So gelingt Ihnen das perfekte Foto vom Blutmond am Montag

Mondfinsternis

Am Montag ist über Dortmund ein Super-Blutmond zu sehen: Eine totale Mondfinsternis fällt mit einem besonders nahen Vollmond zusammen. Wo und wie man den roten Mond am besten sehen kann.

Dortmund

, 19.01.2019, 04:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
So kann es aussehen, wenn ein Profi sich den Blutmond vornimmt. Die Mondfinsternis 2015 eingefangen von unserem Fotografen Dieter Menne.

So kann es aussehen, wenn ein Profi sich den Blutmond vornimmt. Die Mondfinsternis 2015 eingefangen von unserem Fotografen Dieter Menne. © Dieter Menne

Etwa gegen 4.30 Uhr am frühen Montagmorgen wird es beginnen: Ein Schatten wird sich über den Vollmond legen. Zunächst wird ihm nur ein kleines Stück fehlen, dann immer mehr, bis schließlich ab etwa 5.40 Uhr der komplette Mond ungefähr eine Stunde lang in dunklem Rot am Himmel steht. Blutmond.

Wie kommt es zu der roten Farbe?

Bei einer totalen Mondfinsternis befindet sich die Erde zwischen der Sonne und dem Mond. Der Mond wird deshalb nicht, wie sonst, von der Sonne angestrahlt, sondern steht im Schatten der Erde. Ein Teil des Lichts der Sonne bricht sich jedoch an der Atmosphäre und gelang so doch zum Mond. Die Erdatmosphäre filtert jedoch die blauen Anteile des Sonnenlichts heraus. Das rote Licht, das übrig bleibt, sorgt für den blutigen Look des Mondes.

Diese totale Mondfinsternis fällt am 21.1. mit einem weiteren Ereignis zusammen: Der Mond ist der Erde in seiner Umlaufbahn am nächsten und wirkt deshalb größer. Man spricht deshalb von einem Supermond. Mit dem bloßen Auge ist der Unterschied zu einem normalen Vollmond allerdings kaum zu erkennen. Nur im direkten Vergleich auf Fotos wird der Unterschied deutlich.

Wo kann man den Super-Blutmond sehen?

Weil die Mondfinsternis zwar rot aber eben nicht besonders hell ist, ist es wichtig, einen zumindest eingermaßen dunklen Ort zu finden. In Dortmund dürfte es in der direkten Innenstadt schwierig werden, schon etwas außerhalb sollte der Mond aber zu sehen sein. Grundsätzlich gilt: Je weniger künstliches Licht in der Umgebung ist, desto besser.

Um die Mondfinsternis über ihren kompletten Verlauf zu sehen, muss außerdem der Blick nach Westen und Nordwesten frei sein. Denn der Mond steht zum Ende der Finsternis bereits recht tief.

„Ich empfehle den Kaiserberg am östlichen Ende des Phoenix-Sees“, sagt Thomas Wassmuth vom Astronomischen Verein Dortmund. „Da werde ich auch selbst mit einem Teleskop stehen.“ Wer dazu kommen will, sei herzlich eingeladen, so Wassmuth. 5 Uhr sei eine gute Zeit. „Gegen halb acht wird der Mond dann noch teilweise verdunkelt hinter dem Westfalenstadion untergehen“, so hofft Wassmuth.

Wie gelingt das Foto von der Mondfinsternis?

Wer den Super-Blutmond fotografieren möchte, sollte ein paar Dinge beachten. Wichtig ist vor allem, die ISO-Zahl und die Belichtungszeit manuell einzustellen. „Mit einer Automatik könnte es schwierig werden“, rät unser Fotograf Dieter Menne. „Der Mond ist auf dem Bild so klein, dass die Kamera das wenige Licht kaum registriert. Das ist für die Automatik schwierig.“

Für das perfekte Foto empfiehlt Dieter Menne eine eher kurze Belichtungszeit bei höherer Lichtempfindlichkeit (ISO). „Der Mond bewegt sich relativ schnell, belichtet man zu lange, wird das Foto also unscharf.“ Man sollte vom Stativ fotografieren und ein langes Tele-Objektiv verwenden. Nur dann ist der Mond auf dem Foto auch groß genug.

Für Experten gibt es auch Stative, die sich mit dem Mond mitbewegen. Dann sei es ratsam, eine eher geringe Empfindlichkeit bei dafür längerer Belichtungszeit zu wählen, sagt Thomas Wassmuth vom Astronomischen Verein.

Wer ein Foto wie das von Dieter Menne machen möchte, braucht allerdings auch Geduld: „Für einen interessanten Vordergrund kommt es manchmal auf wenige Meter an“, sagt der Fotograf. Dafür müsse man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.

Welche Himmelsereignisse gibt es 2019 noch zu sehen?

Neben dem Super-Blutmond stehen in diesem Jahr auch noch einige andere astronomische Ereignisse auf dem Kalender. „Besonders schön waren im vergangenen Jahr die Perseiden“, sagt Thomas Wassmuth. Der Meteorschauer wiederholt sich auch in diesem Jahr – und zwar in der Nacht auf den 13. August. Den zweiten großen Meteorschauer gibt‘s zum Ende des Jahres: In der Nacht auf den 18. November erreichen die Leoniden ihren Höhepunkt.

Vielleicht der astronomische Höhepunkt des Jahres ist von Dortmund aus nur teilweise zu sehen: der sogenannte Merkurtransit, also der Vorbeizug des Merkur vor der Sonne, am 11. November. Die nächste totale Mondfinsternis, die von Dortmund aus komplett zu beobachten ist, gibt es erst an Silvester 2028.

  • Der Astronomische Verein Dortmund betreibt auch die Volkssternwarte im Westfalenpark. Informationen zum Verein gibt es auf volkssternwarte-dortmund.de.
  • Eine Animation der Mondfinsternis, alle Zeiten und weitere Informationen gibt es auch auf timeanddate.de.
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