends

Nur, dass er dort eingezäunt ist und nicht über die Autobahn verduften kann. Das hat er bei Ilse Keinitz und Manfred Ninnemann zum Schluss beinahe täglich gemacht. „Wir wohnen in der Nähe eines Waldgebiets, aber Hermann kam immer von der Autobahn zu uns gelaufen.“ Anfangs kam er nur morgens und abends. Später blieb er dann den ganzen Tag. „Seitdem konnten wir die Nachbarskinder nicht mehr auf die Rutsche lassen. Das war einfach zu gefährlich.“ 

Warum er sich gerade ihren Garten ausgeguckt hatte, ist llse Keinitz noch heute ein Rätsel. „Wir haben ihn ja nicht angefüttert, wie es die Stadt behauptet hat. Er hat das heruntergefallene Obst gefressen und ist dann geblieben“, erzählt die 79-Jährige. Und nicht nur das: Hermann hat mit seinen mächtigen Hörnern den gesamten Garten kurz und klein geschlagen. 20 kleine Tannen sind dahin, dazu der Unterstand für den Rasenmäher und den Grill, die Tür vom Gartenhäuschen und sogar die 100-Liter-Regentonne. Vor Hermann war nichts sicher. 

Ein zweites zu Hause

„Das war schon eine verrückte Zeit“, sagt Ilse Keinitz heute und lacht. Fast ein Jahr lang nannte Hermann den Garten von Ilse Keinitz an der Wittbräucker Straße sein zweites zu Hause. Den Schaden schätzt die Dortmunderin auf 300 bis 400 Euro. „Wir sind heute noch mit unserem Garten beschäftigt. Die kleinen Tannen haben wir noch nicht ersetzt. Ob sie Hermann vermissen würden? „Nein, eigentlich nicht. Da, wo er jetzt ist, ist er gut aufgehoben.“ 

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt