So reagieren die Evinger auf die bald leuchtenden Bergmänner

rnEvinger Ampelmännchen

Eving bekommt doch seine Bergmann-Ampeln. Im ersten Anlauf von der Stadtverwaltung abgelehnt, setzte sich der Antrag der Bezirksvertretung jetzt durch. Besonders eine Gruppe freut's.

Eving

, 12.08.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Idee kam von der gebürtigen Dorstenerin Kathrin Hänig: Um die Ära des Bergbaus im Ruhrgebiet über deren Ende hinaus in Ehren zu halten, sollten anstatt der gewöhnlichen Ampelmännchen leuchtende Grubenmännchen den Fußgängern signalisieren, ob sie stehen oder gehen dürfen.

Eine schöne „Erinnerung an die Malocher-Kultur", die nach Duisburg und Dorsten auch die Dortmunder nun adaptieren. Die kleinen Männer mit der Grubenlampe sollen alsbald in Eving leuchten. Dafür haben sich die Bezirksvertretung (BV) und die SPD stark gemacht, sich auch nicht von der ersten Absage durch das Tiefbauamt Dortmund davon abbringen lassen. Am Ende gab die Verwaltung dann Grünes Licht für die Idee.

Vier Ampeln bekommen Bergmänner

An der Ampelanlage Deutsche Straße/Amtsstraße und der Kreuzung Evinger Straße werden nach Abschluss der dortigen Straßenbauarbeiten nach dem Sommer die Folien für die neuen Ampelmännchen aufgebracht. Das Hickhack im Vorfeld und die finale Entscheidung sorgten über Dortmund hinaus für Gesprächsstoff, wie Bezirksbürgermeister Oliver Stens sagt. „Als Dortmunder mit beruflicher Bergbauvergangenheit haben mich in den vergangenen Tagen auch alte Kumpels aus Kamen oder Bottrop auf die Geschichte angesprochen“, so Stens. Durchweg positiv seien die Reaktionen gewesen, ein Stück Erinnerung an die Zeit, die das Ruhrgebiet groß gemacht hat, nachhaltig zu schaffen.

Darüber hinaus habe es auch von vielen Evingern großen Zuspruch gegeben.

Kritische Kommentare? – „Kritik gab's eher weniger von den Bürgern. Das war eher belangloses Zeug, wenn gegen die Idee geredet wurde. Kommentare von Menschen, die nicht wissen, was das für uns bedeutet, die die Zeit der Zechen noch bewusst erleben konnten", erklärt Oliver Stens.

Gesprächsthema Nummer 1 bei den Evingern

Dass die Bergmanns-Ampeln gerade bei jenen toll ankommen, die das historische Erbe von Eving hoch und am Leben halten, versteht sich von selbst. „Die Ampelmännchen waren natürlich Gesprächsthema bei uns", sagt Wolfgang Skorvanek, der stellvertretende Vorsitzende des Evinger Geschichtsvereins. Man sei der Meinung, dass die neuen Ampelmännchen Eving ein ganzes Stück reicher machten. „Auf der anderen Seite wäre es ein Armutszeugnis für die Verwaltung gewesen, wenn sich die BV in der Sache nicht durchgesetzt hätte. Allein hinsichtlich der Bedeutung, die die Zechengeschichte für den Stadtbezirk Eving besitzt", so Skorvanek.

Die Jugend hat kaum Bezug zum Thema

„Die Ampelmännchen – das ist ne schöne Sache", meint auch Meik Hibbeln, der Vorsitzende des Gewerbevereins Eving und Umgebung. Wie wichtig gerade den älteren Menschen im Stadtbezirk Eving die Erinnerung an den Bergbau seien, habe er jüngst erst bei der Kohlenkirmes wieder erlebt.

„Da hängen so viele Erinnerungen dran, die es gilt weiterzugeben an die jüngeren Generationen, die damit nicht in Berührung gekommen sind", sagt Hibbeln. Die Jugend könne mit dem Thema Bergbau teilweise nichts mehr anfangen, meint er. Dass das nicht nur gefühlt so ist, zeigt sich schnell, wenn man junge Evinger an der Bushaltestelle auf die Bergbau-Ampelmännchen anspricht. „Keine Ahnung“, „Ist mir egal“ oder „Damit verbinde ich nichts“, sind die Antworten, die die Menschen unter 40 Jahren zumeist geben.

In den zwei Wochen nach den Sommerferien soll es nun damit losgehen, die vier ausgesuchten städtischen Ampeln mit den neuen Folien auszurüsten. Was das Ganze letztlich kostet, kann Bezirksbürgermeister Oliver Stens noch nicht sagen. Die Materialkosten liegen etwa bei 30 Euro pro Folie.

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