So kaputt sind Dortmunds Bahnbrücken

Interaktive Karte

Vielen tragenden Säulen des Dortmunder Schienennetzes geht es schlecht: Mehr als jede dritte der 200 Bahnbrücken im Stadtgebiet sind stark sanierungsbedürftig oder abrissreif. Wir zeigen auf einer interaktiven Karte, wo die Schwachpunkte des Netzes liegen. Für einige der kaputtesten Brücken gibt es noch keine Neubaupläne.

DORTMUND

, 08.09.2014 / Lesedauer: 3 min

; Diese Karte zeigt den Zustand aller Bahnbrücken in NRW - katalogisiert nach den bahneigenen Kategorie-Kriterien 1 bis 4. (Es kann einige Zeit dauern, bis sie vollständig geladen ist.)  Dass es diese Karte gibt, ist "Zeit Online" zu verdanken. Die Online-Ausgabe der renommierten Wochenzeitung hat in einer bemerkenswerten Detektivarbeit den Datenschatz gehoben, den die Deutsche Bahn nach einer Kleinen Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion in kryptischen, nur Bahn-interne Werte umfassenden Tabellen veröffentlichen musste. Mit ihrer Übersetzungs-Arbeit (die sie

dokumentiert haben) schafften die Daten-Spezialisten es,

und zu zeigen, in welchem Zustand sie sich befinden. 200 dieser Brücken liegen auf Dortmunder Stadtgebiet. Davon haben 70 schwere Schäden, dazu kommen weitere 7 Brücken, die so kaputt sind, dass sich eine Reparatur nicht mehr lohnt.

Auf die Frage, wann die sieben besonders stark beschädigten Brücken saniert werden, gibt es von der Bahn keine erschöpfende Antwort. Auf dem mittelfristigen Sanierungsplan stehen aus der höchsten Schadenskategorie nach Unternehmensangaben nur vier:

  • Die Brücke der Regionalbahn-Strecke in Richtung Herdecke über die Olpketalstraße in Kirchhörde soll aus heutiger Sicht 2018 erneuert werden, teilte ein Bahnsprecher auf Anfrage fest.
  • Die Erneuerung der Bahnbrücke an der Lichtendorfer Straße zwischen Sölde und Sölderholz, über die die Bahnstrecke zwischen Holzwickede und Schwerte verläuft, ist laut Bahn in den Jahren 2018/2019 geplant.
  • Das Brückenbauwerk unterhalb der Schnettkerbrücke, über das eine Güterbahnstrecke die Trasse der Regionalbahn aus Richtung Hörde und der S-Bahn-Linie 5 aus Richtung Witten kreuzt, steht für die Jahre 2018 bis 2020 auf dem Erneuerungsprogramm. Im Mai hatte ein Bahnsprecher dafür bereits geschätzte Kosten von zehn Millionen Euro genannt.
  • Auf dem Erneuerungsplan steht auch die marode Bahnbrücke an der Hallereystraße für eine Bahn-Verbindungsstrecke zwischen Marten und Huckarde/Mengede. Hierfür gab es aber zuletzt noch keinen Termin- und Kostenplan.
  • Drei weitere Dortmunder Brücken, die in die höchste Schadenskategorie gehören, stehen dagegen noch nicht im Erneuerungsprogramm der Bahn. Dazu gehört die Brücke der S-Bahn-Linie 4 am Heiligen Weg, eine Brücke der Emschertalbahn in Huckarde/Rahm über einem Güterbahn-Abzweig und eine Brücke der Bahnstrecke in Richtung Münster im Bereich der Westfalenhütte.

Der Trost: Die beiden zuletzt genannten Bahnbrücken liegen fernab von städtischen Straßen

Auch wenn die Schäden an den Brücken groß sind, müsse man sich um die Sicherheit keine Sorgen machen, betont die Bahn. Alle Brückenbauwerke würden mindestens alle drei Jahre geprüft und einmal pro Jahr besichtigt. „Die betriebliche Sicherheit jeder einzelnen Brücke ist damit jederzeit gewährleistet“, teilte die Bahn mit.

 

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